Abmahnung Waldorf Frommer

  • Hi,

    bei mir ist heute der erste Mahnbescheid eingetrudelt (2 Abmahnungen im März 2017) und ich neige nun dazu, schriftlich den Kontakt zu WF aufzunehmen und einen Vergleich auszuhandeln. Würde gerne im Vorfeld noch um Hilfe bitten:

    1) Gibt's bzgl. der Art der Verhandlungen eine bestimmte Vorgehensweise? Oder kann ich frei drauf losschreiben? (Forderungen von über insgesamt 2500 aus unserer Sicht zu hoch. + geringes Einkommen -> Bitte um entsprechenden Nachlass in Höhe von etwa 50%?, stilistisch natürlich angemessen verpackt)


    2) Bzgl. der zweiten Abmahnung liegt noch kein Mahnbescheid vor. Erwähne ich das gleich mit oder behandle ich das getrennt voneinander?


    3) die ursprüngliche Forderung ist fast 300 euro höher, als die im Mahnbescheid angegebene Summe, kann ich mich explizit auf letztes beziehen?



    danke im Vorfeld

  • Was passiert eigentlich, wenn der MB zurück ans Gericht geht mit "Empfänger unbekannt"? Gibt es da Erfahrungen? Was macht das Gericht mit dem zurückgekommenen MB? Geht der an WF? Geht WF den Weg und sucht einen übers Meldeamt? Wie weit würden sie gehen, wenn man z.B. in Dtl. abgemeldet ist und im Ausland lebt? Jemand ähnliches durchgemacht? Dürfen sie Meldeämter Auskunft geben, obwohl der Datenweitergabe ausdrücklich widersprochen wurde? Gibt es da mit MB in der Hand Ausnahmen?


    Danke für die anregenden Diskussionen.

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 Mal editiert, zuletzt von mozzzer ()

  • So, jetzt haben wir auch ´nen MB auf die Abmahnung von 2014 bekommen. Werden erstmal ohne Angaben von Gründen widersprechen. Interessanterweise haben wir nicht den bei anderen Usern vorgeschalteteten "Zahlungsaufforderung vor Klageerhebung"-Brief bekommen.
    Damals nach der Abmahnung gabs ´ne längere Konversation mit WF (zuletzte 2017), wo die sogar sinngemäß reingeschrieben haben "Uns doch egal, wer das war. Uns interessiert nur der AI, auch wenn der nachweislich nicht mal mehr Zugang zum Anschluß hatte!". Mal wieder ein nettes Beispiel, dass WF NUR an der Kohle interessiert ist, nicht an einer Aufklärung des Sachverhaltes selbst.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Werniman ()

  • In der Hoffnung auf eine zeitnahe Rückmeldung:


    Telefonisch war das Vergleichsangebot eher ernüchternd (-20%).

    Ich könne mich ja nochmal schriftlich mit meiner Vorstellung melden (per Mail).

    Jetzt bleibt mir nicht mehr viel Zeit für die fristgerechte Rücksendung des Mahnbescheids.

    Kann ich dem Bescheid bedenkenlos widersprechen und in der Zwischenzeit auf eine Einigung hoffen?

  • Nochmal ...ich habs weiter oben schon mal geschrieben... Deine Verhandlung hat mit dem Mahnbescheid nichts zu tun. Warum?
    Mahnbescheid = Gerichtliche Abfolge; Unwidersprochen ergeht Vollstreckungsbescheid
    Verhandlung = Nahezu rein private Sache zwischen Forderer und Gläubiger
    Dh. dein Vergleich ist vom Ablauf des Mahnverfahrens völlig unabhängig, zumal das Eine, das Andere nicht ausschließt
    Ergo: Widerspruch auf jeden Fall

  • So, ich bin jetzt auch wieder dabei und es tun sich wieder ein paar Fragen auf. Ich versuche, es kurz zu machen:

    - Abmahnung WF (Sony) 2010

    - modUE abgegeben und totgestellt

    - nach den üblichen Drohbriefen Ruhe seit 2013

    - letzte Woche Mahnbescheid vom Mahngericht Coburg (ca. 1100,- €)


    In meinem Fall gingen die Abmahnung und der Mahnbescheid an meinen Vermieter, mit dem wir uns den Telefonanschluss geteilt haben (wir wohnen seit 2012 nicht mehr dort). Wenn ich das richtig verstanden habe, wäre ich somit der Täter und mein Vermieter der Störer...?

    Es gab einen Anruf von WF bei der Vermieterin, bei dem Sie erklärt hat, dass sie beide über 70 Jahre alt seien und keinen Computer besäßen, sie hat allerdings eingeräumt, dass Mieter im Haus sind.

    Inzwischen ist der Beklagte 86 Jahre alt und sehr krank.

    Ich will natürlich am liebsten weiterhin nicht zahlen, will aber auch Streß für den ehemaligen Vermieter vermeiden.

    Daher stellen sich für mich jetzt folgende Fragen:

    - wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, daß WF in diesem Fall Klage einreicht? (ich nehme ja mal an, dass es irgendwo eine Aktennotiz gibt und WF weiß, daß sie gegen einen über 80-jährigen Rentner und Störer klagen)

    - wie groß ist der Einfluß dieser Situation auf einen eventuellen Prozess(ausgang) und damit auf WFs Motivation, Klage einzureichen?

    - sollte die Situation nochmal telefonisch oder per Mail an WF geschildert werden (die Ehefrau oder der Sohn könnten evtl. dort anrufen)

    - könnte es in diesem Fall sein, dass WF mich als Täter ermitteln kann und das Ganze dann wieder von vorne Anfängt?

    - müsste Mein Vermieter bei einem Prozeß anwesend sein (läßt sein Zustand nicht wirklich zu)

    - wie hoch könnten die Kosten schlimmstenfalls werden, falls es zu Prozeß kommt?


    Als nächsten Schritt würden wir dann den Widerspruch (insgesamt) abschicken. Sollte der auch als Einschreiben mit Rückschein verschickt werden?

    Ich habe im Organigramm gesehen, dass max. 1% der Abmahnungen tatsächlich vor Gericht landen. Gibt es auch eine Zahl, wieviele der Mahnbescheide vor Gericht landen?

    SO, ich glaube, jetzt hab' ich alles, vielen Dank schon mal für Eure Unterstützung, federix.

  • federix

    Der Mahnbescheid ist die letzte Eskalationsstufe, die immer eingesetzt wird. Viele zahlen spätestens dann, leider. Die WF Drohtaktik funktioniert also. Von denen die auch nach MB nicht zahlen, werden einige verklagt, sicherlich ausgesucht nach Kriterien wie Alter, Familienstand, Gerichtsstand, Anzahl der Datensätze, usw.

    Ich bekam den MB vor einigen Jahren, danach war dann Ruhe.

    In Deinem Fall ist die Klage wohl unwahrscheinlich, die Frage also eher, ob die alten Leute mit dieser Ungewissheit leben können.

  • Was passiert eigentlich, wenn der MB zurück ans Gericht geht mit "Empfänger unbekannt"? Gibt es da Erfahrungen? Was macht das Gericht mit dem zurückgekommenen MB? Geht der an WF? Geht WF den Weg und sucht einen übers Meldeamt? Wie weit würden sie gehen, wenn man z.B. in Dtl. abgemeldet ist und im Ausland lebt? Jemand ähnliches durchgemacht?

    Ähnliches bei mir.


    MB wurde an ein Familienmitglied zugestellt das nichtmal in der gleichen Stadt wohnte, nur den gleichen Nachnahmen hatte. Gemeldet war ich da seit 10 Jahren nicht mehr, also gibts auch keine Erklärung so richtig außer Schlampigkeit für die fehlerhafte Zustellung. Der Fall ist ca. 7 Jahre alt. Ging 2x zurück über die Post Anfang des Jahres (aber ohne Rück-einschreiben oder sowas falls es das gibt). Seitdem Ruhe an der MB Front.


    Inzwischen wohne ich in einem anderen Bundesland, anderer Name. Vollstreckt wurde noch nichts, auch ist niemand bei meinem Familienmitglied vorbeigekommen und wollte etwas pfänden. Mein Anwalt hat WF mal ein Brief geschrieben das wir nichts von einem MB wüssten, aber darauf wurde nicht reagiert. Jetzt hat WF meinem Anwalt wieder einen standard Bettelbrief mit neuer Zahlungsaufforderung zukommen lassen. Bin stark geneigt das einfach weiter auszusitzen bis die meine neue Adresse haben und dann geht das Spiel mit MB wieder von vorne los. Bis dahin habe ich keine Lust was zu unternehmen. Mein Anwalt hat vorgeschlagen beim Mahngericht die fehlerhafte Zustellung anzukreiden und diesem dann zu widersprechen. Aber ich streube mich nach wie vor davor deren Hausaufgaben zu machen. Das würde ich auch erst machen wenn die glauben das sie bei meinem Familienmitglied wo ich seit 10 Jahren nicht mehr gemeldet war ernsthaft dort versuchen etwas zu vollstrecken.


    Gruß

  • Heyyy Freunde, es ist soweit. Der heiße Scheiß beginnt. Erstmal grob meine Historie:


    Januar 2015: Erstes Schreiben bekommen + Mod. UE von Anwalt

    Weitere Briefe.... -> ignoriert

    Sommer 2017: MB -> Nein angekreutzt und weg

    Sommer 2019: Anspruchsbegründung vom zuständigen AG

    September 2019: Schreiben vom Gericht

    Und da gehts jetzt zur Sache: ca 100 Seiten beglaubigte Abschrift der am XX.XX.2019 eingereichten Anspruchsbegründung und eine beglaubigte Abschrift der richterlichen Verfügung. bla bla 2 Wochen Zeit um zu entscheiden ob ich mich verteidigen möchte bla bla bla.


    Meine Fragen:

    1. Ist das rechtens? Denke mal ja....

    2. Müsste der ganze Spaß nicht verjährt sein????

    Ich kenne die regel 3 Jahre und bei MB + 0,5. Wäre dann Sommer 2018 :/

    3. Was für Tipps habt ihr? Was würdet ihr mir raten?

    4. Ist ein Vergleich möglich? Wenn ja, was würde mich das kosten, wann und wie sollte ich da rangehen?

  • 1. Ja

    2. Nein. Vermutlich Knapp nicht verjährt. Typisch WF.

    3. kommt drauf an, wie gut Deine Argumente sind, um vor Gericht zu bestehen.

    4. immer ja. Größenordnung 60% der Forderung. Anrufen.


    Zur Verjährung der Anwaltskosten: Plus 3 Jahre ab dem Ende des Jahres in dem der Abmahner tätig wurde bzw Kenntnis erlangte.

    Lizenzschaden 10 Jahre.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von WaldiWurst ()

  • 4. immer ja. Größenordnung 60% der Forderung. Anrufen

    Lieber nen Anwalt dafür beauftragen oder kann man das selbst machen? Irgendwelche Tipps/ oder was zum Lesen zu dem Thema?

    Zur Verjährung der Anwaltskosten: Plus 3 Jahre ab dem Ende des Jahres in dem der Abmahner tätig wurde bzw Kenntnis erlangte.

    Lizenzschaden 10 Jahre.

    Dann sollten die Anwaltskosten verjährt sein...

    2016,17,18 + 6 Monate für MB macht 06.2019 :)

  • Lieber nen Anwalt dafür beauftragen oder kann man das selbst machen? Irgendwelche Tipps/ oder was zum Lesen zu dem Thema?

    Dann sollten die Anwaltskosten verjährt sein...

    2016,17,18 + 6 Monate für MB macht 06.2019 :)

    Zum Aushandeln eines Vergleichs braucht es keinen Anwalt, das macht es nur teurer. Anrufen, Fragen nach Vergleich. Eventuell argumentieren dass die Lage ja unklar sei, da man es nicht war und andere Personen den Anschluss nutzen usw. Freundlich aber glaubwürdig gehts besser. Wenn man das Geld nicht hat, hilft es das auch zu erwähnen.


    Zur Verjährungshemmung: Plus 6 Monate stimmt halt leider nicht, sondern 6 Monate „nach der letzten Verfahrenshandlung.“ WF ist bekannt dafür diese Zeitpunkte auf den Tag genau abzupassen. Jedenfalls sieht das bei Dir knapp aus.

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 Mal editiert, zuletzt von WaldiWurst ()

  • Bei mir ist es nochmal eine Ecke dümmer....ich war nie an der Adresse gemeldet, an die der MB geschickt wurde...und darüber hinaus wohne ich seit Jahren im Ausland und habe auch nicht vor innerhalb der nächste Jahre zurück zu ziehen. Und ich bin in Dtl abgemeldet. Ich seh es genauso, warum sollte ich deren Hausaufgaben machen...


    Habe ich das richtig verstanden, dass der MB vor 7 Jahren ausgestellt wurde und du diesem nie widersprochen hast? Also damals auch zurück mit „Empfänger unbekannt“?

  • Habe ich das richtig verstanden, dass der MB vor 7 Jahren ausgestellt wurde und du diesem nie widersprochen hast? Also damals auch zurück mit „Empfänger unbekannt“?

    Nein, da habe ich mich wohl nicht klar ausgedrückt. Der erste MB kam Ende letzten Jahres. Aber ja, da dieser mir nicht zugestellt wurde sah ich bisher keinen Grund dem zu widersprechen. Das mit der Zustellung ist sone Sache da ich auch nicht weiß wie das Mahngericht mit zurückgekommenen, ungeöffneten MBs umgeht. Den Kopf zerbrechen tue ich mir über solche Fragen allerdings nicht, dafür geht es um zu wenig Geld.

  • Nein, da habe ich mich wohl nicht klar ausgedrückt. Der erste MB kam Ende letzten Jahres. Aber ja, da dieser mir nicht zugestellt wurde sah ich bisher keinen Grund dem zu widersprechen. Das mit der Zustellung ist sone Sache da ich auch nicht weiß wie das Mahngericht mit zurückgekommenen, ungeöffneten MBs umgeht. Den Kopf zerbrechen tue ich mir über solche Fragen allerdings nicht, dafür geht es um zu wenig Geld.

    Genau!

    Aussitzen. Ich würde nichts machen. Die wollen an Deine Kohle.

    Das einzige worauf ich reagieren würde sind amtliche Schreiben.


    Gruss, derwahreklopp

Ungelesene Themen

    1. Thema
    2. Antworten
    3. Letzte Antwort
    1. derdicke vs. waldorfer 7

      • derdicke
    2. Antworten
      7
      Zugriffe
      2,4k
      7
    3. derwahreklopp

    1. Abmahnung Waldorf Frommer 5,4k

      • princess15114
    2. Antworten
      5,4k
      Zugriffe
      1,1M
      5,4k
    3. derwahreklopp