Abmahnung Waldorf Frommer / Frommer Legal


  • Also Du meinst mit Konstellation: [lexicon]Anschlussinhaber[/lexicon] ist das Generalkonsulat von Timbuktu und Verletzer (dritter) ist die Göre des Konsuls, welche heimatliche Klänge von Culcha Candela (wildes Ding) gefileshared/downupgeloadet/weiterverbreitet hat ?? Oder gar "Assange" (dritter) welcher seine Schweden-Privatvideotheke ergänzen möchte und kein Familienangehöriger ist.


    In beiden Fällen ist die gänige Rechtssprechung vergleichbar: der Anschlußinhaber muss lediglich darlegen,daß es andere mögliche Geschehnisabläufe (d.h. andere Mitbenutzer des Anschlusses) gab, er muss jedoch nicht mit dem Finger auf eine bestimmte Person zeigen und rufen "Der da war`s !". Es ist allein Sache des Klägers nun nachzuweisen, wer es nun wirklich war.

  • Hi, ich bin neu hier und habe heute ein Schreiben der Waldorf Frommer erhalten
    die wollen 815,00 € für einen Film


    von dem was ich in diesem Forum verstanden habe soll ich:
    1. die beiliegende Unterlassungserklärung auf keinen Fall unterschreiben
    2. eine Mod UE per Einschreiben und E-Mail an W-F senden


    ist das so richtig? oder gibt es da noch mehr was ich tun kann?

  • gibt es da noch mehr was ich tun kann?

    Soweit erstmal alles richtig!
    Du solltest Dich aber noch genauer in das Thema einlesen (z.B. ersten Beitrag dieses Threads und die letzten 20 Seiten), um Dich über das, was noch auf Dich zukommt zu informieren.
    Dann musst Du Dich entscheiden:


    • Du bist zahlungsbereit: dann solltest Du versuchen, den Betrag runterzuverhandeln. Das geht recht leicht, Anruf beim Abmahner genügt. Man ist dort in der Regel recht freundlich und bereit, den Betrag etwas zu senken und/oder in Ratenzahlung umzuwandeln. Allerdings ist hier keine Eile geboten. Es dauert in der Regel Jahre, bis der Abmahner durch Mahnbescheid und Klage den Druck erhöht.
    • Du hoffst auf Verjährung: Die Mehrheit der Forderungen aus Abmahnungen werden bis zur Verjährung gar nicht eingeklagt. Der Abmahner hofft in der Regel, dass viele im Laufe der Zeit und bei ausreichendem Druck doch noch zahlen. Die Anzahl notorischer Zahlungsverweigerer ist aber so hoch, dass gar nicht alle verklagt werden können. Ich bin hier nicht der einzige, dessen Abmahnung bereits verjährt ist ;)
    • Du bist Anschlussinhaber, aber mehrere Mitbewohner/Familienmitglieder kommen ebenfalls als Täter in Frage: Dann sicherst Du am Besten alle Belege hierfür für den Fall einer Klage. Abhängig vom Gerichtsstandort stehen die Chancen nicht schlecht, eine solche Klage abzuwehren.
  • danke für die Antwort,


    - erstmal will ich nicht zahlen, sollte WF ernsthaften druck machen würde ich versuchen runterzuhandeln
    - [lexicon]Verjährung[/lexicon] währe ideal
    - leider wohne ich alleine und bin [lexicon]Anschlussinhaber[/lexicon]

  • - leider wohne ich alleine und bin [lexicon]Anschlussinhaber[/lexicon]

    Haha - so wie bei mir und meinen 4 Abmahnungen.


    Endlich mal ein Single-Haushalt. Ich dachte ja schon (Achtung Wortspiel) ich wär alleine.


    "- erstmal will ich nicht zahlen, sollte WF ernsthaften druck machen würde ich versuchen runterzuhandeln"


    Sehr gute Strategie. Wobei "Druck" noch zu definieren wäre. Für Dich (nicht für mich).


    Insgesamt hast Du aber sicherlich schlechte Karten.


  • Jetzt entmutige Ihn nicht noch! Habe gerade eine erfreuliche "Entdeckung" im "blauen" Forum gemacht.
    Die Wahrscheinlichkeit, von WF verklagt zu werden, scheint doch nicht bei 50 % zu liegen.... :whistling: :rolleyes:


    Aha... da bezieht man sich auf den hiesigen Forenanwalt und seiner Studie von 2014.
    Etwa 2000 Mandanten... huiiiii. Weiß man nicht genau wie viele es tatsächlich sind?
    Knapp 30 im Mahnverfahren... huiiiii. Weiß man nicht genau wie viele es tatsächlich sind?


    Aber Mr. Dury (auch wenn man garnichts über ihn so lesen kann (von gewonnenen wie verlorenen Verhandlungen als auch Vergleiche) scheint so n richtiger RI- Schreck zu sein :thumbsup:

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  • Nachtrag

    Zitat


    Fazit: Waldorf Frommer 2015 – Änderungen in Sicht?


    Interessant wird in 2015, wie sich die Rechtsprechung weiterentwickelt. Es wird wohl zu wesentlich mehr Klagen kommen. In diesen Verfahren wird hauptsächlich über die Höhe des angemessenen Schadensersatzes sowie über die Frage der Haftung des Anschlussinhabers gestritten. Hier ist insbesondere die Frage der Haftung des Anschlussinhabers in den Konstellationen WGs, Dritte außerhalb des Familienverbundes haben den Anschluss genutzt, Verstöße über den Hotel / Cafe Anschluss und über den Anschluss des Arbeitgebers zu entscheiden.


    RA Röttger, LL.M./ gulden röttger | rechtsanwälte/ ggr- law.com

  • Es würde mich doch sehr wundern, wenn die Rechtsprechung sich noch rapide ändern würde. Im Grunde gibts in Filesharingprozessen doch immer 2 große Fragen: a) sind Anschlußinhaber für die Taten der Mitbenutzer verantwortlich und b) gelten nun 10 oder doch nur 3 Jahre Verjährungsfrist ? Nun, spätestens seit der Bearshare-Entscheidung gibts eine überdeutliche Tendenz in Richtung "keine Haftung". Und mit 4 Urteilen pro 10 Jahre gegen 44 Urteile pro 3 Jahre ist auch eine deutliche Tendenz zu erkennen (selbst für Leute,die Bratwürste auf den Augen haben und mind. bis zum Bauchnabel im Rektum der Abmahner stecken). Und das ist nur die Zahl,die ich innerhalb einer kurzen Google-Recherche herausgefunden habe,es dürfte also noch mehr Urteile pro 3 Jahre geben.

  • Dazu kommt, dass es mitunter auch [lexicon]AG[/lexicon]/LG gibt, die diesen Sekunden-/Minutenfilesharings einen Riegel vorschieben.
    Das LG Frankenthal sieht zB den Upload von Dateifragmenten erst gar nicht als Urheberrechtsverletzung an.
    https://ggr-law.com/filesharin…-urheberrechtsverletzung/


    Vor diesem Hintergrund sind Klagen vor dem dortigen [lexicon]AG[/lexicon]/LG natürlich auch äußerst riskant geworden für die Abmahner.
    Leider betrifft dies wohl (vorerst) nur Abgemahnte aus den dafür zuständigen Bezirken.

  • So sollte man es auch handhaben als Richter, da zahlreiche "Beweise" mit den sog. "Sekunden-Logs" um die Ecke kommen und meinen, man habe weltweit tausende von Kopien bereitgestellt.


    Im übrigen hat RA Solmecke dazu eine Ausarbeitung auf seiner Homepage einegstellt, vor einigen Monaten schon.

  • Das LG Frankenthal sieht zB den Upload von Dateifragmenten erst gar nicht als Urheberrechtsverletzung an.


    Naja...wenn man es ganz genau nimmt, hat das LG Frankenthal hier ja sogar recht. Denn so ziemlich jedes Werk,das via Filesharing (oder per OCH) verteilt wird,ist gepackt. Das ist a) in unvollständigem Zustand absolut nicht zu gebrauchen. Wer schonmal versucht hat,eine gepackte Datei zu entpacken,wo selbst nur 1 Bit fehlt,der weiß,was ich meine. Und b) in diesem gepackten unbrauchbaren Zustand ist das nicht mehr als Datensalat,der mit der entpackten Form absolut keinerlei Gemeinsamkeiten hat. Wenn ich ein Buch durch ´nen Reißwolf jage und jemandem eine Handvoll der entstandenen Schnipsel gebe, kann der schließlich auch nur dann was damit anfangen,wenn er a) alle Teile hat und b) die Möglichkeit hat,die Ursprungsform wieder herzustellen.

  • Puhhh ,sorry langsam wird das mir hier alles zuviel und suspekt. Bitte an die Admins,welche auch mich und andere Forenteilnehmer auf die Erklärseite verweisen. Hier sind so viele "Inputs"....
    Meine Devise auch nach [lexicon]Mahnbescheid[/lexicon],das x richtig setzen und einfach "Fresse" halten . Sorry.


  • Wenn man sich so auf der Waldorf/ Frommer- Seite umschaut konnte ich bis jetzt für 2015 ca 80 Gerichtsentscheide zählen und da diese Kanzlei gerne verlorene Urteile mal vergessen, dürften es wohl noch ein paar mehr sein


    Das mit der Tendenz war allein auf die Sache mit der Verjährungsfrist bezogen. Hier tendiert die deutsche Rechtsprechung doch deutlich in Richtung 3jährige Verjährungsfrist. Hier ein Link dazu,wo die Urteile genannt sind: http://www.loebisch.com/verjae…ng_fuer_den_Lizenzschaden

  • Hallo!

    Hier tendiert die deutsche Rechtsprechung doch deutlich in Richtung 3jährige Verjährungsfrist.


    Warum tendieren?!
    Beim Unterlassungs- und Schadenersatzanspruch (illegales Filesharing) gibt es nur (idR) die 3-jährige Verjährungsfrist....die 10-jährige taucht doch nur im Zusammenhang mit der Bereicherungs-Diskussion (§ 852 Herausgabeanspruch nach Eintritt der [lexicon]Verjährung[/lexicon]) auf.
    Hier gibt es noch Klärungsbedarf ([lexicon]BGH[/lexicon] hat sich noch nicht explizit für den Filesharingbereich geäußert), ob und in welcher Höhe sich ein illegaler Filesharer bereichert....und falls ja ...gilt dann die 10-jährige...

    mfg
    ouf

  • Hier gibt es noch Klärungsbedarf ([lexicon]BGH[/lexicon] hat sich noch nicht explizit für den Filesharingbereich geäußert), ob und in welcher Höhe sich ein illegaler Filesharer bereichert....und falls ja ...gilt dann die 10-jährige...


    Sofern der [lexicon]BGH[/lexicon] darüber tatsächlich mal zugunsten der RI entscheidet, wird gerade die Urteilsbegründung interessant. Denn die von den bisherigen 10-Jahres-Verfechtern angeführte Meinung "Es könnte aber eine Lizenz geben,daher hat der Verletzer auch etwas erspart!" müsste dann ja tatsächlich mal in einem Geldbetrag ausgedrückt werden,was die RI bislang immer kategorisch verweigern. Mir wäre jedenfalls nicht bekannt,daß die RI mal in irgendeinem Prozess eine Zahl genannt hätten,wieviel denn nun eine Filesharing-Lizenz z.B. für einen gerade im Kino angelaufenen Film kosten würde. Es dürfte auch schwer sein, hier eine genaue Zahl zu bemessen, da keiner weiß,wieviele Leute nun das betreffende Werk über den "Filesharing-Lizenznehmer" konsumieren. Deswegen kassieren ja [lexicon]GEMA[/lexicon] & Co von Discos,Radiosendern usw auch keine Gebühr pro gespieltem Song (könnte ja zu niedrig angesetzt sein :-D), sondern nehmen lieber eine Pauschale vom Umsatz des Lizenznehmers.

  • Sehr geehrte Damen und Herren,
    zunächst möchte ich mich für dieses äußerst hilfreiche Forum bedanken.
    Seit einigen Tagen beschäftige ich mich mit diesem Forum und habe mich nun entschieden mich anzumelden.


    Ein Freund , welcher nicht besonders Computer- bzw. Internetaffin ist bekam wie viele andere hier Post von W&F, welche er sich zunächst nicht erklären konnte. Einige Recherchen ergaben folgenden Sachverhalt: Der Freund ist deutscher Staatsbürger polnischer Abstammung. Seinen Jahresurlaub verbrachte er bei seiner Familie in Polen. Dort hat seine Schwester (ansässig in Polen) bitt**** auf seinem Laptop genutzt und wohl einen Film auf Englisch mit polnischem Untertitel heruntergeladen.
    Wieder angekommen in Deutschland öffnete sich das besagte Programm bei Start des Laptops, welches er ca. 1 Minute später schloss. Er wusste nicht um welches Programm es sich dabei handelt.
    Er ist Inhaber des Internetanschlusses. Er führte aus, dass er den Internetanschluss tatsächlich alleine nutzt, obwohl mehrere Leute hätten Zugriff darauf haben können


    Vor kurzem kam dann die Post von W&F mit einer Zahlungsaufforderung von 815€


    Die [lexicon]ModUE[/lexicon] geht heute Fristgerecht per Einschreiben mit Rückschein raus.


    Folgende Fragen stellen sich dem Freund:

    • Wenn er bereit wäre zu zahlen - Wie viel Euro sollte man W&F vorschlagen bzw. ansetzen
    • Wenn er nicht bereit wäre zu zahlen - Wie ist weiter zu Verfahren? Sollen weitere Schreiben , bis auf den Mahnbescheid welcher Widerrufen werden muss, von W&F lediglich abgeheftet werden ?
    • Wäre eine gewagt Einschätzung bezüglich Fahrlässigkeit möglich? Meines Erachtens liegt hier kein außer acht lassen der im Verkehr erforderlichen Sorgfalt vor, da er den Laptop hier lediglich eingeschaltet hat .


    Vielen Dank für ihr Bemühen!

  • Bitte Wohnort entfernen!


    1. Wenn er bereit wäre zu zahlen - Wie viel Euro sollte man W&F vorschlagen bzw. ansetzen
    2. Wenn er nicht bereit wäre zu zahlen - Wie ist weiter zu Verfahren? Sollen weitere Schreiben , bis auf den [lexicon]Mahnbescheid[/lexicon] welcher Widerrufen werden muss, von W&F lediglich abgeheftet werden ?
    3. Wäre eine gewagt Einschätzung bezüglich Fahrlässigkeit möglich? Meines Erachtens liegt hier kein außer acht lassen der im Verkehr erforderlichen Sorgfalt vor, da er den Laptop hier lediglich eingeschaltet hat .

    1. Ist nun wirklich seine Sache - da man ja zB seinen wirtschaftlichen Status nicht kennt (Sozialpunkte). Natürlich kann man allgemein es immer mit 50/50 versuchen.....
    2. Ja.
    3. Nein. (Können wir nicht sagen.)


    Zunächst einmal kommt es hier klassisch auf eine Tatrichterentscheidung an. Wir können hier nicht vorhersagen wie ein Gericht auf die Geschichte die auch bewiesen werden muss reagiert.
    "Wer die Handlung vorsätzlich oder fahrlässig vornimmt, ist dem Verletzten zum Ersatz des daraus entstehenden Schadens verpflichtet." (§ 97 UrhG, Abs. 2, Satz 1)
    Jedenfalls hat er hier eben nicht "lediglich" den Computer eingeschaltet, sondern zuvor einer Dritten zum unkontrollierten Gebrauch überlassen. Hierin liegt mutmaßlich die Fahrlässigkeit des Anschlussinhabers, die es in diesem Fall zu bewerten gilt. Es würde wohl so laufen, dass die Gegenseite argumentiert, er habe natürlich vor dem nächsten Gebrauch kontrollieren müssen, gerade ob neue Programme aufgespielt wurden, oder ob zB alte Programme genutzt wurden die für Rechtsverletzungen im Internet prädestiniert sind (blablabla).... das Gericht entscheidet.


    Das andere Blatt wäre die Störerhaftung - die mit den gleichen "Argumenten" durchgespielt werden muss.

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