Abmahnung Waldorf Frommer

  • Bei mir wurde jetzt am Dienstag die Abgabenachricht an das Streitgericht gesendet. Da ich bisher bei WBS war (damals noch mit Beratungshilfschein) muss ich mir wenn/sobald es zu ein Gerichtsverfahren kommt einen neuen Anwalt suchen. Von WBS wurde die Kanzlei von Himmelreither empfohlen, welche wohl seit etwa einem halben Jahr mit WBS zusammenarbeiten, weil WF mehr klagt(?).


    Frage: Ergibt das Sinn oder sollte ich mir eher einen Anwalt aus der Nähe suchen (der natürlich trotzdem etwas spezialisiert sein sollte)? Wohne weit von Köln weg.

    Zwei weitere Fragen: Wurde die Abgabe vom Mahngericht oder WF initiiert? Mir wurde in der Mail geschrieben das es sich bei der Abgabenachricht um ein automatisiertes Verfahren des Mahngerichts handelt, aber da der Mahnbescheid bei mir schon über ein halbes Jahr alt ist kann es sich ja kaum um ein Automatisiertes verfahren handeln? Wie sieht es mit fristen aus, sowohl bei mir als auch bei WF? Müssen/werden WF jetzt innerhalb von zwei Wochen Klage einreichen?

  • Bei mir wurde jetzt am Dienstag die Abgabenachricht an das Streitgericht gesendet. Da ich bisher bei WBS war (damals noch mit Beratungshilfschein) muss ich mir wenn/sobald es zu ein Gerichtsverfahren kommt einen neuen Anwalt suchen. Von WBS wurde die Kanzlei von Himmelreither empfohlen, welche wohl seit etwa einem halben Jahr mit WBS zusammenarbeiten, weil WF mehr klagt(?).


    Frage: Ergibt das Sinn oder sollte ich mir eher einen Anwalt aus der Nähe suchen (der natürlich trotzdem etwas spezialisiert sein sollte)? Wohne weit von Köln weg.

    Zwei weitere Fragen: Wurde die Abgabe vom Mahngericht oder WF initiiert? Mir wurde in der Mail geschrieben das es sich bei der Abgabenachricht um ein automatisiertes Verfahren des Mahngerichts handelt, aber da der Mahnbescheid bei mir schon über ein halbes Jahr alt ist kann es sich ja kaum um ein Automatisiertes verfahren handeln? Wie sieht es mit fristen aus, sowohl bei mir als auch bei WF? Müssen/werden WF jetzt innerhalb von zwei Wochen Klage einreichen?

    Siehe die Hinweise der Gerichte zum Ablauf des Mahnverfahrens und wie die Abgabe erfolgt. WF haben sich entschieden zu klagen und die notwendigen Vorabzahlungen getätigt. Da sie bezahlt haben, werden sie das Verfahren also durchführen. WF hat das also angestoßen.


    Erst wenn die Klageschrift bei dir angekommen ist, laufen die Fristen (ich will mich verteidigen, hier ist meine Stellungnahme). Bei WF gibt es meines Wissens nach ausser der Verjährung keine Frist, um die Klageschrift einzureichen.


    Von wann (ganz grob) ist der abgemahnte Tatzeitpunkt?

  • Hallo liebe User,
    mein Name ist Tom und ich wurde 2013 von W&F für einen Film abgemahnt. Damals nen Anwalt eingeschaltet und gehofft das es verjährt. Jetzt ist vor nem Monat ein Mahnbescheid gekommen dem ich aber Widersprochen habe... ich zahle die Schadenersatzsumme aber jetzt um Ruhe zu finden.
    Angenommen damals wurden über meine IP mehr Filme geladen was gut sein kann, können die jetzt (vermutlich ja) gute 8 Jahre danach noch mit Abmahnungen kommen von denen ich nichts weiß?
    Wie sind die Erfahrungen?

    Grüße aus dem Saarland,
    Tom

  • Ein Mahnbescheid nach all den Jahren? Was wurde denn gemahnt, auch Anwaltskosten?


    Abmahnungen für "Sharing" aus 2013 sollte es nicht mehr geben. Die Abmahner müssen einen gewissen Verfolgungswillen zeigen, schließlich wollen sie ja nicht, dass ihr Werk illegal verbreitet wird. Eine Verzögerung von mehreren Monaten gilt schon als Gegenanzeige eines Verfolgungswillens.


    Was würdest du denken, wenn 5 Jahre nach einem Falschparken noch ein Knöllchen käme?

  • Die Hauptforderung Schadensersatz, Verfahrenskosten (Gerichtskosten/Rechtsanwaltskosten) sowie die Zinsen. Alles knapp über 1000 zusammen.
    Ich hab echt gedacht da kommt nix mehr, hatte damals auch nur die Abmahnung bekommen und seitdem nichts mehr. OK kann sein das des der damalige Anwalt bekommen hat.


    Ich würde zur Polizei gehen und sagen der war gut, 5 Jahre danach nen Zettel bekommen ;)
    Aber wir wissen ja das da Anwälte anders sein können.

    LG
    Tom

  • Warum jetzt zahlen? Warum W&F es so leicht machen? Genau das hält diese Blutsauger doch am Leben...


    Falls wirklich eine Klage kommt, kannst du immer noch vergleichen.

    Hier ist allerdings Vorsicht geboten. Ich hatte genau denselben Plan, hatte aber nach Eingang der Klagebegründung die 14Tage-Frist verpasst für den Einspruch, da ich abwesend war und keinen Zugriff auf meine Post hatte. Ich habe zwar parallel auch mit W&F einen Vergleich ausgehandelt, aber es wurde trotzdem direkt nach Ablauf der Frist ein Versäumnisurteilt vom Amtsgericht gesprochen :(

    Dadurch wird es nochmal ein gutes Stück teurer, als der Last-Minute Vergleich. Ich werde zwar selbst Einspruch einlegen gegen das Versäumnisurteil, rechne mir aber keinerlei Chancen ein. (Ich mache das mehr für mich selbst, weil ich diese Anwälte und ihr ekelhaftes Geschäftsmodell unglaublich verachte und ich immer noch fassungslos bin, dass der deutsche Rechtstaat diese Machenschaften auch noch unterstützt...)

    Daher mein Rat, wenn man diesen Weg gehen möchte: Wenn bis zur Klagebegründung gewartet wird, dann SOFORT reagieren und dafür sorgen dass man in diesem Zeitraum auch das Schreiben empfangen kann. (In meinem Fall ca. 3 Wochen nach Erhalt der Eingangsnachricht) Oder aber, besser noch einen Vergleich schon vorher anfragen und dann bestätigen sobald die Klageschrift da ist.

  • Zwischen gerichtlichem Mahnbescheid und der Klageschrift liegt bei vielen noch die Abgabenotiz des Mahngerichtes. Schon da solltet ihr aktiv werden.

    Stimmt, das würde ich so unterschreiben. Ich hatte allerdings noch die Resthoffnung, dass die Klage abgewiesen wird, bzw. dass es mit dem Vergleich sowieso noch reichen wird. Allerdings sind die Fristen dann teilweise wirklich sehr knapp bemessen. "Zum Glück" hat sich bei mir dann aber tatsächlich die Frist mit der Nachricht von W&F ans Amtsgericht überschnitten. Somit hat der Richter/Sachbearbeiter selbst das Versäumnisurteil teilweise aufgehoben. Wenn ich jetzt noch Einspruch erhebe kann ich dem großartigen Vergleich noch zustimmen. Es geht also mit etwas Nerven noch in allerletzter Sekunde, wirklich billig ist es aber leider nicht. Bin also immer noch unzufrieden, aber zumindest komme ich nun ein paar hundert € günstiger davon als mit dem Versäumnisurteil...

  • Hallo,

    danke für dieses Forum und die zahlreichen Beiträge. Ich habe mich ein bisschen eingelesen aber natürlich nicht im vollen Umfang.

    Meine Mutter (AI) hatte im Juli 2014 auch eine Abmahnung von WF bekommen. Damals hatten wir ebenfalls einen Anwalt eingeschaltet. Eine UE wurde nicht abgegeben. Seit dem kam nichts mehr bis letzte Woche ein gerichtlicher Mahnbescheid zu über 1100€ ankam.

    Wie ich gelesen habe, sollte auf jeden Fall der Widerspruch insgesamt eingelegt werden. Grundsätzlich wären wir zu einem Vergleich bereit um die Sache abzuschließen.

    Der Anwalt von damals wurde kontaktiert, rät aber auch zum Vergleich für 200€ Gebühr. Das sehe ich aber nach den Kommentaren hier nicht ein. Dann würde ich mich eher selber mit WF in Verbindung setzen und etwas aushandeln.

    Wäre es wirtschaftlich ratsam erstmal den Widerspruch einzulegen und dann abzuwarten? Oder erhöhen sich mit dem nächsten Schreiben die Kosten deutlich? Dann kann man aber auch noch einen Vergleich aushandeln so wie ich gelesen habe?

    Ich möchte nur vermeiden, dass in 2 Wochen ein neues Schreiben kommt und die Gerichtskosten durch den Widerspruch oder sonstiges deutlich gestiegen sind. Vielleicht kann da jemand eine Einschätzung geben.


    Vielen Dank im Voraus

  • Also....

    bei mir gibt es Neuigkeiten...

    Kurz nochmal zum Sachverhalt:


    Erste Abmahnung Oktober 2018 und bis zum Juni 2020 die üblichen Bettelbriefe.

    Juni kam dann vom AG Coburg der Mahnbescheid und im September der Vollstreckungsbescheid. Auf beide konnte ich nicht reagieren da der Anschluss sich in meiner Zweitwohnung befindet. Diese nutze ich unter der Woche wenn ich arbeite. Aufgrund des aufgezwungenen "Homeoffice" befand ich mich in meiner primären Meldeadresse und konnte auf die zwei Briefe vom AG Coburg nicht reagieren. Als ich im Oktober wieder zur Arbeit musste, bemerkte ich die beiden Schreiben und habe verspätet Einspruch eingelegt. Zusätzlich den Antrag in die Versetzung in den vorherigen Stand.

    Das ganze wurde dann an das zuständige AG Stuttgart abgegeben.


    Heute kam es zur Verhandlung:



    Grundsätzlich hat der Richter mir zugestimmt und meinte das er eher dazu tendiert dem Antrag stattzugeben. Zusätzlich wurde ich zum eigentlichen Vorfall des Filesharings befragt. Ich konnte glaubhaft schildern dass es noch eine weitere Person zum besagten Zeitpunkt gab, die auf das WLAN zugriff hatte. Diese Person lebt in einem nicht EU Land. Die Angaben & Nachforschungen die ich anstellen konnte, habe ich vor Gericht dargelegt. Der Richter tendierte auch hier zu meiner Seite. WF wurde in Stuttgart durch einen beauftragen Anwalt vertreten. Letzten Endes hat der Richter vorgeschlagen einen beidseitigen Vergleich anzustreben. 500€ + Kosten für das Verfahren 50/50. Dies jedoch können beide Seiten binnen 3 Wochen widerrufen falls die jeweilige Seite nicht mit dem Vergleich einverstanden ist. (Der Vertreter wusste nicht ob WF mit diesem Vergleich einverstanden ist.) Ich für meinen Teil überlege es mir auch weiter zu machen da ich plausibel belegen konnte dass die besagte Person zugriff auf das WLAN hatte und wahrscheinlich auch den FIlm verbreitet hat (Hashfile wurde "gegoogelt" und ergab einen Treffer für eine russisch Sprachige Torrent Seite) Nett war ebenfalls dass weder der Richter noch der Vertreter von dieser Methode was wussten. Somit könnte ich jetzt entweder mit 586€ gesamt Kosten verabschieden oder aber versuchen komplett straffrei aus der Nummer rauszukommen. Der Vertreter war jedoch der Meinung dass es noch nicht zu 100% Sicher ist dass bei der nächsten Verhandlung das Vollstreckungsbescheid in den vorherigen Stand versetzt wird oder nicht. Gegebenenfalls könnte ich den Prozess verlieren und müsste dann die vollen 1400€ + Gerichtskosten bezahlen. Selbst wenn die Vollstreckung in den vorherigen Stand versetzt wird, wird noch der eigentliche Prozess auf mich zukommen. Sprich diesen könnte ich noch auch verlieren (Ich konnte zwar den Namen und die Passnummer der Personen benennen aber habe keine Anschrift). Dies wäre dann noch etwas teurer da bereits der dritte Termin bei Gericht. Zum Schluss meinte der Richter dass er an meiner Stelle die 500€ Bezahlen würde damit da jetzt Ruhe ist :D


    Ich erwiderte dass mir die 500€ jedenfalls mehr weh tun als Ihn und deswegen könnte er nicht von anderen ausgehen :) Selbst er musste da schmunzeln. Jedenfalls bin ich jetzt noch unentschlossen ob ich jetzt klein beigebe oder weiter machen soll !


    Daher rate ich jeden der es irgendwie halbwegs beweisen kann dass es noch dritte gab die Zugriff auf das WLAN hatte, es drauf ankommen zu lassen ! Selbst im Gericht sind dann niedrige Vergleiche noch möglich. Wer jedoch kein Bock hat sich rumzuschlagen oder nicht beweisen kann dass es noch dritte gab, sollte den frühen Vergleich anstreben und ca. die 400-600€ anpeilen. Eine UE habe ich keine abgegeben und dies wurde selbst im Gericht nicht gefordert. Nachteil ist natürlich jetzt dass WF eine Angriffsstrategie ausarbeiten kann, falls sie nicht mit den 500€ zufrieden sind.


    Übrigens kam ich soweit ohne jegliche bezahlte anwaltliche Unterstützung ! Daher würde ich für vergleiche auch keine Anwälte beauftragen da diese selber ein Teil dieses miesen Geschäftes sind.


    Viele Grüße

  • Guten Tag zusammen.

    Ausgangssituation: Mir ist die Tage ebenfalls ein netter, gelber Umschlag aus Coburg in den Briefkasten geflattert und ich staunte nicht schlecht, als ich gesehen habe, dass der Mahnbescheid von März 2019 ist.

    Zu dem Zeitpunkt wohnte ich bereits woanders, weshalb dieser nie bei mir ankam. Jetzt sehe ich, dass der Neuzustellungsantrag im März 2021, also zwei Jahre später, gestellt wurde. Die Hauptforderung stammt hingegen vom Mai 2016.

    Ich habe versucht mich durch diesen großartigen Thread zu kämpfen, aber auf so einen Fall bin ich bisher noch nicht gestoßen. Ist der Mahnbescheid überhaupt wirksam? Müsste nicht ein neuer aufgelegt werden? Und rein theoretisch wären die Anwaltskosten jetzt ja nicht mehr gültig (nach 3 Jahren verjährt, richtig?) Ganz davon abgesehen, dass ich mich nicht daran erinnere, jemals Post bezüglich einer Klagevorbereitung bekommen zu haben - vermutlich wurde auch hier kein Neuzustellungsantrag gestellt.

    Meine Frage wäre nun zudem, da ich eine Verhandlung definitiv verlieren würde: Wie würdet ihr euch nun am besten verhalten? Bis zu einer Verjährung ist ja doch noch etwas hin, andererseits bin ich auch etwas trotzig, da die 2 Jahre gebraucht haben, um sich um die Zustellung des Mahnbescheides zu kümmern.

    Meine Idee wäre, dass ich daher morgen mal anrufe und einen Vergleich aushandel, auch wenn ich da vermutlich nicht mehr viel Geld spare. Muss ich dann trotzdem den Widerspruch losschicken?

    Viele Grüße und Danke für die Hilfe!

  • Auf jeden Fall rechtzeitig widersprechen. Für ein Beispiel der Neuzustellung, schau mal hier.


    Ob du einen Vergleich anstrebst, musst du selbst entscheiden. Ich würde erst einmal den weiteren Verfahrensgang abwarten. Vermutlich bekommst du vor einer Klageschrift erst noch eine Abgabenotiz an das zuständige Gericht. Bis dahin kann es noch dauern, eventuell kommt da auch nichts mehr. Für viele hier im Forum ist nach dem Widerspruch schluss. Denn da kostet es auch WF Zeit und Geld.

  • Auf jeden Fall rechtzeitig widersprechen. Für ein Beispiel der Neuzustellung, schau mal hier.


    Ob du einen Vergleich anstrebst, musst du selbst entscheiden. Ich würde erst einmal den weiteren Verfahrensgang abwarten. Vermutlich bekommst du vor einer Klageschrift erst noch eine Abgabenotiz an das zuständige Gericht. Bis dahin kann es noch dauern, eventuell kommt da auch nichts mehr. Für viele hier im Forum ist nach dem Widerspruch schluss. Denn da kostet es auch WF Zeit und Geld.

    Danke dir für deine rasche Rückmeldung.

    Ich habe halt, wie so viele natürlich auch Bammel, da ich es keinesfalls auf eine Gerichtsverhandlung ankommen lassen möchte.


    Also könnte man im Zweifel noch immer einen Vergleich anstreben, selbst wenn die Abgabenotiz hier eintrudeln würde bzw. eine Klageschrift?! Dann würde ich womöglich doch nach Abschicken des Widerspruchs erst einmal abwarten. Nur die Klage verlieren und alle Kosten übernehmen, könnte ich als Student nicht stemmen.


    Aber nochmal: Große Klasse, dass es dieses Forum gibt.

  • Hallo zusammen,

    ich habe mich bereits vor 2 Jahren an Euch gewandt und mich nach Euren Empfehlungen gerichtet. Damals habe ich eine Abmahnung erhalten, worauf ich die mod. UE eingeschickt habe. Es folgten Bettelbriefe und jetzt war über ein Jahr Ruhe. Heute kam jedoch der Mahnbescheid. Ich habe mich wieder etwas eingelesen und folgere daraus, dass ich am besten Widerspruch einlegen und weiter warten soll. Zumindest wäre das die gängigste Methode, soweit ich das verstanden habe.

    Ich möchte alles richtig machen und wollte fragen, wie ich den Widerspruch am besten einschicken soll. Wieder Einschreiben mit Unterschrift/Rückschein? Muss ich noch was beachten?

    Vielen lieben Dank für Eure Hilfe.


    Viele Grüße

    Blume