Abmahnung Gutsch & Schlegel Rechtsanwälte in Partnerschaft, vormals Sasse & Partner

  • Wenn Waldorf klagt, ist Dein [lexicon]Anwalt[/lexicon] zuständig auf mögliche [lexicon]Verjährung[/lexicon] (kommt bei Waldorf nicht vor) hinzuweisen

    Ein [lexicon]Anwalt[/lexicon] kann allenfalls zuständig sein, wenn man einen in Anspruch genommen hat.


    Aber dass der Fragesteller dies gemacht hat, darf man ohne weitere Kenntnis nicht zwingend annehmen.



    In diesem Sinne


    Dianos

  • Es mag zwar sein,daß die "großen Player" im Abmahnbusiness zwar die drohende [lexicon]Verjährung[/lexicon] nicht so einfach vergessen,sondern ganz gerne "in letzter Minute" einen [lexicon]MB[/lexicon] erwirken. Dafür nehmen sie es mit dem Inhalt des [lexicon]MB[/lexicon] nicht immer so genau.Schon irgendwie mutig,wenn Gerichte reihenweise die fehlende Individualisierung von Mahnbescheiden anprangern, gewisse Kanzleien (auch Sasse!) aber trotzdem noch immer fröhlich diesen Fehler begehen.


    Apropos [lexicon]Verjährung[/lexicon]: Interessant finde ich,daß viele Kanzleien auf den "10-Jahres-Zug" aufgesprungen sind, den [lexicon]MB[/lexicon] aber trotzdem nach der gängigen 3-Jahres-Verjährungsfrist erwirken. Ganz überzeugt scheinen sie also nicht von dem zu sein,was sie da so schreiben.

  • Habe Mitte 2013 von Sasse und Partner eine Abmahnung erhalten für The Last Stand. Hab mit Mod. UE reagiert, seitdem nichts gehört. Heute kam ein Schreiben von Gutsch und Schlegel, die Nachfolger von S&P, dass sie mir letztmalig vor Beauftragen des Mahnbescheides, um die [lexicon]Verjährung[/lexicon] zu verhindern, ein Angebot über 450€ unterbreiten.
    Hier wurde ja seit Februar nix geschrieben, bin ich der Einzige der den Brief bekommen hat?

  • Habe heute das gleiche Schreiben mit dem gleichen Angebot im Briefkasten gehabt. Abmahnung auch bei mir im Jahr 2013, Reaktion nur mod. UE. Einige Bettelbriefe zu Beginn, dann lange nichts mehr.

  • Habe ebenso einen Brief der Kanzlei "Gutsch Schlegel" bekommen. Dasselbe Spiel: 450€ oder Mahnverfahren wird eingeleitet. Zahlen soll ich natürlich auch ziemlich schnell.


    Von S&P kam der erste Brief auch Anfang 2013. Danach [lexicon]ModUE[/lexicon] und nix mehr gehört bis jetzt.


    Für mich ist das Fischen nach Angsthasen kurz vor der [lexicon]Verjährung[/lexicon], deshalb werde ich nicht zahlen.


    Habe aber ein paar Fragen. Wäre glücklich wenn da jemand Antwort & Rat hat:


    1. Soll ich auf den Brief antworten/reagieren? Im Prinzip ist es ein "verschärfter Bettelbrief", oder?
    2. Ist es denn legitim, dass sich die Kanzleien die Fälle hin- und herschachern?
    3. Wie ist es mit dem neuen Gesetz der Störerhaftung? Darf überhaupt noch abgemahnt werden?


    Lg und Danke.

  • Moin [quote='nikolaus','https://www.iggdaw.de/index.php?thread/1416-abmahnung-gutsch-schlegel-rechtsanw%C3%A4lte-in-partnerschaft-vormals-sasse-partner/&postID=32343#post32343']1. Soll ich auf den Brief antworten/reagieren? Im Prinzip ist es ein "verschärfter Bettelbrief", oder? 2. Ist es denn legitim, dass sich die Kanzleien die Fälle hin- und herschachern? 3. Wie ist es mit dem neuen Gesetz der Störerhaftung? Darf überhaupt noch abgemahnt werden? [/quote] zu 1.: nicht mehr nötig, da Du ja wohl bereits bei der Abmahnung reagiert haben solltest
    zu 2.: es hat ja nur eine "Umfirmierung" stattgefunden, der Rest ist geblieben
    zu 3.: natürlich darf weiterhin abgemahnt werden und die Störerhaftung steht ja auf einem anderem Papier
  • wenn du reagierst, z.b. mit einem geringeren Angebot von dir, dann hemmt das die [lexicon]Verjährung[/lexicon]!


    Ich werde auch nicht reagieren, halte eine Klage für unwahrscheinlich, v.a. weil Guardeley damals schon viele Prozesse verloren hat, z.b. wenn kein Upload nachweislich vorhanden war.

  • wenn du reagierst, z.b. mit einem geringeren Angebot von dir, dann hemmt das die [lexicon]Verjährung[/lexicon]!


    Ich werde auch nicht reagieren, halte eine Klage für unwahrscheinlich, v.a. weil Guardeley damals schon viele Prozesse verloren hat, z.b. wenn kein Upload nachweislich vorhanden war.

    Aus eigener Erfahrung kann ich dir sagen,daß das Gutsch&Schlegel/Sasse&Partner nicht vom klagen abhält. Denn leider kommt das Thema "ordnungsgemäße Ermittlung" nur höchst selten in Prozessen zur Sprache,d.h. wir sind noch weit davon entfernt, die zweifelhafte Ermittlung dieser Firma in die gängige Rechtsprechung zu übernehmen.

  • Wann kam bei dir denn der [lexicon]MB[/lexicon]? Und wie hast du reagiert?
    Das das nicht von einer Klage abhält ist klar, aber dennoch ein Punkt der mir aufgefallen ist und mit dem man eventuell argumentieren kann.


    [lexicon]MB[/lexicon] kam Ende 2014 (widersprochen), die Klage dann Mitte 2015, die Verhandlung dann im Oktober 2016. Zweifel an der Art und Weise der Ermittlungen anzumelden mag zwar sinnvoll erscheinen,doch letztendlich ist man als Beschuldigter bei den Ermittlungen nicht dabei gewesen und kann sich lediglich auf Aussagen von Leuten verlassen, die die beiden Gutachten, hinter denen sich Guardaley versteckt, gelesen und analysiert haben. Oder eben auf Gerichte,die die Ermittlungsmethoden kritisch hinterfragt haben (ich erinnere da an den Fall Guardaley vs ipoque). Bleibt aber trotzdem ein Problem: Man kann trotzdem nicht nachweisen,ob die Ermittlungssoftware bei der eigenen Ermittlung ebenfalls unzuverlässig gearbeitet hat bzw dies noch immer tut. Denn dazu müsste man im Extremfall ein eigenes Gutachten erwirken,welches die Abmahner in der Vergangenheit immer durch Rückzug der Klage zu verhindern wussten. Ich lass mich gerne eines besseren belehren,aber mir wäre kein Fall bekannt,wo es unabhängige Gutachten zur Ermittlungssoftware gegeben hätte. Selbst da,wo ein Gericht so ein Gutachten angefordert hat (z.B. LG Flensburg, [lexicon]AZ[/lexicon]: 8 S 20 /15) wurde die Erstellung des Gutachtens durch Nichtzahlung des Kostenvorschusses durch den Abmahner unterbunden. Da sagt einem doch die Logik: Wenn die Software angeblich so unfehlbar ist,wieso lassen die Abmahner dann kein solches Gutachten anfertigen und räumen jede weitere Kritik an den Ermittlungsmethoden aus dem Weg ? Daß sie genau das nicht tun, lässt den Schluß zu,daß sie genau wissen,daß da was faul ist.

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  • Hast du die Klage gewonnen, oder hast du verglichen? Dann wäre die Anforderung eines Gutachtens doch ein gutes Mittel, S&P zum Rückzug der Klage zu bringen.

    Verglichen. Nicht weil ich den [lexicon]AG[/lexicon]-Prozess verloren hätte (der Richter war auf meiner Seite) als vielmehr deshalb, weil Sasse noch im Gerichtssaal ankündigte, in Revision gehen zu wollen, wenn er verliert. Und vor den Landgerichten ist die Stimmung in Sachen Abmahnungen leider eine ganz andere als vor Amtsgerichten. Anders gesagt: Auch wenn zunehmend Amtsgerichte für die Abgemahnten positive Urteile fällen, so sind Landgerichte leider noch äußerst abmahnerfreundlich gesinnt.Es wäre ein Pyrrhus-Sieg,wenn ich zwar vor dem [lexicon]AG[/lexicon] gewinne,aber dann vor dem [lexicon]Landgericht[/lexicon] baden gehe. Denn das käme mich teuer als der Vergleich. Ob es tatsächlich noch vors [lexicon]Landgericht[/lexicon] geht,weiß ich allerdings nicht. Denn einem Vergleich muss der Gläubiger immer erst zustimmen, das kann der Abmahner selbst nicht immer sofort selbst entscheiden. Bis heute (9.11.) hat der Richter der Gegenseite noch Zeit gegeben, dem Vergleich zuzustimmen,aber bislang spielt man dort toter Mann. Danach ergeht ein Urteil (zu meinen Gunsten). Wundert mich eigentlich, daß die sich so lange Zeit lassen, denn im vorgerichtlichen schriflichen Schlagabtausch waren sie richtig schnell beim Antworten.
    Ach ja...kleiner Tip an alle,denen noch ein Prozess bevorsteht: schreibt vorgerichtich nicht zuviele Details über euren Fall im Netz. Etwa das Datum der Abmahnung, Datum des Mahnbescheides usw usw.. Aus meinem eigenen Fall weiß ich zufällig,daß die Abmahner auch die diversen Foren überwachen und so versuchen, Informationen zu bekommen,die sie gegen euch verwenden können. An dieser Stelle mal ein Gruß nach Hamburg: :thumbdown:

  • Danke, interessant! Ne hab bis jetzt nix konkretes reingestellt, insofern passiert da nix hoffentlich. In welcher Höhe liegt denn der Vergleich ungefähr, im Vergleich zu den davor geforderten 450€?


    Gilt nicht der fliegende Gerichtsstand noch, wenn die Abmahnung 2013 erfolgt ist? Wäre ja Hamburg in dem Fall.


    Hast du dem [lexicon]MB[/lexicon] selbst widersprochen, muss man dafür irgendwas machen außer ankreuzen? Oder hast du da gleich einen RA eingeschaltet?


    Was hast du denn zu deiner Verteidigung vorgebracht, bzw vorbringen lassen? Muss nichts konkretes sein, nur Anhaltspunkte an denen man sich orientieren kann...