Abmahnung Waldorf Frommer

  • Andererseits hat man den Schadensersatz höher gesetzt, um den Ausfall an RA-Kosten zu kompensieren (böse Unterstellung).


    Naja...wie bei jeder Unterstellung dürfte da wohl ein Fünkchen Wahrheit dran sein. Disher haben die Abmahner ja gerne kurz vor Ablauf der 3jährigen Verjährungsfrist den [lexicon]MB[/lexicon] rausgehauen,um eine [lexicon]Verjährung[/lexicon] zumindest aufzuschieben. Durch das Mai-Urteil des [lexicon]BGH[/lexicon] könnten sie es sich zukünftig einfacher machen,indem sie tatsächlich die RA-Kosten in Richtung Schadensersatz "verschieben" und sparen sich so zumindest den [lexicon]MB[/lexicon]. Anders gesagt: auf dem Papier arbeitet der Rechtsanwalt künftig für den sprichwörtlichen "Appel und ´n Ei" und bekommt dafür seinen Anteil an den Lizenzkosten ab. Fragt sich nur, was das RVG davon hält, wenn ein [lexicon]Anwalt[/lexicon] offiziell für ein Butterbrot arbeitet.

  • Fragt sich nur, was das RVG davon hält, wenn ein [lexicon]Anwalt[/lexicon] offiziell für ein Butterbrot arbeitet.

    Tut er nicht. Ein [lexicon]Anwalt[/lexicon] darf von seinem Mandanten immer mehr verlangen als ihm gesetzlich zusteht.
    Beschränkt sich wie hier gesetzlich normiert der Ersatz der erforderlichen Aufwendungen, kann er neben dem Ersatz den der Mandant vom Abgemahnten bei einer berechtigten Abmahnung erhält - vom Mandanten mehr verlangen.


    Andererseits müssen wir bedenken, dass eine Kanzlei wie Waldorf-Frommer mit zB 60 000 Abmahnungen pro Jahr dann immer noch (zum Beispiel) 12.900.000,00€ (1,3-Gebühr aus 1.600,00) kreiert. Es kämen dann (zum Beispiel) noch Schadensersatzforderungen iHv. 24.000.000,00€ hinzu, sodass der Pool bei 36.900.000,00€ liegen würde. Da gehe ich mal davon aus, dass man auch ganz ohne Trickserei einen ordentlichen Schntt machen kann. Geht doch heutzutage alles ganz maschinell... :D

  • kleine Korrektur: Unsere Abmahnung ist datiert auf Ende Oktober.

    Dann sollte sie jedenfalls unter das neue Gesetz fallen. Bleib uns also bloß erhalten! Denn Du bist ein recht seltenes Exemplar. :)

    Kann er Kläger die Schadensersatz-Summe einfach willkürlich erhöhen, sofern er dem Gegner schon eine Zahl genannt hat?

    Klar. Warum nicht? Vgl. [lexicon]BGH[/lexicon] - "Tannöd" - Dort hatte Waldorf-Frommer in der Abmahnung 450,00€ verlangt. Dann im [lexicon]Mahnbescheid[/lexicon] 600,00€. 600,00€ ging durch.

  • Klar. Warum nicht? Vgl. [lexicon]BGH[/lexicon] - "Tannöd" - Dort hatte Waldorf-Frommer in der Abmahnung 450,00€ verlangt. Dann im [lexicon]Mahnbescheid[/lexicon] 600,00€. 600,00€ ging durch.

    Faszinierend. Das macht die absolute Willkür nochmal deutlich. In meinem Fall steht auf dem [lexicon]Mahnbescheid[/lexicon] die höhere Summe mit dem Datum der niedrigeren aus der Abmahnung. Das erscheint mir nicht korrekt und sieht klar danach aus, dass die Gesamtsumme über die [lexicon]Verjährung[/lexicon] hinaus geretet werden soll. Danke für die Antwort.

  • Man bekommt einfach den Eindruck

    Ooooohneeeeeee... jetzt hat er auch noch dem Abgemahnten nach nF die Geschichte nach aF ausgerechnet. Daneben nimmt er den angegeben Abmahngesamtwert (450€ - 600€) und erklärt ihn zum "Schadensersatz". Unterschied im "Gesamtwert" einfache 621,20€.
    Jaaa.... da bekommt man schon den Eindruck ....

  • Das ist auch so eine Sache die mich wundert.. in meinem [lexicon]Mahnbescheid[/lexicon] steht ja die geforderte Summe...und wird ja unterteilt in Hauptforderung und Verfahrenskosten. Bei mir steht als angebliche Hauptforderung von Ende Oktober 2013 eine Summe von 1350 Euro, das ist knapp 400 Euro mehr als überhaupt in der Abmahnung von damals steht! Selbst im Juni diesen Jahres war in einem der letzten Bettelbriefe die Hauptforderung unverändert zu 2013... Jetzt liege ich laut [lexicon]Mahnbescheid[/lexicon] schon über 1700 Euro!

  • Das ist auch so eine Sache die mich wundert.. in meinem [lexicon]Mahnbescheid[/lexicon] steht ja die geforderte Summe...und wird ja unterteilt in Hauptforderung und Verfahrenskosten. Bei mir steht als angebliche Hauptforderung von Ende Oktober 2013 eine Summe von 1350 Euro, das ist knapp 400 Euro mehr als überhaupt in der Abmahnung von damals steht! Selbst im Juni diesen Jahres war in einem der letzten Bettelbriefe die Hauptforderung unverändert zu 2013... Jetzt liege ich laut [lexicon]Mahnbescheid[/lexicon] schon über 1700 Euro!

    hmmm, wie lässt sich das erklären?
    Was mich auch interessiert: in welchem Bundesland wohnst Du?
    Klagen die nur in München/Bayern oder in allen Metropolen? (Zahlenmaterial bzw. eine Statistik findet man nicht)

  • Hallo Abgemahnte von W&F.


    Welche Dauer der illegalen Bereitstellung wird euch unterstellt?
    weniger als 1 Minute
    mehr als 1 Minute
    > 10 Minuten


    Ich frage wegen folgenden Urteilen:
    LG Frankenthal, Urteil vom 22.07.2016 - 6 S 22/15 - "Datenmüll", welches wiederholt sagt: nicht lauffähige Datei-Fragmente verletzen keine Urheberrechte.
    "Eine nur teilweise zur Verfügung gestellte Datei ist im Hinblick auf die darin enthaltenen Daten nämlich regelmässig nicht lauffähig und konsumierbar, weshalb das Zurverfügungstellen einer derartigen Teildatei keine – auch nur teilweise – Nutzung des geschützten Werkes darstellt; es handelt sich in diesem Fall demnach nicht um isoliert nutz- oder wahrnehmbare Werkteile, sondern lediglich um so genannten „Datenmüll“ "


    und
    Bundesgerichtshof zur Haftung wegen Teilnahme an Internet-Tauschbörsen Urteile vom 12. Mai 2016
    "[...]für die Bemessung des Gegenstandswerts erforderlichen tatsächlichen Feststellungen - etwa zum wirtschaftlichen Wert des verletzten Rechts, zur Aktualität und Popularität des Werks, zur Intensität und Dauer der Rechtsverletzung sowie zu subjektiven Umständen auf Seiten des Verletzers [...]"

  • Das ist auch so eine Sache die mich wundert.. in meinem [lexicon]Mahnbescheid[/lexicon] steht ja die geforderte Summe...und wird ja unterteilt in Hauptforderung und Verfahrenskosten. Bei mir steht als angebliche Hauptforderung von Ende Oktober 2013 eine Summe von 1350 Euro, das ist knapp 400 Euro mehr als überhaupt in der Abmahnung von damals steht! Selbst im Juni diesen Jahres war in einem der letzten Bettelbriefe die Hauptforderung unverändert zu 2013... Jetzt liege ich laut [lexicon]Mahnbescheid[/lexicon] schon über 1700 Euro!

    Bei mir ist der [lexicon]MB[/lexicon] mittlerweile auch reingeflattert. Hab meine Abmahnung November 2013 erhalten und da war auch nie von 1350€ die Rede. Jetzt bin ich beim [lexicon]MB[/lexicon] bei über 1700€

  • Hallo zusammen :)


    Mich würde interssieren ob es jemanden gibt der mit folgender Konstellation Erfahrung und Rat hat:
    Ich bin Hauptmieter einer WG und habe eine Abmahnung von Waldorf Frommer erhalten. Zum Zeitpunkt des Filesharings war ich aber garnicht in der Wohnung wohnhaft, kann daher problemlos darlegen nicht der Täter gewesen zu sein.
    In meiner WG wohnen insgesamt 3 volljährige Untermieter.
    Laut aktueller Rechtssprechung hafte ich nicht als Störer für die, deshalb hab ich auch bisher keine mod. UE abgeben.
    Waldorf Frommer reitet nun auf meiner sekundären Darlegungslast rum. Ich hab ihnen zwar mittels offizieller Meldebescheinigung konkret die 3 Personnen genannt die in der Wohnung wohnen und Zugriff auf den Anschluss hatten, doch das reicht in ihren Augen natürlich nicht.
    Würdet ihr an meiner Stelle voll auf stur schalten oder zumindest eine mod UE abgeben?
    Hat jemand Erfahrung mit einem solchen Fall?


    Danke :)

  • Würdet ihr an meiner Stelle voll auf stur schalten oder zumindest eine mod UE abgeben?

    Na - das kann Dir wohl niemand hier beantworten (unerlaubte Rechtsdienstleistung).


    Wir sagen allgemein: [lexicon]ModUE[/lexicon] abgeben - Nicht zahlen - bei gerigerem Streitwert gerichtlich klären lassen ist eine der möglichen Optionen. Und klar - Romane mit Abmahnern schreiben ist .... wie bei Dir schön fest zu stellen .... vollkommen sinnlos.

  • Ich werde den mutigen Weg gehen ohne UE ;)
    Hab nicht zu Letzt ein aktuelles [lexicon]BGH[/lexicon] Urteil im Rücken zur Störerhaftung und dem Unterlassungsanspruch:


    "Ohne konkrete Anhaltspunkte für eine bereits begangene oder bevorstehende Urheberrechtsverletzung ist der Inhaber eines Internetanschlusses grundsätzlich nicht verpflichtet, volljährige Mitglieder seiner Wohngemeinschaft oder seine volljährigen Besucher und Gäste, denen er das Passwort für seinen Internetanschluss zur Verfügung stellt, über die Rechtswidrigkeit einer Teilnahme an Tauschbörsen aufzuklären und ihnen die rechtswidrige Nutzung entsprechender Programme zu untersagen."


    Halte euch gern auf dem laufenden was die Herren von Waldorf Frommer hierbei tun.

  • Im schlimmsten Fall werden sie dich wohl zu den Nutzungsgewohnheiten der Mitnutzer befragen,um dir so die Möglichkeit zu unterstellen, drohende Urheberrechtsverletzungen vorherzusehen,womit du belehrungspflichtig wärst. Da können dann schonmal GaGa-Argumente kommen wie "Er besitzt doch viele selbstgebrannte DVDs mit Filmen drauf,die müssen ja irgendwo herkommen" usw. Merke: KEIN Argument ist schwachsinnig genug,als daß nicht irgendeine geldgierige Abmahnzecke drauf kommen könnte,sie als Beweis gegen den Anschlußinhaber ins Feld zu führen. Da wird dann z.B. schonmal behauptet, es sei doch vollkommen normal,daß man den heimischen Rechner während des Urlaubs in der Ferne laufen lässt,um ihn per Fernwartung zum Filesharing anzustiften.

  • Ja so in der Art will mir das Waldorf Frommer das auch weis machen. Sie wollen mir v.a. erklären, dass es nicht reicht die Bewohner der Wohnung zu nennen frei nach dem Motto: Nur weil die Studenten Zugriff auf den Anschluss in der Wohnung hatten, heißt es ja noch lange nicht das sie ihn auch benutzen! :D
    Aber glücklicherweise entscheiden nicht die Waldis was man tun muss um darzulegen, dass es jemand anders gewesen ist, sondern Deutsche Gerichte. Und auch da gabs erst im Oktober ein [lexicon]Anschlussinhaber[/lexicon] freundliches Urteil des [lexicon]BGH[/lexicon] (I ZR 154/45) das Waldorf Frommer höchstpersönlich verloren hat, in dem klar gestellt wurde, dass man als [lexicon]Anschlussinhaber[/lexicon] nur die Personen benennen braucht die Zugriff hatten, jedoch es nicht zumutbar ist weitere Nachforschungen zum Nutzerverhalten zu betreiben. Es ist schließlich Aufgabe des Klägers nachzuweisen wer es gewesen ist.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von patman_93 ()

  • Aber glücklicherweise entscheiden nicht die Waldis was man tun muss um darzulegen, dass es jemand anders gewesen ist, sondern Deutsche Gerichte. Und auch da gabs erst im Oktober ein [lexicon]Anschlussinhaber[/lexicon] freundliches Urteil des [lexicon]BGH[/lexicon] (I ZR 154/45) das Waldorf Frommer höchstpersönlich verloren hat, in dem klar gestellt wurde, dass man als [lexicon]Anschlussinhaber[/lexicon] nur die Personen benennen braucht die Zugriff hatten, jedoch es nicht zumutbar ist weitere Nachforschungen zum Nutzerverhalten zu betreiben. Es ist schließlich Aufgabe des Klägers nachzuweisen wer es gewesen ist.

    Genaugenommen war das schon seit der Bearshare-Entscheidung klar. Und was der [lexicon]BGH[/lexicon] damals vergessen hat -nämlich die genaue Definition des Umfanges der sekundären Darlegungslast- hat er jetzt nachgeholt. Gerade WaldorfFrommer und seine Freunde von den Münchner Gerichten haben ja da ganz gerne mal überzogene Anforderungen gestellt und Waldi glaubte in seiner Gier,daß der [lexicon]BGH[/lexicon] plötzlich von seiner Rechtsprechung abweichen und auf den Münchner Zug aufspringen würde. Auch wenn ich sonst nicht viel vom [lexicon]BGH[/lexicon] halte,so hat man diesmal doch zumindest ein wenig Realitätsnähe gezeigt, indem man in der Praxis kaum erbringbare Beweise eben nicht als "Must have" einstufte. Wer gerade Langeweile hat,kann ja gerne mal versuchen zu beweisen, was er z.B. auf den Tag genau vor 3 Monaten abends im Internet gemacht hat oder ob sich Datei XY,die sich heute nicht mehr auf dem Rechner befindet, vor 3 Monaten auch schon fehlte usw usw.

  • Hey zusammen,


    ich habe Anfang 2015 den ersten Brief von WF erhalten, das heißt die ganze Angelegenheit würde erst Dezember 2018 verjähren. Nun habe ich bereits jetzt einen [lexicon]Mahnbescheid[/lexicon] erhalten, also nach etwas mehr als 1 1/2 Jahren, was im Gegensatz zu vielen hier wirklich sehr kurz erscheint. Hat jemand eine Erklärung dafür, wieso das ganze so schnell ging bei mir? Interessanterweise stand auf dem [lexicon]Mahnbescheid[/lexicon] etwas von 2013 - dabei war die angebliche Rechteverletzung im Jahr 2014 und der erste Kontakt wie gesagt im Jahr 2015, ich gehe schon fast von irgendeinem Fehler in der [lexicon]Datenbank[/lexicon] von WF aus (was mir am Ende wahrscheinlich aber nicht helfen wird?).


    Wie lange dauert es (meistens) bis letztendlich eine Klage erhoben wird? Ist dann eine außergerichtliche Einigung noch möglich, insbesondere mit einer niedriger gepreisten Einigung?

  • Interessanterweise stand auf dem [lexicon]Mahnbescheid[/lexicon] etwas von 2013 - dabei war die angebliche Rechteverletzung im Jahr 2014 und der erste Kontakt wie gesagt im Jahr 2015, ich gehe schon fast von irgendeinem Fehler in der [lexicon]Datenbank[/lexicon] von WF aus (was mir am Ende wahrscheinlich aber nicht helfen wird?).

    Schaut nach FEhler aus.

    Wie lange dauert es (meistens) bis letztendlich eine Klage erhoben wird? Ist dann eine außergerichtliche Einigung noch möglich, insbesondere mit einer niedriger gepreisten Einigung?

    Wenn man Dich unter [lexicon]Verjährung[/lexicon] (Anwaltskosten) gebucht hat, dann im Rahmen der "Verjährungshemmung" - kann also noch Monate dauern.
    Außergerichtliche Eingiungen sind immer möglich - Verhandlungen mußt Du schon selbst führen.

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