Abmahnung Waldorf Frommer

  • Hallo zusammen,

    ich bin ganz neu hier und gerade von einem Schreiben WF überrascht worden.

    Ich habe den Wegweiser für Abmahnung gelesen aber bin mir , da ich Laie bin, noch sehr unsicher, was ich tun muss/soll.


    Kurz der Stand bei mir:

    1. Abmahnung wegen Urheberrechtsverletzung bekommen

    2. Es geht um einen Film aus den P2P Netzwerk.

    3. es werden 915€ von mir verlangt

    4. Schreiben der Unterlassungserklärung liegt bei (Habe aus dem Forum die ModUE gefunden,welche ich benutzen würde)

    5. Frist der unterschriebenen UE ist der 20.7.2018 (heute 13.07.2018) erhalten


    Was muss ich jetzt tun?

    - ModUE vorbereiten

    - Was machen ich mit dem 915€ Betrag? muss ich etwas dazu in die ModUE schreiben?

    - nicht zahlen und was dann?


    Oder bezahlen und ruhe mit der modUE dabei? WF einen anderen Betrag Vorschlagen?


    Ich hoffe Ihr könnt mir einen guten Rat geben.


    LG

    Ostpower

  • Was muss ich jetzt tun?

    - ModUE vorbereiten

    Ja, unbedingt und zwar die Version von hier aus dem Forum (da steht nix von Geld, weil nicht nötig) ...und auch fritsgerecht absenden.


    Von diesem Zeitpunkt an, hast du drei Jahre Zeit dich mit der Materie in diesem Forum einzulesen - vor allem den Grundkurs und den Beitrag #1 dieses Thread
    Für dich und deine aktuelle Situation musst du dir selbst im klaren sein, ob du dich für Zahlen oder Aussitzen entscheidest. Wer aber auf Aussitzen zockt, dem kann es passieren, dass er am Ende dennoch bezahlen muss. Wenn du aber sofort zahlst, wirst du es nie erfahren.

  • Guten Morgen,

    princess15114 Danke für die schnelle Antwort.


    Wir haben jetzt heraus gefunden, wer es war bei uns :(, aber diese Person ist gerade nach hause geflogen.

    Somit trifft mich doch keine Schuld oder? Ich habe sie immer darauf hingewiesen, nichts illegales zu tun.


    Sie können Sie gerne verklagen, aber ob sie in Russland sich die Mühe machen, bezweifel ich.

    Dort ist das P2P noch sehr groß und der Film war wohl auf russisch, was ich nicht mal spreche.


    Also, erst mal die ModUE raus und abwarten? Oder Stellungnahme dazu schreiben, dass ich (mein I-Net Anschluß)

    nicht war?


    Was empfehlt Ihr?


    Danke für Eure Hilfe hier.


    P.S.: Es wird etwas dauern, bis ich die 223 Seiten komplett gelesen habe.


    Ostpower

  • Um Argumente auszutauschen (Stellungnahme) ist es noch viel zu früh. Für den Anschlussinhaber gilt es zunächst den Unterlassungsanspruch des Abmahners/Rechteinhabers zu erfüllen. Also modUE und gut.


    223 Seiten zu lesen ist nicht nötig, da Abmahnungen immer nach dem gleichen Muster ablaufen, zumindest bei einunddemselben Abmahner

  • Nun sind weitere 6 Wochen vergangen. Denke ich müsste nun komplett durch sein ^^

  • Nun sind weitere 6 Wochen vergangen. Denke ich müsste nun komplett durch sein ^^

    Naja...bezüglich der Abmahnkosten selbst schon, rechtlich gesehen bist du aber genaugenommen immer noch den Schadensersatz schuldig,da der ja erst nach 10 Jahren verjährt. Allerdings wären mir keine Verfahren bekannt, wo WF tatsächlich nach Verfährung "seines" Anteils am Kuchen noch geklagt hätte. Ist meines Erachtens ein schönes Beispiel dafür, dass weniger die Rechteinhaber selbst,als vielmehr die Anwälte diejenigen sind, die ein Interesse am weiterbetreiben des Abmahnprozesses haben. Und wenn sie wissen, dass jetzt für sie kein Blumentopf mehr zu gewinnen ist, lässt das "Interesse" schlagartig nach.

  • Am 20.11.17 kam der Mahnbescheid. 2 Tage später habe ich ihn abgeschickt. Seitdem ist Ruhe. ich mache mich jetzt nicht verrückt, bin die ganze Zeit cool geblieben da ich wusste das die mir nichts können. Das ausharren und kein Kontakt hat sich also wohl ausgezahlt.

  • Tipp: ersetze „Anwalt“ durch „Verhandeln mit WF“. Wie Uhlemsagte brauchst Du den Anwalt nämlich erst in einer Gerichtsverhandlung, sonst kostet der nur unnötig Geld.

    Den Unterschied würde ich auf vielleicht 100bis 200 Euro schätzen, da WF bei Szenario 2 wohl den Gerichtskostenvorschuss und die Klagebegründung im Vergleich einrechnet.

    Wer nach Erhalt des MB noch zahlt, hat alles falsch gemacht, denn der MB ist ein Standardbaustein und kommt wie das Amen in der Kirche. Die Klage danach kommt nur in 1-5 % aller Fälle.

    Danke hierfür. Hab' das nun gemacht und freue (?) mich, was als nächstes passiert.

    Gut, dass es die Seite hier gibt. Ihr seid spitze! =P Danke.

  • Hab auch vor n paar Tagen nen Brief von Waldi gekriegt. War zu der Zeit des Downloads auf Arbeit, Arbeitgeber kanns bestätigen. Die anderen Beteiligten bei mir im Haus waren entweder in der Uni oder bei Freunden. Das reicht doch als Alibi oder? Wenn ich sage die anderen waren bei Freunden (Freunde können es notfalls bestätigen) können die nix mehr machen oder?


    Hatte eigentlich vor den Brief zu ignorieren. Auf der einen Seite sagt man ja, man soll auf keinen Fall alleine zu denen Kontakt aufnehmen weil die einem aus allem nen Strick draus drehen, auf der anderen Seite ist ein eigener Anwalt immer mit Kosten verbunden die man zahlen muss nur um denen zu sagen "ich hab ein Alibi". Außerdem hab oft von Fällen gehört wo es die Abmahner bis zum Gericht haben kommen lassen und die Ansprüche dann am Schluss haben doch fallen lassen.


    Wie realistisch ist es, dass die es bis zum Gerichtsverfahren kommen lassen und wenn es der Fall ist reicht mein Alibi? Mich würde interessieren mit wie vielen Klagen die schon Erfolg hatten gegen Privatpersonen. Und wie oft die es drauf ankommen lassen. Die schicken die Dinger ja massenweise raus und hoffen auf die blöden 1% die dann zahlen.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von asdfg ()

  • Allerdings wären mir keine Verfahren bekannt, wo WF tatsächlich nach Verfährung "seines" Anteils am Kuchen noch geklagt hätte.

    Meines Erachtens ist genau das vor dem LG Köln am 17. Mai d. J. geschehen. Oder verstehe ich da was falsch? Wenn es so ist, dass WF da trotz Verjährung nur auf Schadensersatz geklagt hat, würde ich das mal unter Exempel statuieren verbuchen. Die Regel dürfte es nicht werden - warum auch. Wenn die wirklich klagen wollen, klagen die vor Verjährung. Aber es macht sich doch gut in einem Bettelbrief, wenn man darauf hinweisen kann, dass man gar nicht auf die Verjährung hoffen sollte.


    Vgl. https://news.waldorf-frommer.d…hren-erst-nach-10-jahren/

  • Hallo, erstmal danke für das sehr hilfreiche und etwas beruhigende Forum!

    Angefangen hat es bei mir im Winter 2016, bin jetzt bei Punkt 5 "Vorbereitung Klageerhebung abgeschlossen" und warte auf den Mahnbescheid.


    Verjährung

    Ich verstehe das mit der Verjährung nicht wirklich, vor allem wegen der Neuerung auf 10 Jahre - betrifft das "nur" den Lizenzschaden, also der Betrag den sie von Anfang an fordern, oder? Was ist der Rest, der dann nach drei Jahren verjährt? Käme die Klage zB nach den drei Jahren, ginge es für mich nur noch um Betrag Lizenzschaden?

    Gerichtskosten, Frommer Anwalt und was noch (?) verjährt nach drei Jahren? Dh die frommen Anwälte müssten das alles zahlen ergo es kommt zu 99,9% nicht zur Klage, weil selbst bei Gewinn ihrerseits der Haben-Betrag bei 0 bis Minus liegen würde?


    Bis wann Vergleich, falls?

    Ich konnte mich soweit informieren, dass ein Vergleich nach Klage, aber vor Gerichtstermin ein "gerichtlicher Vergleich" ist, dh das ginge auch noch - welche Kosten fallen dann aber zusätzlich an, die ich im Vergleich zu einer Einigung nach dem Mahnbescheid oder früher gehabt hätte/haben würde?

    Und welche Kosten kämen bei Gerichtstermin hinzu, im Vergleich zu vor Gerichtstermin, aber nach Klage?


    Danke fürs lesen und jetzt schon danke für die Mühe des Antwortens!

    Und an die wäldlichen Frommer Zuleser: versucht mit eurem Wissen die Welt zu retten, statt eure Energie an Leute zu vergeuden, die keiner Fliege was zu Leide tun. Kapitalistischer Wahnsinn auf niedrigstem Niveau ist das womit ihr euren Alltag verbringt.

  • Hallo bin neu hier .. Habe heute eine Abmahnung von wf bekommen .. war eventuell kurz wo draufgekommen oder einen meiner kids und siehe da schon was im briefkasten. Werde morgen gleich zum anwalt gehen oder was sagt ihr habe bischen Panik die wollen 915 euro von mir habe

  • dein MB kommt erst 2019 - immer im 3. Jahr. Bis dahin gemütlich zurücklehnen.

    Die Anwaltskosten, die sich Waldi in die Taschen steckt, verjähren nach 3 Jahren.

    Der Schadenersatz für den Rechteinhaber, dh. die Filmfirma, verjähren nach 10 Jahren.

    Es sind keine Fälle bekannt, in denen Waldi das Verfahren nach der 3-jährigen (defakto 3.5 nach MB) Verjährung weiterbetrieben hat. Lohnt sich nicht.

    Die Kosten eines Gerichtsverfahrens haben damit nix zu tun, die trägt die unterlegene Partei.

  • Hallo,


    gute Sache das hier!

    Hab leider aber bereits an W(t)F die Situation geschildert. Zwei damalige WG-Mitbew. benannt, der eine war's. Hab ich dann irgendwann so verlautbart, dass nur er infrage kommt. (Quasi "sekundärer Darlegungslast" schon jetzt genügt, tja.)


    Über die Wahrscheinlichkeit, ob's aufgrund der bisherigen Infos zur Klage kommt, lässt sich wohl nur pokern.

    -- Jetzt kam überraschend "günstiges" Vergleichsangebot: weniger als 50% des Ausgangsbetrags ...

    Bis heute wäre die vorgeschlagene Summe fällig gewesen, bis letzte Woche galt Ratenzahlungsangebot. -- Bis dahin immerhin mod. UE geschickt (jedoch Eingang noch nicht bestätigt ...!!).


    Der "Schuldige" hat mir mittlerweile diese Summe überwiesen, weil er keinen Stress mehr möchte.

    Ich würde aber zumindest noch auf 2/3 des Betrags herunterhandeln wollen ...
    (Irgendwo auf Seite 198 oder so las ich von entspr. Angebot durch RA, das W(t)F akzeptiert hätte.)

    Sehe aber halt Risiko, dass es dann wieder teurer wird.

    Auch Aussitzen scheint mir wegen bisheriger Schilderungen riskant.
    (Bei Klage würde der Mitbewohner (falls dann noch verfügbar) als Zeuge aussagen und sich selbst belasten, also sicherlich um ein Vielfaches teurer als jetzt.)


    Zum Ablauf:

    -- 1. Brief Herbst 2016

    -- seitdem keine Kostenerhöhung

    -- Vergleichsangebot -50% und Formel "sonst müssen wir außergerichtl. Einigung für gescheitert erklären" o.ä.



    Klingt vermutlich relativ banal, -- über eine Einschätzung würde ich mich allerdings freuen ...

    Danke!

  • wenn Du den Täter benennen kannst bist Du aus der störerhaftung raus. Interesssabt das WF gar nicht daran interessiert ist den Täter dranzubekommen, sondern stattdessen mal einfach 50% Rabatt gibt. Es geht halt nur um die Kohle, egal wie.

    Wenn Du Deiem Kumpel seinen Wunsch nach Ruhe erfüllen willst, solltest Du wohl auf den Vergleich eingehen. Wenn Du weniger bietest werden sie nämlich Deinen Kumpel drankriegen, und dann keine Veranlassung haben sich runterhandeln zu lassen.

  • Hey, danke für die schnelle Rückmeldung!


    Ja, ich wollte erstmal zeigen, dass ich als Störer nicht infrage komme. Dazu sagen sie aber natürlich, dass das vor Gericht erstmal als stichfest vorgetragen werden muss.

    Umgekehrt müssten sie ihm ja auch erstmal nachweisen, dass er es war und nicht ich als AI. Daher können sie ihn wohl nicht ohne weiteres verfolgen. Oder?! Nur auf Grundlage meiner außergerichtlichen Aussage ...?

    (Hätte gedacht, dass sie erstmal gegen mich vor Gericht müssten um ihn ranzukriegen. Gibt ja keine objektiven Anhaltspunkte.)


    Also die sind eher so auf dem Trip hängengeblieben, dass ich erstmal "beweisen" muss, dass er es war.

    Wundere mich aber, dass sie so auf schnellen Abschluss drängen.

    Und jedenfalls finde ich das immer noch zuviel, aber weniger geht wohl schlecht. (Ob aber 150 Euronen für die so einen Unterschied macht? Das wäre ja quasi der Aufwand für die ganze weiterführende Korrespondenz vor pot. Klageerhebung ... :-D )


    Wobei ihr allzu spottbilliges Vergleichsangebot jetzt hoffentlich noch nicht verfallen ist ...

  • Es sind keine Fälle bekannt, in denen Waldi das Verfahren nach der 3-jährigen (defakto 3.5 nach MB) Verjährung weiterbetrieben hat.

    Dazu nochmal mein Hinweis bzw. die Nachfrage aus meinem vorangegangenen Posting...

    Meines Erachtens ist genau das vor dem LG Köln am 17. Mai d. J. geschehen.


    [...]


    Vgl. https://news.waldorf-frommer.d…hren-erst-nach-10-jahren/

    Das dürfte doch genau so ein Fall sein, in dem WF das Verfahren weiterbetrieben hat, unabhängig von den eigenen Abmahnkosten...

  • Dazu nochmal mein Hinweis bzw. die Nachfrage aus meinem vorangegangenen Posting...

    Das dürfte doch genau so ein Fall sein, in dem WF das Verfahren weiterbetrieben hat, unabhängig von den eigenen Abmahnkosten...

    Die Verjährung tritt nicht automatisch in Kraft, man muss sich schon drauf berufen. Insofern ist es also nicht ratsam, eine Forderung, die reinzeitlich gesehen verjährt wäre, einfach zu ignorieren, ohne irgendwas unternommen zu haben. Anders ausgedrückt: Solange der Abgemahnte nicht drauf hinweist, dass die Forderung verjährt ist, kann der Abmahner fröhlich weiterfordern.

  • Die Verjährung tritt nicht automatisch in Kraft, man muss sich schon drauf berufen. Insofern ist es also nicht ratsam, eine Forderung, die reinzeitlich gesehen verjährt wäre, einfach zu ignorieren, ohne irgendwas unternommen zu haben. Anders ausgedrückt: Solange der Abgemahnte nicht drauf hinweist, dass die Forderung verjährt ist, kann der Abmahner fröhlich weiterfordern.

    Darum geht es ja nicht. Es ging um die Aussage von WaldiWurst , dass keine Fälle bekannt seien, in denen WF nach Verjährung der Abmahnungskosten (3 Jahre) noch auf Lizenzschadensersatz (10 Jahre) geklagt habe. Das ist mit der Klage vor dem LG Köln aber schlicht falsch, denn dort hat WF genau das getan, bzw. hat es bereits in der erstinstanzlichen Klage vor dem AG Köln getan...