Abmahnung Waldorf Frommer

  • Uns haben gestern auch zwei Abmahnungen von WF erreicht. Für zwei heruntergeladene Filme von unterschiedlichen Rechteinhabern wird jeweils 915 EUR verlangt. Nach dem ich mich in diesem Forum eingelesen habe ist jetzt die erste Panik verflogen und ich bekomme langsam ein Bild über das weitere Vorgehen. Als erstes geht also morgen die mod. UE raus, zur Sicherheit per Fax vorab.


    Mir fiel zwar auf, dass die beigefügte UE bereits auf den jeweiligen Film begrenzt ist und auch kein Schuldeingeständnis und keine Zahlungsverpflichtung enthält. Sie scheint also schon etwas fairer formuliert zu sein. Trotzdem werde ich statt dessen das Muster aus diesem Forum verwenden.


    Danach sollte genügend Zeit sein um das weitere Vorgehen zu planen. Ich bin mir noch unsicher, ob ich zügig mit WF in Verhandlungen treten soll, um den Betrag zu drücken oder ob abwarten das bessere Vorgehen ist.


    Für eine mögliche Vergleichsverhandlung mit WF fallen mir die folgenden Anknüpfungspunkte auf:


    1. Abgemahnt wurde die Anschlussinhaberin, die aber definitiv selbst keine Downloads vorgenommen hat. Wenn ich die Diskussion im allgemeinen Thread richtig interpretiere kann die Anschlussinhaberin auch nicht verpflichtet werden, gegen ihren Ehemann oder ihre Kinder auszusagen, so dass es für WF schwer werden würde, die Downloads einem bestimmten Familienmitglied zuzuordnen.


    2. WF wirft der Abgemahnten vor, den Film gleichzeitig einer Vielzahl von weiteren Personen zu Verfügung gestellt zu haben. Allerdings wurde der eine Film, laut der von WF dokumentierten Zeiten, nur für 25 Minuten zum Herunterladen angeboten. Bei dem vorliegenden DSL 6000-Anschluss hätte in der verfügbaren Zeit maximal eine Person 1/8 des Films herunter laden können (oder zwei Personen jeweils 1/16, usw.). Damit sollte sich diese Behauptung schnell entkräften lassen. Der tatsächliche Schaden kann also nur bei einem 1/8 des Preises des Films liegen.


    Fraglich ist aber, ob eine Argumentation entsprechend Punkt 2 nicht als Schuldeingeständnis gewertet werden könnte. Vielleicht ist als eine Argumentation nach Punkt 1 vielversprechender. In diesem Punkt scheint sich aktuell die Rechtsprechung zu verändern. Etwas Zeit zu gewinnen kann also nur hilfreich sein.


    Was meint Ihr? Für alle weiteren Tipps bedanke ich mich schon einmal ganz herzlich im Voraus.

  • Zu 2. ist schon mal eine ziemlich unsichere Argumentation, denn es ist unerheblich – mit Ausnahme EINES Sekundenlogs – welches Volumen man zur Verbreitung beigetragen hat. Remember: ‚…der Öffentlichkeit mittels eines Internetanschlusses ein bestimmtes urheberrechtlich geschütztes Werk oder Teile davon über eine Internettauschbörse (‚peer-to-peer‘) zur Verfügung zu stellen.'


    Es geht also grundsätzlich um das Zur-Verfügung-stellen, unabhängig vom erzielten Volumens oder Umfang. Sinn und Zweck des UrhG ist, die Verwendung/Verbreitung einer fremden Leistung, nämlich des bezeichneten Werkes, in jedweder Form zu unterbinden, egal wie klein oder groß, gering oder umfangreich der jeweils verwendete Teil auch sein mag.


    Ich kenne nur einen Fall, wo diese Argumentation zum Erfolg führte… ‚eine nur teilweise zur Verfügung gestellte Datei ist regelmäßig nämlich nicht lauffähig und führt nicht dazu, dass auch nur Teile des Werks genutzt werden könnten; es handelt sich in diesem Fall lediglich um sog. ‚Datenmüll‘ (LG Frankenthal - Az.: 6 O 518/13).

  • Irgendwie bin ich jetzt wieder bei Punkt 3. "Zahlungsaufforderung vor Klageerhebung" nachdem ich eigentlich bereits dem Mahnbescheid vor einem halben Jahr widersprochen habe. Ist das normal oder hat WF hier einen Fehler im Prozess gemacht / die Anzahl der Bettelbriefe erhöht? Bis auf einige Kleinigkeiten gleicht der Brief wirklich dem von vor ca. zwei Jahren.

  • Moin

    Ist das normal oder hat WF hier einen Fehler im Prozess gemacht / die Anzahl der Bettelbriefe erhöht?

    könnte möglich sein.
    Einfach mal das AZ vergleichen.
    Sollte es gleich sein, das ganze wegheften.
    Ansonsten WF darauf hinweisen, dass ein Fehler vorliegen muss.

  • Ansonsten WF darauf hinweisen, dass ein Fehler vorliegen muss.

    Nein!


    Es wird zwar nichts bringen (Verjährung), aber wenn es sich um eine Angelegenheit handelt und bereits ein Mahnbescheid vorliegt, wartet man einfach ab. Es kann ja immerhin noch theoretisch sein, dass Waldorf-Frommer durch einen Fehler wichtige Fristen verpennt.
    Wie sodann bei einem Fehler ein zweiter Mahnbescheidsantrag zu bewerten ist wäre abzuwarten. Läuft noch die Frist der Hemmung der Verjährung wäre ein zweiter Antrag unzulässig (fehlendes Rechtsschutzinteresse). Ist die Hemmungszeit vorbei, ist die Frage nur, ob die Verjährung der Rechtsanwaltskosten bereits eingetreten war. Das sieht man dann.

  • Moin

    Es kann ja immerhin noch theoretisch sein, dass Waldorf-Frommer durch einen Fehler wichtige Fristen verpennt.

    wenn ich aber eine Abmahnung mit einem falschen AZ bekommen besteht allerdings die Gefahr das @Student hier unberechtigterweise in die Fänge von WF gerät.
    Daher AZ überprüfen und nur bei falschem AZ reagieren.

  • Daher AZ überprüfen und nur bei falschem AZ reagieren.

    Eben nicht. Dann etwas ausführlicher. (Punkt "gleiches AZ" sind wir ja einig.)


    Wenn wir davon ausgehen, dass nur eine Forderung zu einem Rechteinhaber und einem Tatzeitpunkt und einem Werk geltend gemacht werden kann, wäre der Fehler zB einer Doppelkaktenanlage mit zwei unterschiedlichen AZ eben nicht als "zweiter Fall" zu werten. Es ist immer noch "eine Forderung". Der einzige Unterschied zu dem "Aktenzeichen 1 - Fall" besteht in einem komplexeren Vorgang, der dann aber erst relevant wird, wenn das Mahngericht dem Antrag zu "Aktenzeichen 2 - Fall" statt gibt. Das eigentliche Problem: Wenn Du jetzt Waldorf-Frommer meldest, dass ein offensichtliches Problem vorliegt, kommen beide "Aktenzeichen-Fälle" auf den Tisch und werden damit dem vorhergesehenen Ablauf entrissen. Du hast dann in einer eventuell verjährungsfristen-relevanten Zeit die Akte auf dem Tisch. Und das mag man eigentlich nicht.


    Dröseln wir ihn auf: Der Herr Student sagt, er habe
    - einen Mahnbescheid zu "Aktenzeichen 1" am zB 10.11.2016 erhalten. Dabei sei es "wohl" zu einem Fehler gekommen, da eine Abmahnung aus zB 01/2015 auf zB 01/2013 datiert worden sei
    - eine "Erinnerung zu "Aktenzeichen 2" am zB 08.03.2017 erhalten. Gehen wir von dem selben Fall aus, aber einem korrekten Datum 01/2015


    Faktisch ist die Sache aber so, dass bei einer Forderung der Mahnbescheid trotz des Datums-Fehlers zählt (BGH-Rechtsprechung ... trallala). Der Antragsgegner erkennt den Fehler ja selbst. Wir befinden uns also nun noch in der Zeit der Hemmung der Verjährung, welche noch bis etwa Mitte/Ende Juni 2017 läuft, sofern Waldorf-Frommer nicht aktiv wird. Ein zweiter Mahnbescheidsantrag zum "Aktenzeichen - 2" innerhalb bis zB Ende Juni 2017 wäre unzulässig. Er hätte keine verjährungshemmende Wirkung. Die Kosten trägt hier der Antragsteller. Ein Mahnbescheidsantrag nach zB dem Ende 06/2017 wäre wohl zulässig, aber ....


    - Läge nun der Fall so, dass wir über einen Fall aus 01/2013 reden und Mahnbescheid-1 würde nicht in Klage umgesetzt und Mahnbescheid käme im 08/2017 - wäre eine Meldung heute falsch, da man die Chance hätte in die Verjährung zu kommen. Erhebt aber der Antragsteller rechtzeitig Klage ... normaler Gang der Dinge.
    - Das richtig blöde aber ist an dem Fall, dass alles nichts bringt, denn die Verjährung des Falls tritt ja erst Ende 2018 + Hemmung ein. Es ist leider zu befürchten, dass man bei Waldorf-Frommer entweder schon erkannt hat, dass ein Fehler vorliegt, oder dies rechtzeitig erkennen wird. Der Abgemahnte kann sich also melden, aber er muss es nicht. Er kann nicht "unberechtigter Weise" in einen zweiten Fall gezwungen werden, wenn nur ein Fall existiert.


    Der allgemeine Rat: Nicht melden, da durch ein Versehen möglicherweise die Verjährung erreicht werden kann. Im speziellen Fall bringt es wohl nichts. Aber immerhin läuft ja der Mahnbescheid. Klagt der Antragsteller ... hat mans schneller als normal hinter sich.


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    So. Und jetzt kommts. :D


    Was ist denn, wenn der Fall eintritt, dass der neue Junganwalt-Bearbeiter Mr. X. bei Waldorf-Frommer zu dem Akt "Aktenzeichen-2" im 05/2017 einen Mahnbescheidsantrag stellt, das Gericht den Fehler nicht erkennt und der Mahnbescheid-2 im 06/2017 zugestellt wird? Dann gehe der Antragsgegner her und melde: "Unzulässiger Antrag". Er verwende das Datum und alle anderen Angaben aus Mahnbescheid "Aktenzeichen-1". Es ist dann mittlerweile 08/2017.
    Die Schneeflocke im August sagt: Wenn Junganwalt-Berater Mr. X bei Waldorf-Frommer (überlastet, Urlaubszeit, Fehler von einem Vorjunganwalt) nur das 21013er-Datum sieht und den Fall abhakt? Ganz weg steckt? "Aktenzeichen-1" und "Aktenzeichen-2" ins Archiv wandert?


    Dann hat der Abgemahnte gewonnen. Also sollte er sich nun auch nicht melden. Auch wenn die Chance absurd gering ist ... aber vielleicht klappts ja doch.
    Und wenn nicht? Na... die Nichtmeldung schadet ihm nich. Ein Fall bleibt ein Fall und wird nicht zwei.
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  • Auf Shuals Post habe ich nochmal die Dokumente überprüft. Die Briefe haben alle das gleiche Zeichen, der Mahnbescheid jedoch hat ein völlig falsches Aktenzeichen. So wie ich das erkenne, sortiert WF die Aktenzeichen nach Jahr, also nach dem Muster 15PP12345 für Fälle aus dem Jahr 2015 z.B.. Ich hatte in der Vergangenheit hier bereits auch schon nachgefragt, warum die Mahnung so "früh" bei mir eingetroffen ist und vom Jahr 2013 die Rede ist, wobei der Erstkontakt seitens WF in meinem Fall erst 2015 stattgefunden hat, siehe hier:


    Abmahnung Waldorf Frommer


    Das erklärt die frühe Mahnung wohl, denn das Aktenzeichen in der Mahnung impliziert das Jahr 2013. Was die genauen Konsequenzen dieses Fehlers sind bleibt wohl abzuwarten, die Mahnung sehe ich auf jeden Fall wie auch schon damals als ungültig an da sieh ja offensichtlich einen ganz anderen Fall betrifft. Ich denke, da die Mahnung praktisch falsch war, ist es auf jeden Fall ratsam einfach erstmal weiter jeglichen Kontakt auszulassen, wie Shual oben (fast genau passend für meinen Fall) schreibt.

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  • Die Briefe haben alle das gleiche Zeichen, der Mahnbescheid jedoch hat ein völlig falsches Aktenzeichen.

    Interessant.


    Damit wäre allerdings noch eine ganz andere Nummer eröffnet. Ich leg mich da nicht fest wie beim Datumsfehler. Aber es kann durchaus sein, dass damit der Mahnbescheid keine ausreichende Individualisierung des Anspruchs darstellt (75%). Damit kann er auch keine verjährungshemmende Wirkung entfalten. Aber! Das müßte man ja überhaupt erst einmal geltend machen, sprich die nicht ausreichende Individualisierung muss zunächst vom Antragsgegner erkannt werden. Man kann das aber auch taktisch weglassen und den Mahnbescheid "wirken lassen", wenn es einem in den Kram paßt.


    In der Gesamtschau: Widerspruch ist ja raus und abwarten schadet jedenfalls nix. Aber in jedem Fall schön dokumentieren und alles aufbewahren. Ob und wie das Durcheinander im Klagefall helfen kann, wird ja dann nochmal peinlich genau zu prüfen sein. Und wird nicht geklagt - ist das alles ja dann eh wurscht.

  • Moin

    Der Abgemahnte kann sich also melden, aber er muss es nicht. Er kann nicht "unberechtigter Weise" in einen zweiten Fall gezwungen werden, wenn nur ein Fall existiert.

    o.k.
    das war auch mein Ansinnen "überprüfen",
    nun gilt es abzuwarten, was tatsächlich passiert.
    Wird interessant.

  • Hallo Leidgenossen.


    Ganz vielen Dank für diese Seiten und all die Infos, das ist wirklich hilfreich, schon weil man hier alles beisammen hat. Noch ist zwar nicht jede meiner Fragen beantwortet, ich hab aber auch noch nicht alles gelesen und bezweifle, ob das überhaupt möglich ist.


    Meine Abmahnung von der bes. Kanzlei ist frisch rein, erstmalige Erfahrung, Streitgegenstand ein Film, der (nicht nur) laut beigefügtem Log für ~20 Min. "zur Verfügung" gestellt worden sei. Dabei war ich zunächst sehr skeptisch, aber nicht, weil mir Torrents fremd wären, sondern weil mir der Titel erst mal gar nichts sagte. Und dabei liegt der fragliche Zeitpunkt nur einige Wochen (!) zurück. Habe dann in den Logs meines eigenen Clients nachgesehen und siehe da: ja. Da hat's dann auch geklickt, nur dass es sich um einen US-amer. Kinofilm handelt, den ich wie für mich gewohnt im Originaltitel (und Ton) zu "beziehen" gedachte. Im Schreib hingegen ist tatsächlich der deutsche Titel angegeben, der mir so gar nicht bekannt war; bzw. in der Schreibweise fremd. Mittels Google war es dann aber ein Leichtes, die Datei zu (re)identifizieren und auch den entspr. Hash zu kriegen, der sich in den Client-Logs nicht fand. Im Anschreiben wohl. Resultat: ident. Oops..


    Infolgedessen weiß ich jetzt auch, dass auf Grundlage genau dieser Datei offenbar gerade massenhaft abgemahnt wird, und zwar international. Auf den einschlägigen Seiten finden sich nämlich etliche Kommentare/Warnungen. Und auch wenn rechtlich irrelevant, als kleiner Knalleffekt am Rande: diese ~20 Min. kommen nicht von ungefähr. Das ist nämlich die Zeitspanne, in der ich selbst "sog". Und dann? War meine Geduld am Ende, keine Lust mehr: wurde der Torrent gelöscht und die Datei(fragmente) sauber entlinkt. :D Laut Log, und ich erinnere mich auch, vage. Sprich, ich hatte diesen Film nicht mal selbst - je - in Gänze in meinem Besitz, oder hätte ihn bis heute auch nur gesehen. Oder wollte es. Das war ne Schnapsidee. Quasi "anladen", nur um dann festzustellen: ach, dauert zu lange, ist schon spät, und so wichtig ist es mir doch nicht. Weg damit. (Schon öfter passiert.*) In ~20 Min. kriegst du mit Armuts-ADSL auch keinen Film in DVD-Quali - das nur auch noch mal zum "Streaming-Zeitalter", lieber watt_ihr_volt:



    Meine Güte....in Zeiten von streaming noch fs betreiben...... :rolleyes:


    Das ist ja schön für Dich! In der Stadt vielleicht. Aber Zeitalter sind eine Frage der Geografie, nicht so sehr des Datums. Und abgesehen davon, dass man das Protokoll nat. auch für zahllose völlig legitime Zwecke nutzen kann: du scheinst Deutschland nicht so gut zu kennen, geh ruhig mal auf's Land, wie hier, weit ab vom Schuss, ohne Kabel, kein VDSL. Ob du's glaubst oder nicht, ich kann nicht mal über Zattoo Fernsehen gucken! Ach: manch YouTube-Video stockt! Und in Gegenrichtung: an guten Tagen hab ich'n Uplink von ~800kBit! Ja, da kann man bei den paar Minuten von nem Kinofilm jetzt auch nicht soviel kriegen. Aber klar, egal, dafür wollen die jetzt knappe 1.000,- von mir. Nettes Geschäftsmodell. ;) Die Narrenkappe geht jedenfalls erst mal an mich, deshalb dieser Exkurs.


    Leider kann ich ihnen keinen Cent überweisen, also selbst wenn ich wollte. Die Gründe dafür kriegen die, im Falle des Falls, denk ich aber auch selbst raus, das ist recht einfach und so scharf sind die wohl, in München sowieso. Weshalb ich Stand jetzt auch eher nicht mit einem Gerichtsverfahren rechne, mein Schuldenberg würde nur höher und jemand bliebe auf großen Kosten sitzen, was uns allen sehr leid täte. Bis dahin? Also ich werde jetzt eine UE einsenden, zu der dich auch stehe, das betr. Werk ist mir wumpe. Das war's. Was soll ich da mehr machen?



    Hier ist indes was von einer Art Datenbank zu lesen, in die Abmahnungen eingetragen werden können. Falls damit nicht dieser Thread gemeint ist, wär ich gern bereit, das nachzuholen. Weiß nur nicht, wo sie ist. :)




    (*) Was heißt oft: Ich nutze BitTorrent viell. 4, 5 Mal im Jahr. Und da mich normalerweise überhaupt nichts interessiert, was kommerziell (noch) relevant ist, Filme schon gar nicht, wurden da auch nie bes. Vorkehrungen getroffen. Die Denke: Bei der Frequenz werden die dich schon nicht erwischen. :P Tja, so kann's gehen. Mir scheint jedoch, dass es und wohl auch deshalb in der Hauptsache hier Leute trifft, wie mich, also (ganz) kleine Fische. Kann man finden, wie man will.

  • Liebe Leidensgenossen,
    Hier mein Werdegang in kurz:
    Juli 2013 Abmahnung von WF
    Juli 2013 Mod.UE
    dann die übliche Abfolge von Drohbriefen
    dann 1 Jahr Pause
    Februar 2016 erneute WF Post: Vorbereitung Klageverfahren( abgeschlossen)
    April 2016 gerichtlicher Mahnbescheid
    Widerspruch ohne Anwalt
    (03 17)nach 11 Monaten Pause : Bescheid über Voraussetzungen
    für Abgabe des Verfahrens liegen vor, Verfahren wird ans Amtsgericht Leipzig
    abgegeben.
    Mich hat es nun getroffen. Heute bekam ich nun die Anspruchsbegründung zugesandt. Gefühlte 100 Seiten in zweifacher Ausführung mit Informationen zum Ermittlungsgeschehen, BGH-Urteilen, Belehrungen und und und. Innerhalb von 2 Wochen soll ich die Absicht der Verteidigung schriftlich anzeigen und innerhalb von 4 Wochen schriftlich erwidern.
    Vorgeworfen wird mir Verletzung von Urheberrechten durch unerlaubte Verwertung urheberrechtlich geschützter Inhalte in sog. Tauschbörsen (P2P Netzwerke).
    Bin noch ratlos bezüglich meiner weiteren Vorgehensweise. Ich war es definitiv nicht, der Anschluss wird auch von Frau und Sohn benutzt. Und hab aber keinen Nachweis, dass ich zum besagten Zeitpunkt (mitten in der Nach) nicht zu Hause war.
    Sollte ich mir jetzt wohl doch einen guten Anwalt suchen? Habt ihr Listen mit RA , die mit der Materie WF Erfahrungen haben. Sollte ich hier schon mehrfach benanntes Gerichtsverfahren am 30.3. noch abworten, bevor ich igendwas tue.
    Bitte um euren Rat.
    Viele Grüße

  • Hallo...


    folgendes Problem. lebe in einer WG und hier ist nun eine Abmahnung von WF eingetroffen.
    Ich selber bin nicht der Anschlußinhaber, bin aber der für den "Schaden" verantwortlich, weil hier sonst niemand das Internet richtig nutzt.
    Aus dem Schreiben geht hervor das ich 28 sec lang einen Film geshared haben soll.
    Is die Zeit iwie relevant ? Weil ich mein in der zeit kann ich nicht mal annähernd iwas runterladen in Filmgröße.
    Außerdem bekomm ich eh h4 und bei mir is nix zuholen...
    Ich lese hier auch von Störerhaftung die hier im Prinzip zutrifft da der Inhaber ja nix verbrochen hat sondern ich. Was ist hier genau gemeint?
    und wichtig is... was mach ich jetzt?


    Mfg Warpus !

  • Sollte ich mir jetzt wohl doch einen guten Anwalt suchen? Habt ihr Listen mit RA , die mit der Materie WF Erfahrungen haben. Sollte ich hier schon mehrfach benanntes Gerichtsverfahren am 30.3. noch abworten, bevor ich igendwas tue. Bitte um euren Rat.

    Zunächst kommt es nicht darauf an, ob Du zu Hause warst, sondern ob ... die anderen Nutzungsberechtigten Zugriff auf das Netzwerk zu den bestimmten Zeiten genommen haben. "Mitten in der Nacht" ... ist eher irrelevant, denn Computer können auch ohne Anwesenheit des Benutzers laufen.


    Das Verfahren am 30.03.2017 musst Du nicht abwarten, da bis zu Deinem Termin zur Klageerwiderung das Ergebnis des Verfahren in der Regel vorliegen dürfte. Wesentlich ist ja eher die Frage, ob zunächst das AG Leipzig Willens und fähig ist seine Rechtsprechung der Rechtsprechung des BGH vom 06.10.2016 anzupassen. Leipzig dürfte bis zu diesem Urteil erstmal als schwierige Bastion zu werten sein. Andererseits sollte erstmal Deine eigene Entscheidung stehen. Es bringt nichts, wenn sich viele Leute viel Mühe geben, wenn dann im Verfahren doch verglichen wird und Du auch noch die eigenen RA-Kosten bezahlen darfst. Sicherlich hat man den "Eindruck", mit dem neuen BGH-Urteil wurden gerade Familienhaushalte gestärkt.


    Rest PN.

  • Also... DU ... machst mal offiziell gar nichts. Der Anschlussinhaber macht, wenn schon.
    Wenn der Fall allerdings so klar da liegt wie beschrieben,. dass selbst der Anschlussinhaber mangels Nutzung quasi nicht als Täter in Frage kommt und nur Du übrig bleibst.... bleibts ja eh an Dir hängen, sofern nicht vor Gericht rumgelogen wird (möglicherweise zu Lasten des AI), oder netter gesagt: prozesstaktisch vorgegangen wird. Ich denke auch, dass der Anschlussinahber nicht viel Freude an der Abmahnung entwicklet hat.


    Es ist hier immer das Gleiche: Der Anschlussinhaber ist fein raus, hat aber den ganzen Stress und Prozess. Und wir hier wissen nicht, ob Ihr die dicksten Kumpel seid, oder ob Ihr Euch wegen der Sache die Pest an den Hals wünscht. Daher wäre naheliegend zu sagen, dass der Anschlussinhaber doch bitte die Sache schnell im Vergleichsweg ausräumt. Dabei kann er auch (ohne Nennung von Details) eine Ratenzahlungvereinbarung vereinbaren. Du darfst ihm dann schirftlich - intern erklären, dass Du die Verantwortung und den ausgehandelten Betrag trägst. Das für den Fall der Fälle ... wenn Du mit Ratenzahlungen in Rückstand gerätst, was Du aber eigentlich strikt vermeiden solltest. Dazu Abgabe einer normalen modUE ... und dann hoffen alle auf ein schönes und lehrhreiches Ende.
    Alles andere heißt: ModUE durch Anschlussinhaber - Keine weiteren Äußerungen - abwarten, ob es zum Prozess im zB Jahr 2020 kommt. Der Anschlussinhaber könnte auch hier ein internes "Schuldeingeständnis" von Dir als Sicherheit bekommen, damit er für den Fall der Fälle abgesichert ist.


    PS: 28sec reichen vollständig aus, um eine Rechtsverletzung (Angebot) zu beweisen.

  • Nach 11 Monaten Pause? Wie lange haben die offiziell denn Zeit, nach dem Widerspruch zum gerichtlichen Mahnbescheid zu reagieren?

  • Moin

    Wie lange haben die offiziell denn Zeit, nach dem Widerspruch zum gerichtlichen Mahnbescheid zu reagieren?

    das Gerichtsverfahren musss vor der Verjährung beginnen.
    Kann also auch länger als diese 11 Monate dauern.
    Kommt eben darauf an zu welchem Zeitpunkt innerhalb der Verjärung der MB ausgelößt wird
    und dann kommt ja noch die Hemmung hinzu.


    Zur Verjährung siehe auch hier

  • Ich hatte einen ähnlichen Fall, war Anschlussinhaber und Filesharing durch Mitbewohner begangen


    1. Zeit ist egal, es geht ja nicht um den download sondern den damit verbunden upload
    2. Es gibt keine Störerhaftung für volljährige WG Mitglieder, hierzu gibt es auch Urteile des BGH. Störerhaftung bedeutet die Verantwortung des Anschlussinhabers darüber was andere über seinen Account machen.
    3. Ob bei dir was zu holen ist oder nicht interessiert WF NULL
    4. Der Anschlussinhaber muss auf die Abmahnung reagieren, nicht du


    Ich habe damals folgendes gemacht:
    Brief an WF in dem ich klar gestellt habe, dass ich es nicht gewesen bin (konnte dies beweisen) und als Täter meine volljährigen Untermieter in Frage kommen, habe WF auch alle Namen genannt um meiner sekundären Darlegungslast gerecht zu werden. Ich habe keine Unterlassungserklärung abgegeben. Es gingen mehrere Briefe hin und her und als ich es Ihnen sehr deutlich gemacht habe dass Einschüchterung bei mir nicht wirkt und ich keine Verantwortung für das Geschehene trage ist zumindest seit über einem halben Jahr Ruhe.
    Wie Ihr das macht musst du mit dem Anschlussinhaber klären, aber ihr habt durchaus Chancen raus zu kommen wenn ihr euch intelligent anstellt. Die aktuelle Rechtsprechung bezüglich Störerhaftung und Anforderung an sekundäre Darlegungslast ist relativ Anschlussinhaber freundlich.

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