Abmahnung FAREDS

  • Moin Moin,


    A.
    Mal vielleicht ein paar Ausführungen zum 1X1 des Prozessrechts, der ein oder andere könnte Honig daraus saugen:


    1. Wenn die erste Instanz das [lexicon]Amtsgericht[/lexicon] ist, ist nach dem [lexicon]Landgericht[/lexicon] (Berufung) der Rechtsweg regelmäßig erschöpft. Das OLG oder gar der [lexicon]BGH[/lexicon] kann dann allenfalls im Rahmen einer Stadtrundfahrt besichtigt werden.


    2. Wenn die eingeklagte Summe unter 600 EUR ist, wird es nicht einmal etwas mit der Berufung, weil die Beschwerdesumme nicht erreicht wird.


    Wer wirklich seinen Fall vor Gericht bringen möchte, dem steht immer die negative Feststellungsklage offen. Es gibt derzeit einige Feststellungsklagen, die auch durchaus einen guten Verlauf genommen haben.


    B.
    Bis das Gesetz gegen unseriöse Geschäftspraktiken in Kraft tritt wird es wohl noch mindestens 4 Wochen bis zu 3,5 Monate dauern. Die meisten Richter, mit denen ich gesprochen habe, tippen auf 6 Wochen. Wirklich sicher ist niemand. Wenn das Gesetz in Kraft getreten ist, kann aber das alte Spiel der Hauptsacheklage bei Verzicht auf Rücknahme um das Verfahren an ein anderes Gericht zu ziehen, nicht mehr fortgeführt werden. Auch dadurch könnte die negative Feststellungsklage interessanter werden.


    Mit freundlichen Grüßen


    Dr. Alexander Wachs
    -Rechtsanwalt-

  • Hallo zusammen, auch ich wurde abgemahnt und habe heute das Mahnschreiben bekommen, da ich die Foren im Netzwelt vermisse bin ich nun hier und brauche erneuten Rat. Was mache ich mit dem [lexicon]Mahnbescheid[/lexicon], ich mein ICH hab ja nichts angestellt, doch weiss ich grad auch nicht wie ich weiter vorgehen soll/muss? Muss ich nur das Mahnschreiben ausfüllen und zurücksenden oder noch was dazu legen?


    LG Sunny

    Nabend zusammen, nachdem ich dem [lexicon]Mahnbescheid[/lexicon] Widerrufen habe, kam nun Post von Fareds wo im Inhalt mir mir mitgeteilt wird das sofern ich nun die Summe xxx nicht zahlen würde und damit eine Aussergerichtliche Einigung in Erwägung ziehe, würde man seitens der Kanzlei das ganze als Klageschrift dem Gericht vorlegen. Und was nun?


    LG

  • Und was nun?


    Diese Frage wird ständig gestellt (sobald weitere Post vom Abmahner eintrifft - auch nach einem [lexicon]MB[/lexicon])! ;( Mit Klage wird doch schon im Erstschreiben an Dich gedroht! Was hat sich an Deiner damaligen Entscheidung: Mod UE + nicht zahlen geändert, nur weil ein weiteres Schreiben eintrifft, in dem mal wieder mit Klage gedroht wird? Es liegt an Dir und Deiner ganz persönlichen Situation (was ist damals zum angeblichen Down/Uploadzeitpunkt passiert) und Einschätzung (die man sich erst nach viel Lesen über den Abmahnwahn bilden kann!) wie Du Dich entscheidest!


  • Diese Frage wird ständig gestellt (sobald weitere Post vom Abmahner eintrifft - auch nach einem [lexicon]MB[/lexicon])! ;( Mit Klage wird doch schon im Erstschreiben an Dich gedroht! Was hat sich an Deiner damaligen Entscheidung: Mod UE + nicht zahlen geändert, nur weil ein weiteres Schreiben eintrifft, in dem mal wieder mit Klage gedroht wird? Es liegt an Dir und Deiner ganz persönlichen Situation (was ist damals zum angeblichen Down/Uploadzeitpunkt passiert) und Einschätzung (die man sich erst nach viel Lesen über den Abmahnwahn bilden kann!) wie Du Dich entscheidest!


    Hi erst mal,




    die Frage was sich geändert hat kann ich dir zumindest von meiner Sicht aus
    beantworten.


    Wenn man die Abmahnung bekommt ist es ja noch ganz einfach, [lexicon]ModUE[/lexicon] fertig. :P


    Dann kommt der erste Brief das die Sache noch nicht erledigt bla bla..... :)


    Dann evtl. ein Zweiter... :)


    Und auf ein mal ein Gelber Brief ([lexicon]MB[/lexicon]), auch noch kein Problem Widerspruch
    fertig.. (das Bauchgefühl ist jetzt nicht nehr so locker) :S


    Dann kommt der Brief letztmalig ansonsten Prozess! ?(


    Jetzt stehen wir ziemlich am ende der ganzen Schreiberei (oder eben nicht)..




    Möglichkeiten sind:


    -Man hört Nix mehr- Glück gehabt.


    -Vergleich- bei einem Lied z.B. mit Glück ca.250-300.-€ Fall erledigt.


    -Prozess- man verliert - dann ca. 1200.- 1500.-.


    -Prozess- man gewinnt den Prozess ;-) -




    und das hat sich geändert (Angst, Unwohlsein wenn die Post kommt, Prozess
    ja/nein,) man will seine Ruhe wieder haben!


    Jetzt frag ich dich was die vernünftigste Wahl ist? Sicher muss das jeder
    selber wissen aber hier wird doch sehr in Richtung


    nichtzahlen gepuscht (meine Meinung). Ich hab auch nicht unbedingt Lust 3 Jahre
    meinen Briefkasten/Postboten nicht mehr zu mögen ;-)




    Also ich für meinen Teil möchte Ruhe und werde versuchen einen Vergleich
    auszuhandeln.


    Ist ja auch die einzige Möglichkeit die Kosten ein wenig (selber) zu bestimmen..




    Also das ist nur meine Meinung..




    Gruß HABNIX

  • Habnix
    Natürlich Deine ureigenste Enscheidung, Deine Nerven, Dein Geld (künftiger Nick dann: Habwenigeralsnix).


    Da mir aber Fareds jetzt nicht als der absolute Prozeßführer bekannt ist (da treten andere Abmahner wesentlich konsequenter auf), halte ich persönlich Deine Entscheidung für verfrüht.


    Aber: wenn es Deine Nerven schont, die Freundschaft zu Zusteller wieder herstellt, Dich gut schlafen läßt...


    Bedenke aber: Dein Vergleich hält die Maschinerie ein stückweit länger am Laufen.


    Gruß

  • hi,
    natürlich ist es einfacher zu zahlen und manchmal fürs Gemüt auch besser...
    Aber mir pauschal zu sagen Nick auf Habwenigeralsnix ändern nur weil ich keine Drahtseile als Nerven hab ist ja woll nicht gerade fair.
    Wann würdest du den Vergleich machen bei Klage Erhebung? Geht ja dann nur mit RA was alleine schon 250.-€ kostet + 250-300.-€ Vergleich
    Dann ändere ich meinen Nick in Habnochwenigeralsnix und wenn der Vergelich abgelehnt wird und ich den Prozess verliere auf Habnochsehrsehrvielwenigeralsnix :rolleyes:
    Gruß

  • Wann würdest du den Vergleich machen bei Klage Erhebung? Geht ja dann nur mit RA was alleine schon 250.-€ kostet + 250-300.-€ Vergleich

    Stimmt nicht. Ein eigener [lexicon]Anwalt[/lexicon] ist für einen Vergleich nicht notwendig. Auch auf dem ersten Rechtszug ([lexicon]AG[/lexicon]) besteht keine Anwaltspflicht.
    Daher ist es wirklich nur eine Frage der eigenen Courage (oder Leidensfähigkeit), wie lange man mit dem Vergleich wartet. Immerhin besteht (gerade bei Deinem Abmahner!) die reelle Chance auf [lexicon]Verjährung[/lexicon], dann sind die Kosten gleich NULL.

  • Stimmt nicht. Ein eigener [lexicon]Anwalt[/lexicon] ist für einen Vergleich nicht notwendig. Auch auf dem ersten Rechtszug ([lexicon]AG[/lexicon]) besteht keine Anwaltspflicht.
    Daher ist es wirklich nur eine Frage der eigenen Courage (oder Leidenfähigkeit), wie lange man mit dem Vergleich wartet. Immerhin besteht (gerade bei Deinem Abmahner!) die reelle Chance auf [lexicon]Verjährung[/lexicon], dann sind die Kosten gleich NULL.

    Also auch ich habe mich entschieden nachdem neulich der [lexicon]MB[/lexicon] kam. Wiederspruch und abwarten. Einfach abwarten. Im schlimmsten Fall kommt irgendwann eine Klageschrift. Dann kann man immer noch vergleichen oder einen [lexicon]Anwalt[/lexicon] beauftragen. Selbst wenn man einen RA beauftragt zum vergleichen oder klagen, sooooo teuer ist das nicht. Denn mal ganz ehlich, wer von uns hat nur eine Abmahnung. Ich sehe es so, wenn auch nur einer durch aussitzen sich nach drei Jahren erledigt ist das schon fast die ganze Miete.


    Von meinen 6 verschiedenen Abmahnern höre ich nur noch was von zweien. Und das seid April 2011.

  • Daher ist es wirklich nur eine Frage der eigenen Courage (oder Leidenfähigkeit), wie lange man mit dem Vergleich wartet.


    Deswegen ist der Weg, den Habnix gegangen ist, ja auch vollkommen ok. Wenn man(n)/frau nicht das "Nervenkostüm" hat, eine Abmahnung und deren mögliche Folgen über mehrere Jahre durchzustehen, ist ein Vergleich natürlich verständlich. Es kommt auf die Einschätzung des einzelnen mit seiner persönlichen (Abmahn-) Situation an. Mögliche Fragen, die ich mir stellen würde (Liste nicht vollständig):
    1) Kann ich im Falle einer Klage die Störerhaftung entkräften? Habe ich genug Belege, um im Falle einer Klage gut "durchzukommen"?
    2) Wie oft klagt mein Abmahner? Finde ich dazu (zu Klagen) des öfteren Berichte in den gängigen Foren?
    3) Gibt es schon Gerichtsurteile gegen meinen Abmahner? Welchen Nutzen kann ich daraus für meine ganz persönliche Situation ziehen?
    4) Will ich die ganze "Chose" drei Jahre plus x wirlich durchstehen (mit all den Drohschreiben und womöglich Gefährdung des Familienfriedens)?
    5) Will ich generell dem Abmahnwahn "Paroli" bieten, indem ich mich für "Mod UE + sonst nix" entscheide (und gehe ich das (geringe) Risiko einer Klage auf Abmahngebühren ruhig ein)?
    6) Welche Kosten kommen im ungünstigsten Falle (Totalniederlage vor Gericht, Versäumnisurteil) auf mich ungefähr zu?
    7) Habe ich schon Abmahnschreiben von anderen Abgemahnten gesammelt (gleicher RI, gleiches Werk), die im Wortlaut identisch sind, um gemäß der "delta-Theorie" (Stichwort: dieselbe Angelegenheit) im Falle eines Gerichtsverfahrens argumentieren zu können? etc. etc.

  • Hallo,


    ich habe auch eine Abmahnung von FAREDS fuer ein Vergehen am 21.04.2013 ueber 600 Euro bekommen. Die Frist für Zahlung und UE waren der 06.05. Dieses Schreiben, so wie ein weiteres mit einer "letztmaligen Forderung" zum 13.06. sind erst heute geöffnet worden (die Gründe dafür sind jetzt ja irrelevant).
    Das letzte Schreiben besagt, dass bei Nichteinhaltung der Frist ein gerichtliches Eilverfahren zur Durchsetzung der vollen Schadenssumme (10.000 EUR) eingeleitet wird.
    Die Frist wurde ja nun schon um über einen Monat überschritten. Kann ich noch etwas unternehmen, um das abzuwenden? Wenn 10.000 EUR der schlimmste Fall sind könnte ich mit 600 EUR noch ganz gut leben.