Abmahnung Waldorf Frommer

  • Zum Tätowieren gehst du aber zum Tatoo-Salon und nicht zum Maler oder Lackierer. Genauso sollte klar sein, dass idealerweise ein Fachanwalt für Internet- oder Urheberrecht aufgesucht wird, kein "Familienanwalt".


    Vielleicht sollte in die Checkliste aufgenommen werden, dass der Anwalt gefragt wird, wieviele Abmahnungsverfahren er schon (erfolgreich) betreut wird?

  • Ich hab jetzt auch wieder ein "Erinnerungsbriefchen" bekommen, werde es aber vorerst ignorieren.Ebenfalls ein Fall, wo der Aufwendungsersatz verjährt ist, der Schadensersatz aber noch nicht.

    Ich muss mal ein paar Fragen stellen,um mich ein wenig auf den aktuellen Stand zu bringen, die vielen Postings hier machen die Sache langsam unübersichtlich:
    Aaktuell scheinen ja vermehrt Mahnbescheide zu ergeben. Aber wie schauts in Sachen Klagen aus...gabs nun schon Klagen in Fällen, wo der Aufwendungsersatz verjährt war,nicht jedoch der Schadensersatz ?


    Wenn ich mir mal die Urteile anschaue, in denen der AI verurteilt wurde, obwohl der wahre Täter genannt wurde, drängt sich ein bestimmter Verdacht auf: WF scheint die Entscheidung, wen sie nun verklagen, davon abhängig zu machen, für wie finanzkräftig sie den präsentierten Täter halten oder ob dieser rechtlich noch greifbar ist. So einen Fall gabs vor einiger Zeit mal, da war der geständige Täter inzwischen im Ausland und WF hat stattdessen den AI verklagt. Insofern halte ich es für keine besonders gute Idee, WF im Vorfeld solche Infos mitzuteilen.

    Wie reagiert Waldi eigentlich, wenn der Täter ein Schuldeingeständnis abgibt ? Zumindest der gesunde Menschenverstand sagt einem ja, dass WF dann sagen sollte "Ok, dann halten wir uns ab nun an den!".

  • für wie finanzkräftig sie den präsentierten Täter halten

    und welche Schlüsse ziehen sie Deiner Meinung nach aus solchen Erkenntnissen?.....

    Wie reagiert Waldi eigentlich, wenn der Täter ein Schuldeingeständnis abgibt ? "Ok, dann halten wir uns ab nun an den!".

    Du hast vergessen zu erwähnen:

    wann, wo und wie gibt der "vermeintliche Täter" ein Schuldeingeständnis ab?


    ist schließlich ausschlaggebend für den "gesunden Menschenverstand"

  • Hallo zusammen,


    ich gehöre auch zu den nun wieder angeschriebenen. Abmahnung in 2011, modUE, sonst nie Kontakt, nur Bettelbriefe, dann Jahre Ruhe. Vor einigen Wochen wiedermal ein Brief, vor einer Weile dann ein MB über die Forderung. Dem Widersprochen.


    Ist es im sinne der sekundären Darlegungslast notwendig VOR einer evtl. Klage mögliche Mitnutzer anzugeben oder erfolgt das im Laufe des Prozesses? Zur damaligen Zeit waren hier mehrere Personen gemeldet, alle fähig die Tat zu begehen (ich weiss auch wer von ihnen es war). Müsste ich das WF irgendwie mitteilen?


    Danke.

  • Ist es im sinne der sekundären Darlegungslast notwendig VOR einer evtl. Klage mögliche Mitnutzer anzugeben

    Nein.

    Der BGH hat zwar entschieden:

    Zitat

    Hat der Anschlussinhaber jedoch im Rahmen der ihm obliegenden Nachforschungen den Namen des Familienmitglieds erfahren, das die Rechtsverletzung begangen hat, muss er dessen Namen offenbaren, wenn er eine eigene Verurteilung abwenden will.


    aber nicht, wann er das tun muss.



  • Nein.

    Der BGH hat zwar entschieden:


    aber nicht, wann er das tun muss.



    Da wäre ich vorsichtig. Es gibt mindestens ein Urteil in dem der AI verurteilt wurde,weil er erst vor Gericht den Täter angab und der Richter meinte, er hätte damit Waldi absichtlich ins Leere laufen lassen. Kann das jetzt nicht so schnell finden, bin mir aber sicher.


    Ich kenne aber einen Fall aus dem erweiterten Bekanntenkreis, wo ein stocksauerer AI dem Waldi den Namen des Übeltäters schriftlich mitgeteilt hat, und trotzdem alles weiter nach Schema F ablief. Daher meine Vermutung dass Waldi die Briefe seiner Opfer gar nicht liest, sondern ausschließlich auf die Masse setzt. Das sollte ihn aber vor Gericht dumm ausschauen lassen.


  • Ich kenne aber einen Fall aus dem erweiterten Bekanntenkreis, wo ein stocksauerer AI dem Waldi den Namen des Übeltäters schriftlich mitgeteilt hat, und trotzdem alles weiter nach Schema F ablief. Daher meine Vermutung dass Waldi die Briefe seiner Opfer gar nicht liest, sondern ausschließlich auf die Masse setzt. Das sollte ihn aber vor Gericht dumm ausschauen lassen.

    Oh...das kommt mir doch irgendwie bekannt vor. Wir haben im 1.Durchgang der Kommunikation (d.h. in der Zeit nach Ergang der Abmahnung) jedesmal die ganzen "Argumente" von Waldi bis ins kleinste Detail auseinandergenommen und mit Urteilen widerlegt. Und das gleich mehrfach. Wir haben sogar den Namen des Täters klipp und klar genannt, aber daran scheint Waldi kein Interesse zu haben. Das hat bei denen offenbar ganz schön Personalresourcen gefressen. Stattdessen schrieb Waldi sinngemäß, dass sie keine weitere Kommunikation mit uns wünschen und es ihnen ziemlich egal ist, ob es der Anschlußinhaber war oder ein Mitbewohner.
    Einen besseren Beweis kann man wohl nicht mehr kriegen, dass Waldi nicht an einer Aufklärung interessiert ist, sondern für die nur zählt, dass überhaupt irgendwer bezahlt. Wenn man das mal auf das Strafrecht überträgt, dann ist das so, als würde der Staatsanwalt sagen, dass ihm die Bestrafung des Täters egal ist und er nur sehen will, dass überhaupt einer in den Knast geht.

  • OK, danke für die Infos, jetzt haben wir einmal ja und einmal nein 😂👌 jetzt bin ich verwirrter als vorher 😔


    Wie würde das grundsätzlich ablaufen? Sage ich wf dass zu dem Zeitpunkt person a b und c hier gewohnt haben? Oder sage ich dass ich mir sicher bin dass es Person B war?Ich kann das ja genauso wenig beweisen wie die das Gegenteil... Person B wird auch den Teufel tun und zugeben dass er / sie es war.

  • Tja...das ist das Problem, Johnny. Denn wenn man die ganzen Urteile von Waldi mal Revue passieren lässt, dann merkt man, dass es denen piepegal ist, wer nun der Täter ist. Es wurden in der Vergangenheit auch schon Anschlußinhaber verurteilt, *obwohl* der wahre Täter sogar geständig war und die Tat eingeräumt hat. Wenn du nun sagt "Es könnte Person B gewesen sein!" wird Waldi wohl einmal mehr auf der Nicht-Erfüllung der sekundären Darlegungslast herumreiten. Will sagen: der Umstand,dass es einen alternativen Geschehensablauf gegeben hat, schreckt Waldi nicht wirklich ab. Und leider finden sie immer wieder bescheuerte Richter, die so einer Argumentation folgen. Oder wie was_ihr_volt so treffend geschrieben hat: "eh wurschd...mochn eh wos wuin".

  • Tja...das ist das Problem, Johnny. Denn wenn man die ganzen Urteile von Waldi mal Revue passieren lässt, dann merkt man, dass es denen piepegal ist, wer nun der Täter ist. Es wurden in der Vergangenheit auch schon Anschlußinhaber verurteilt, *obwohl* der wahre Täter sogar geständig war und die Tat eingeräumt hat. Wenn du nun sagt "Es könnte Person B gewesen sein!" wird Waldi wohl einmal mehr auf der Nicht-Erfüllung der sekundären Darlegungslast herumreiten. Will sagen: der Umstand,dass es einen alternativen Geschehensablauf gegeben hat, schreckt Waldi nicht wirklich ab. Und leider finden sie immer wieder bescheuerte Richter, die so einer Argumentation folgen. Oder wie was_ihr_volt so treffend geschrieben hat: "eh wurschd...mochn eh wos wuin".

    Wenn man sich jedoch die BGH-Grundsatzentscheidung vom 6.10.2016 mal zu Gemüte führt hier, sehr schön auch erklärt von Solmecke und Co. hier, dann sehe ich die Chancen von Johnny gar nicht so schlecht und Waldi steht auf dünnem Eis vor Gericht, oder?


    Ist aber nur meine Einschätzung als Laie, lasse mich gern belehren...

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