Abmahnung Waldorf Frommer

  • Hallo zusammen,


    ich habe von der Kanzlei Waldorf Frommer eine Abmahnung wegen Urheberrechtsverletzung für den Download eines Filmes über BitTorrent erhalten. Hierbei wird mir angeboten, eine Unterlassungserklärung zu unterschreiben sowie 915,- EUR (700,- Schadenersatz + 215,- Rechtsverfolgungskosten) zu zahlen, um die Auseinandersetzung komplett zu beenden. Andernfalls könnte es zu einem Gerichtsverfahren kommen.


    Wie ist hier weiter vorzugehen? Die 915,- EUR scheinen mir dann doch etwas zu hochgegriffen.

  • kann ich die 915€ einfach bezahlen ohne denen irgendwas zu schicken?

    Prinzipiell kannst du das tun, aber das wäre gefährlich.

    Vermutlich geht es W+F geht es in erster Linie um das Geld. Wenn du nun deren Forderung bezahlst, erkennst du die an. Rein rechtlich haben sie einen Anspruch auf Unterlassung. Den erkennst du mit Anerkennung der Forderung auch an. Ist also kein Kinderspiel für W+F die UE einzuklagen und noch ein paar Extra-Einnahmen zu generieren. Der Streitwert bei der UE ist hoch, entsprechend die Anwaltskosten auch.


    Also: Schick die modUE und zahl und du solltest deine Ruhe haben.


    Ich habe mich für's Bestreiten der Forderung entschieden und bin bereit, die Angelegenheit vor Gericht zu klären, was ich denen vor 6 Jahren auch unmissverständlich geschrieben habe.

  • Ok, danke für die Info. Werde ich so machen. Ich habe einen Freund der letztes Jahr auch von W+F abgemahnt wurde. Er hat keinen Kontakt aufgenommen bis ein Brief vom Amtsgericht kam. Dann hat er gezahlt. Ich lese vermehrt das W+F die Leute jetzt immer öfter vor das Gericht zieht. Zumindest bei den neueren Fällen. Ich habe keine Lust auf das hin und her und mir ist der Frieden lieber.

  • Ok, danke für die Info. Werde ich so machen. Ich habe einen Freund der letztes Jahr auch von W+F abgemahnt wurde. Er hat keinen Kontakt aufgenommen bis ein Brief vom Amtsgericht kam. Dann hat er gezahlt. Ich lese vermehrt das W+F die Leute jetzt immer öfter vor das Gericht zieht. Zumindest bei den neueren Fällen. Ich habe keine Lust auf das hin und her und mir ist der Frieden lieber.

    Brief vom Amtsgericht ist normalerweise der Mahnbescheid. Bei den meisten Abgemahnten ist danach Schluss und sie hören nix mehr von W+F.


    Du kannst gerne zahlen, aber Viele (die Meisten?) machen es anders. Siehe auch den Thread-Anfang und den Wegweiser.

  • Ich habe mich für's Bestreiten der Forderung entschieden und bin bereit, die Angelegenheit vor Gericht zu klären, was ich denen vor 6 Jahren auch unmissverständlich geschrieben habe.

    Dann wünsche ich Dir viel Kraft und Durchhaltevermögen. Bisher konnten wir uns vor dem Amtsgericht und Landgericht durchsetzen. Die Revisionsbegründung ist bereits beim BGH eingegangen. Jetzt bleibt zu hoffen das der BGH es auch so sieht wie wir und die Vorinstanzen ansonsten wird es teuer...

  • Dann wünsche ich Dir viel Kraft und Durchhaltevermögen. Bisher konnten wir uns vor dem Amtsgericht und Landgericht durchsetzen. Die Revisionsbegründung ist bereits beim BGH eingegangen. Jetzt bleibt zu hoffen das der BGH es auch so sieht wie wir und die Vorinstanzen ansonsten wird es teuer...

    Letztendlich beruht ja das Geschäftsmodell darauf, dass die Abgemahnten einknicken und nicht die Mühe einer Verteidigung auf sich nehmen wollen.


    Daher: Alles Gute! Ich habe mich auch für das Kämpfen entschieden. Nach dem Mahnbescheid ist bislang Ruhe.

  • Letztendlich beruht ja das Geschäftsmodell darauf, dass die Abgemahnten einknicken und nicht die Mühe einer Verteidigung auf sich nehmen wollen.


    Daher: Alles Gute! Ich habe mich auch für das Kämpfen entschieden. Nach dem Mahnbescheid ist bislang Ruhe.

    Da hast Du natürlich recht und weiter viel Erfolg. Habe die Tage Post bekommen. Die Akte liegt nun offiziell in Karlsruhe ;) Revisionsverfahren BGH - I ZR 173/20. Am 17.12 ist das Urteil beim BGH mit Bezug Verfahren vom LG München. Da geht es auch um die Frage der vorgerichtlichen Auskunftspflicht bei einer unberechtigten Abmahnung. Spannend...

  • Hallo an alle,


    habe mich hier neu angemeldet, um mitzudiskutieren und um ein paar Einschätzungen zu erhalten - so gerne habe ich Waldorf Frommer ;)


    Habe im Februar 2020 eine Abmahnung von denen bekommen wegen dem Laden über Torrent eines Films: 700€ Schadensersatz + 215€ Rechtsverfolgungskosten, insg. also 915€.


    Habe einen von diesen darauf spezialisierten Anwälten eingeschaltet, dem ich hierfür 250€ Pauschale abgedrückt habe. Er hat ein Verteidigungsschreiben an WF geschickt, in dem jegliche Schuld meinerseits abgestritten worden ist, mit dem Verweis darauf, dass ich in einer WG lebe und weitere Mitbewohner habe, die Zugriff auf das W-Lan haben, und auch eine Lebenspartnerin habe, die ebenso Zugriff hatte. In dem Schreiben wurde klar gemacht, dass ich keine Zahlung durchführen werde, da ich mir keiner Schuld bewusst bin.


    Tja, ich dachte, wie so viele hier wohl, dass es damit erledigt sei. Seit dem auch keine Post mehr von WF bekommen. Leider habe ich aber nun letzten Freitag dann doch einen Mahnbescheid erhalten: Nun wollen sie 107,50€ Rechsanwaltskosten und 1000€ Schadensersatz gemäß dem Schreiben vom Februar + noch neu dazu Gerichtskosten und weitere Gebühren, so dass jetzt 1340,60€ verlangt werden. Was mich stutzig macht, ist, dass nun plötzlich andere Beträge angegeben werden als noch in der Abmahnung vom Februar, wie kann das sein?


    Mein Anwalt will natürlich auf einmal mehr Geld, da jetzt keine außergerichtliche Sache mehr. Bekomme das Gefühl, dass das selber eine Art Mafia ist und werde ihn auch nicht mehr hinzuziehen, sondern dem Mahnbescheid widersprechen und hoffen, dass nicht geklagt wird. Wobei ich nach all dem, was ich hier so gelesen habe, befürchte, dass es doch passieren wird. In diesem Fall würde ich dann versuchen einen Vergleich zu erzielen, da ich auf keinen Fall, auch wenn ich mich im Recht sehe, einen Prozess durchleben will.


    Meine Frage konkret: Was würden denn noch so ca. für zusätzliche Kosten auf mich zukommen, falls es zur Anklage kommt? Kann das hier jemand erfahrungsgemäß abschätzen? Das dürften ja nur zusätzliche Anwaltskosten seitens WF sein, richtig?


    60% vom zu zahlenden Betrag als Vergleich sind realistisch? Würde WF dies annehmen wenn ich das vorschlage? Bin etwas verunsichert, ob ich einen Vergleich jetzt gleich vorschlage, oder einfach erst einmal widerspreche und abwarte mit dem Risiko, dass tatsächlich geklagt wird und ein Vergleich dann nochmal teurer wäre. Würde es wohl abhängig davon machen, wie hoch die Differenz wäre zu jetzt.


    Mein damaliger Anwalt, den ich jetzt noch einmal kontaktiert habe, meinte ich müsste mit zusätzlichen 700€ etwa rechnen. Traue ihm aber ehrlich gesagt nicht so recht, da ich vermute, er will auch nur an mein Geld ran und mir etwas Angst machen, so dass ich über ihn einen Vergleich einleite.


    Vielen Dank und haltet die Ohren steif, lasst euch nicht unterkriegen! Beste Grüße aus Berlin

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 Mal editiert, zuletzt von hetzel ()