Abmahnung Waldorf Frommer

  • Vielen Dank für diese schnelle Rückmeldung. Mal angenommen ein Gerichtsverfahren kommt für mich nicht in Frage. Dann zahle ich doch also früher oder später. Glaubt ihr nicht als "Frühverhandler" kann man eine bessere Quote erzielen? Ist denn die Wahrscheinlichkeit für "gar nicht Zahlen" ausreichend hoch, als dass es sich lohnen würde es drauf ankommen zu lassen?

    Laut Medienberichten und früheren Diskussionen haben WF mal über 100000 (5 Nullen!) Abmahnungen pro Jahr verschickt.


    Dies ist ein Kuchen, von dem viele Anwälte leben - die von WF und die der "wir machen das für dich". Zudem gibt es jetzt noch Mediatoren: Wir reichen dein Geld an WF weiter und behalten etwas davon.


    Es kostet WF Zeit und Geld, Gerichtsverfahren durchzuziehen. Durch die veränderte Gesetzeslage sind die Erfolgsaussichten nicht (mehr) gut. Für viele Abgemahnte ist daher der gerichtliche Mahnbescheid der letzte Brief. Bis dahin können WF automatisieren, anschließend erfordert es Arbeitskraft und Vorleistungen. Daher kommen nur ganz wenige Verfahren vor Gericht.


    Aussitzen ist daher recht gut. Zur Not später, vor einem Gerichtstermin, kannst du immer noch bezahlen.

  • vielen Dank für eure Meinungen.


    wie seht ihr denn den wirtschaftlichen Aspekt? Vielleicht habe ich Glück und komme mit 0€ davon, wenn es in die Verjährung geht. Aber falls nicht ließe sich die Sache heute mit 500-900€ klären, oder später vor Abwendung eines Verfahrens doch eher mit 900-2000€. Gibt es Erfahrungswerte von Betroffenen die sich erst im letzten Schritt außergerichtlich geeinigt haben?


    Und aus dem "Inkasso-Weg" bin ich auch noch nicht ganz schlau geworden. Was ist wenn WF die Sache an Inkasso abgibt? Ich ignoriere bzw. widerspreche deren Forderungen ebenfalls, bis es am Ende ggf. zu einem MB kommt, welchem ich ebenfalls widerspreche und hoffe dann auf "kein Verfahren / Verjährung"? Wenn es dann doch zu einem Verfahren kommt, trage ich dann zu der ursprünglichen Forderungen zusätzlich noch Inkassogebühren o.ä., wie hoch könnten diese sein?

  • Nachdem man ne mod.UE verschickt hat, muss man sich im Fall 'Nichtzahlen' mehrer Fragen stellen.

    (1) Hab ich genung Nerven/Eier die Briefpost der kommenden Jahre zu ertragen?

    (2) Was ist die für mich kostengünstigste Lösung, um es zu beenden?

    (3) Und zuletzt, ist vllt. die Abmahnung gar unbegründet und ich habe Beweise, um gegen zu halten


    (zu 1) Abgesehen davon, dass ich es persönlich nicht besonders störend finde, wenn man aller Monate mal einen Brief in seinen persönlich angelegten Abmahnordner abheftet. Nach der Abmahnung selbst, muss nämlich erst bei einem gerichtlichen Mahnbescheid reagiert werden (erfahrungsgemäß nach zwei bis drei Jahren)


    (zu 2) Am kostengünstigsten ist natürlich Null Euro (abgesehen vom Porto für die modUE). Die Variante ist aber die, die mit dem höchsten Risiko verbunden ist. Einerseits fordert es Durchhaltevermögen über Jahre hinweg, andererseits ist ein Bezahlen vor Gerichtsverfahren nicht ausgeschlossen. Dazwischen (zeitlich) kann man immer noch in Verhandlung gehen und einen Deal abschließen. Allerdings erfährt man dann nie, ob man evtl. wirklich mit Null aus der Sache rausgekommen wäre.


    (zu 3) Wenn du dir deiner Sache sicher bist, entspanne dich und beauftrage einenn Anwalt, wenn eine Klageschrift eintrifft

  • 1x Waldi von 2011..Mahnbesvheid kam nun 2019..ein Kreuz bei ich bin unschuldig und zurück per Einschreiben mit Rückschein, das, war in Oktober 2019..bis jetzt nichts wieder bekommen, möge das so bleiben.. Ist aber schon nervig über die Jahre hinweg gewesen.. Aber über die Jahre sind immer wieder neue Bettelbruefe gekommen mit Forderungen zw. 250 und 1200€ bzw. Androhung dass es einen Eintrag in die Schufa gibt, nix ist passiert, das sind Gauner in meinen Augen... Noch abwarten bis Ende 2021 dann ist es verjährt. Hätte 5 Jahre zwischendrin jetzt Ruhe gehabr bis 2019 ein Brief wieder kam, ich ging davon aus dass nur 3 Jahre Verjährung sind aber da gehen meine und Waldus Ansichten auseinander.. hoffe jetzt bis Ende 2021 das das endlich sein Ende nimmt...

  • Vielen Dank für eure wertvollen Rückmeldungen, es hilft ungemein eine Entscheidung zu fällen.


    Ich hätte noch zwei Fragen zum Mustervergleich den ich im Download-Bereich gefunden habe:

    - dort ist vermerkt "Die geforderte strafbewehrte Unterlassungserklärung lege ich dem Schreiben als Anlage anbei.". Sie ist grau, d.h. ich könnte es ersetzen durch "Eine modifizierte Unterlassungserklärung lege ich bei." (oder gar nichts, weil ich sie vormals bereits übermittelte). Warum aber ist in der Mustervorlage zunächst die strafbewehrte UE genannt? Habe ich damit bessere Chancen auf einen günstigen Vergleich?

    - kann man davon ausgehen, dass Waldi auf ein "eigenmächtiges" Vergleichsangebot (d.h. ohne anwaltliche Unterstützung) anders reagiert, als eines was von einem Anwalt ausgestellt wurde?


    @hofi: es ist jedenfalls interessant zu wissen, dass über die Jahre richtige Schnäppchenangebote von WF unterbreitet werden (können). Bei 250€ würde ich direkt zuschlagen! ;-)

  • Abmahnung wie es WF betreiben ist ein Massengeschäft. Es geht darum, mit möglichst wenig Aufwand, möglichst Viele zur Zahlung zu bewegen. Die Gerichtsverfahren sind nette PR, um im Gedächtnis zu bleiben.


    Jeder muss das für sich selbst entscheiden. WF haben keine modUE von mir bekommen. Deren letztes Schreiben war der gerichtliche MB, dann war Ruhe. Meine Chancen habe ich als recht gut eingeschätzt, da ich weder Täter bin, mich auch nicht als Störer fühle.

  • ... so langsam bekomme ich fast Lust einfach eine mod.UE abzugeben und dann Kaffee trinken zu gehen.


    Wenn ich also alles aus Einleitung und HowTo richtig verstanden habe, würde ich fortan eine minimale Belästigung im Briefkasten erdulden müssen. Ggf kommt zwischendurch ein günstiges Angebot welches mir zusagt. Falls nicht käme dann irgendwann ggf. der MB (ausgehend von WF oder Inkasso?) dem ich ebenfalls widerspräche. Wenn ich dann Glück habe kommt nichts mehr, wenn ich Pech habe, wollen Sie vor Gericht. Weil ich dann keine Lust auf Gericht hätte, würde ich versuchen mich noch außergerichtlich zu einigen (wahrscheinlich dann teurer als jetzt).


    Wäre das halbwegs korrekt zusammengefasst, oder habe ich irgendwelche Eventualitäten nicht Bedacht?

  • Hallo zusammen!


    Vorab: Sorry, dass ich fragen stelle, die wahrscheinlich schon oft genug beantwortet wurden, aber man hört meistens so unterschiedliche Sachen, dass man keinen klaren Gedanken fassen kann. Ich hätte gerne einen Rat, oder bestenfalls mehrere, die auf meine konkrete Situation angepasst ist.


    Wir hatten soeben eine Abmahnung von Waldorf Frommer erhalten. 915€ für einen Film. Ich bin nicht der Anschlussinhaber, aber der Täter, der versucht hat, sich den Film anzuschauen. Dass ich aus der Nummer komplett rauskomme, ist also ausgeschlossen, da logischerweise keine Unschuld bewiesen werden kann, da ich es ja getan habe.

    Das Strafmaß finde ich aber völlig übertrieben, vor allem da ich nur "versucht" hatte, den Film anzuschauen. (Weil er zu langsam geladen hat, hab ich den vermeintlichen Stream sofort wieder abgebrochen.) Deswegen handelt es sich bei der Download-Angebotszeit auch nur um wenige Sekunden. (Ich hab aber bereits gehört, die geringe Dauer spiele keine Rolle und sei kein Argument).

    Die 915€, bzw. 700€ Schadenersatz will ich aber trotzdem nicht auf mir sitzen lassen. Ich habe mehrfach gelesen, dass man eine modifizierte Unterlassungserklärung rechtzeitig zurückschicken soll. Das werde ich wohl auch machen, aber was die Bezahlung betrifft, habe ich auch gelesen, man könne einfach "abwarten" bis WF einem günstigere Angebote macht und dann zuschlagen. Oder dass man 2 Jahre nichts mehr von denen hören würde, bis es kurz vor der Verjährung dann aber "ernst wird".

    Was stimmt denn davon?


    Meine Fragen sind also:

    • Wenn man Täter ist, lässt sich an dem Preis dann überhaupt noch was machen?

    • Welche Preissenkungen sind realistisch?

    • Spielt die geringe Download-Angebotszeit eine Rolle?

    • Wenn ich zahlungsunfähig bin, da ich Arbeitslosengeld II beziehe, hat man dann möglicherweise etwas Nachsicht mit mir?

    • Ist es weitestgehend sicher, erstmal nichts zu zahlen, obwohl das Geld innerhalb von 2 Wochen (laut Abmahnung) überwiesen sein soll?

    • Wa passiert dann? Bekomme ich bessere Angebote oder drohen dann noch höhere Kosten?

    • Soll ich die mod. UE von einem "Experten" schreiben lassen (den ich bezahlen muss), soll ich mir ein Muster als Vorlage holen, oder einfach eine UE auf eigene Faust schreiben?


    Aber ganz allgemein:

    Kann mir jemand Anweisungen geben? Sagen, was die beste Vorgehensweise wäre, wenn ich so günstig, aber auch so risikofrei wie möglich aus der Nummer herauskommen will?


    Liebe Grüße und vielen Dank schonmal!

  • Internetsuche nach "Waldorf Frommer Aktenzeichen"
    Deren AZ ist aus Jahreszahl und lfd Nummer

    kannste das bitte mal für mich erledigen?

    Ich bin da nicht so ´affin´

    bitte bitte nur einen Link der das

    Laut Medienberichten und früheren Diskussionen haben WF mal über 100000 (5 Nullen!) Abmahnungen pro Jahr verschickt.

    bestätigt.

    Ich lege dabei auch nicht so viel wert auf die 1 Null rauf oder runter.

    Nullen sind ja eh nix wert.

  • Ich bin nicht der Anschlussinhaber, aber der Täter, der versucht hat, sich den Film anzuschauen. Dass ich aus der Nummer komplett rauskomme, ist also ausgeschlossen, da logischerweise keine Unschuld bewiesen werden kann, da ich es ja getan habe.

    Das ist schon eine falsche Annahme. Nicht du musst deine Unschuld beweisen, sondern W+F muss deine Schuld beweisen bzw. den Richter von deiner Schuld überzeugen.
    Jetzt gibt es eine sogenannte Täterschaftsvermutung des Anschlussinhabers. In welchem Verhältnis du zu dem stehst, hast du nicht gesagt.

    Der Anschlussinhaber sagt nun: "Ich war's nicht. Zum fraglichen Zeitpunkt hatten a, b, c und du Zugang zu meinem Internetzugang und Gelegenheit, die Urheberrechtsverletzung zu begehen. Beweis: Zeugnis von a, b, c und dir"

    a, b, c und du würden dann in einem Gerichtsverfahren als Zeugen gehört. W+F wird sich vorgerichtlich nicht an diese wenden. Im Verfahren werden alle bestätigen, zum fraglichen Zeitpunkt den Internetanschluss genutzt zu haben. Auf die Frage, ob die Rechtsverletzung begangen worden ist, verweigert jeder der 4 die Aussage mit dem Hinweis, sich nicht selber belasten zu wollen => Viel Spaß beim Herausfinden des Täters und Beweisen der Schuld.


    Bei so einer Konstellation lässt sich W+F mit Sicherheit nicht auf ein Gerichtsverfahren ein. Die Chance, das zu verlieren ist viel zu hoch für sie. W+F ziehen nur vor Gericht, wenn Sie im vergerichtlichen Schriftverkehr Lücken in der Verteidigungsstrategie des Abgemahnten finden. Deshalb ist der beste Rat, so wenig Schriftverkehr wie nötig mit denen zu haben. Widersprich der Abmahnung, deute an, dass zum fraglichen Zeitpunkt mehrere weitere Personen Zugriff auf den Anschluss hatten und Mittel und Gelegenheit zur Urheberrechtsverletzung. Mehr nicht.

  • ... so langsam bekomme ich fast Lust einfach eine mod.UE abzugeben und dann Kaffee trinken zu gehen.


    Wenn ich also alles aus Einleitung und HowTo richtig verstanden habe, würde ich fortan eine minimale Belästigung im Briefkasten erdulden müssen. Ggf kommt zwischendurch ein günstiges Angebot welches mir zusagt. Falls nicht käme dann irgendwann ggf. der MB (ausgehend von WF oder Inkasso?) dem ich ebenfalls widerspräche. Wenn ich dann Glück habe kommt nichts mehr, wenn ich Pech habe, wollen Sie vor Gericht. Weil ich dann keine Lust auf Gericht hätte, würde ich versuchen mich noch außergerichtlich zu einigen (wahrscheinlich dann teurer als jetzt).


    Wäre das halbwegs korrekt zusammengefasst, oder habe ich irgendwelche Eventualitäten nicht Bedacht?

    Ich hab in 2010 und 2011 unzählige Abmahnungen von verschiedenen Rechteinhabern und diversen Abmahnanwälten erhalten (mehr als 20 Stück, hab einen ganzen Ordner voll der fast nicht mehr zu geht) und nur mit mod. UE reagiert und ansonsten die Füße stillgehalten. Als finanzielles Polster für den "Worst-Case" habe ich mir jeden Monat einen Betrag X EUR zur Seite gelegt. Bei nicht einer Abmahnung kam es seitdem zu einen vor Ort Termin bei Gericht. Eine Klageschrift wurde vor dem Termin von der Gegenseite zurückgezogen (habe mich im schriftlichen Vorverfahren selbstverteidigt). Von dem monatlich angesparten Sümmchen kann ich einen schönen Urlaub machen.

    Das gleiche vorgehen würde ich dir auch empfehlen.
    Stay strong!

  • Ich hatte geschrieben "Laut Medienberichten und früheren Diskussionen haben WF mal über 100000 (5 Nullen!) Abmahnungen pro Jahr verschickt."


    Hierzu ein paar Links mit entsprechender Nennung der Zahl:

    Hier heisst es 60-70 Tausend:

    https://www.derwesten.de/leben…en-sollte-id10877112.html


    Ich kann das nicht belegen, aber wird können ja mal ein Experiment machen. Wenn ihr für einen Rechteverstoss im November / Dezember eines Jahres eine Abmahnung erhalten habt und die Zahl xxxxxx aus dem Aktenzeichen der Form JJPPxxxxxx größer als 100000 ist, macht entweder ein Like oder kommentiert.