Abmahnung Mauritius-Images

  • Hallo Allerseits,


    es hat mich erwischt. Ich hatte auf einer meiner privaten Homepageseiten bzgl. Angeln ein kleines Bildchen von einem Zander eingebettet, irgendwo kopiert, keine Hinweise zu Urheberrechte oder so gefunden. Nun die Abmahnung, ausgerechnet von einer Kanzlei welche wohl im Porno Sumpf von U+C involviert war.


    Naja, 1200,00 als Pauschale zu Pfingsten wurden angeboten. Kurz meinen [lexicon]Anwalt[/lexicon] gefragt, soll eine Unterlassungserklärung abgeben und gut so, nix überweisen.


    Habe dann einfach mal die Mauritius Images angerufen, gefragt warum die mich nicht einfach per Mail kontaktiert haben. In einem freundlichen Gespräch wurde gesagt das sie es früher so versucht aber als Abzocker beleidigt und beschimpft wurden. Letztendlich sagte mir die Dame das sie mir mal auf die Finger klopfen will, der RA aber durchaus mit sich reden lässt. Das Mandat ist erteilt, sie kann die Sache nicht mehr mit mir erledigen.


    Bin nun unschlüssig. Mein [lexicon]Anwalt[/lexicon] geht von einfach gelagerten Bagatellfall mit unerheblicher Rechtsverletzung aus. Ohne Fahrlässigkeit oder Vorsatz entfallen wohl auch Schadensersatzansprüche und beim Konkurrenten Getty bekommt man so ein Bild schon für 21,00 lizenzfrei, bei Fotolia gar 4er Fototafel für 10,00 Euro Nutzung ein Jahr lang.


    Was soll man machen? Den abmahnenden [lexicon]Anwalt[/lexicon] anrufen oder UE abschicken und warten was evtl. weiter passiert? Kann man sich in einem Telefonat eigentlich auch kostenpflichtig verplappern?


    Hier der wesentliche Auszug aus der Unterlassungserklärung:


    es zu unterlassen, das nachfolgend abgebildete urheberrechtlich geschützte Bild öffentlich zugänglich zu machen und für jeden Fall der Zuwiderhandlung eine von der Unterlassungsgläubigerin nach billigem Ermessen festzusetzende, im Streitfall von dem zuständigen Gericht auf deren Angemessenheit zu überprüfende Vertragsstrafe zu bezahlen.


    Sieht jemand einen Pferdefuß in diesem Text oder kann man das so unterschreiben? Kann man "für jeden Fall" stehen lassen oder wäre "für den Fall" besser? Habe sehr viel von modifizierten UE gelesen, glaube aber das dies in meinem Fall nicht nötig ist.


    Allgemein wird mit fantastischen Preisen um sich geworfen, 912,50 Euro für entgangenes Nutzungsentgelt und nochmal das Gleiche für das Unterlassen der Urhebernennung. Alles in allem hätte ich ein Kostenrisiko von über 2280 Euro vor Gericht zu tragen, dagegen sind doch 1200 ein Schnäppchen !


    Da ich davon ausgehe das diese Fotos per Suchmaschinen aufgespürt werden liegt der Verdacht von Massenabmahnungen nahe. Leider habe ich nirgends eine Datei gefunden wo sich Betroffene eintragen können um dies auch nachzuweisen, z.B. Mauritius Images Bild Nummer*******. Nur so könnte man auch die sogenannten Urheberrechtsfallen aufdecken.


    Hoffe das noch mehr Fälle hier eingetragen werden um alles etwas zu bündeln, überschaubarer zu machen und evtl. überforderte Betroffene helfen zu können denn es werden ganz ganz wenige auf die Rechtsschutzversicherung zurück greifen können, auch ich nicht.


    Grüsse, H****

  • Was mich vorerst wundert, wieso U+C und nicht Waldorf ... aber ist auch erstmal egal.


    Grundsätzlich sollte man nie Bilder verwenden, an denen man nicht die Rechte erworben hat oder auf Grund eigener Erstellung selbst besitzt. Daher erst recht nach Erhalt einer Abmahnung:
    Bild(er) vom Server runter, bei Google Löschantrag für Cache stellen ... danach Unterlassung erklärung. Die hier auf dieser Seite befindliche Mustererklärung ist für Filesharing-Fälle und für 'Bilderabmahnungen' nur eingeschränkt nutzbar. In deinem Fall müssen konkrete Bildnachweise beigelegt werden, damit eindeutig ist, wofür man die Unterlassung erklärt.
    Nie jedoch, die mitgeschickte UE des Abmahners!


    Sicher, jeder RA wird mit sich reden lassen, aber ob das Ergebnis zufriedenstellend ist ... und reden heißt ja dann auch nach dem Gespräch eine Entscheidung zu treffen.
    Als Ausgangspunkt zur 'Verhandlung' müsste man sich darüber informieren, wie hoch die Lizenzgebühr bei einer ordnungsgemäßen Lizenzierung gewesen wäre - von der Zeit der Nutzung abhängig - oder was die Mittelstandsgemeinschaft Fotomarketing in ihren Honorartabellen dafür ansetzt. Hinzu kommt noch ein 100% Aufschlag wegen fehlendem Bildnachweis.
    Übliche Streitwerte für Bilder liegen zwischen 3.000 und 5.000 EUR woraus sich dann die RA-Gebühren von grob zwischen 250 bis 400 EUR ergeben.


    Diese beiden Positionen stellen gemeinsam eine virtuellen Betrag dar, der einerseits unter der pauschalen Forderung der Abmahnung liegen dürfte, anderereits aber unter dem kaum was gehen dürfte.


    Es sei denn, es handelt sich um - nach § 97a Abs. 2 UrhG - "einfach gelagerten Fällen mit einer nur unerheblichen Rechtsverletzung außerhalb des geschäftlichen Verkehrs" in Analogie dem Willen des Gesetzgebers in BT-Drucksache 16/8783, S. 49f, "Verwendung eines Lichtbildes in einem privaten Angebot einer Internetversteigerung ohne vorherigen Rechtserwerb vom Rechtsinhaber".
    Hierzu müsste von deinem RA auch die Thematik der Website allgemein und hinsichtlich Werblichkeit überprüft werden - bereits ein Werbelink, für den Geld verlangt werden kann, kann zu einer Einstufung einer Gewerblichkeit führen. I.d.R. wird § 97a Abs. 2 UrhG aber vom Abmahner abgelehnt.

  • Hallo,


    nee, nee, nicht U&C sondern Deubelli der anscheinend ausgeschert ist.


    Wo bei Google kann ich den Cache löschen lassen und hat es irgendwelche Auswirkungen (optisch oder im Ranking) auf meine Homepage?


    Die Streitwerte lt. MFM sind doch wohl einseitige Vergütungsvorstellungen welche in der Realität nie erreicht werden und sich nicht annähernd mit Stockangebote decken. Von den MFM Lizenzen können die Fotografen doch nur träumen.
    Der Aufschlag von 100% wäre doch bei einem regulären Nutzen nicht angefallen und Verletzerzuschläge kommen in der deutschen Rechtssprechung überhaupt nicht vor. Es kann doch nicht sein das die Agenturen Geldstrafen erteilen und die Gerichte diese Praktiken einfach abnicken, oder?
    Ob es sich um einen "einfach gelagerten Fall" handelt bitte ich Euch mal auf meiner Homepage www.haralds-zanderecke umzusehen. Die einzigen Links sind unter der Rubrik "Kontakte". Alles Menschen mit denen ich in persönlichen und freundschaftlichen Kontakt stehe, ausser dem Wetter auf HR3, Wasserstand etc.


    Möchte noch auf einen besonderen Umstand hinweisen:
    Die Abmahnung ist an die Betreiber der Website per Email eingegangen. Der RA hat offensichtlich keine Auskünfte eingeholt oder diese wurden ihm verwehrt.

  • Die Aussage der Frau von Mauritius Images ist auch etwas dahingesagt! Ein Mandat kann man erteilen, aber man kann es auch wieder entziehen! Ihnen geht es sicher nur um die bereits geleisteten Kosten zu ihrer Kanzlei. Ich würde vielleicht nochmal anfragen und einen Deal aushandeln (aber nur mit der Firma selbst bzw. mit deinem [lexicon]Anwalt[/lexicon]!). Man solle das Mandat dafür wieder entziehen bzw. von einer Abmahnung zu Dir absehen. Für etwaige Unkosten könnte man eventuell aufkommen (muss man prüfen wie hoch). So umgehst Du eventuell einer langjährigen "UE-Freundschaft". Aber das ist sicher nicht einfach umzusetzen und ist auch nur ein Gedanke von mir.


    Und bitte berichtigt mich, sollte ich in dieser Sache falsch liegen!

  • Hi Schachtscheisser,


    da haste Dir aber einen Nick zugelegt.........junge junge


    Genau das war auch der Sinn und Zweck meines Anrufs, das Ganze wie unter normalen Menschen regeln. Die Gute wollte nach meiner Einschätzung aber auch Kohle sehen und hat mich deswegen an den [lexicon]Anwalt[/lexicon] verwiesen.
    Nun rennt mir aber auch die Zeit davon, die UE muss am 24.5. abgegeben sein.


    Gruß, Aektschn

  • Wie geschrieben. Kohle wollen sie sehen, weil sicher auch schon Auslagen gegenüber ihres RAs bestehen. Und dazu wird wohl ein kleiner Betrag als Entschädigung verlangt, um die Sache nicht als fragwürdig stehen zulassen. Hier wird es eher um das Geschick von Dir bzw. Deines Anwalts ankommen. Ansonsten bleibt Dir momentan nur die UE fristgemäß einzureichen. Aber dafür sind es noch ein paar Tage.

  • Das Problem bei dieser Art von Abmahnungen ist ja, dass die Rechteverletzung nicht wegdiskutiert werden kann.


    Entweder das Bild war auf der HP (dann hat die Gegenseite mit Sicherheit einen Screenshot) oder nicht.


    Insofern ist man hier "im Sinner der Anklage" zu 100% schuldig, es kann nur noch über die Höhe der monetären Forderung verhandelt werden....


    Gruß

  • Der Tatbestand wird keineswegs bestritten. Es geht eher darum ob und in welchem Umfang ein Schaden entstanden ist und insofern fahrlässig und vorsätzlich gehandelt wurde. All dies ist wohl für ein Gerichtsverfahren und Kostenerhebung von größter Bedeutung.
    Fakt ist z.B. das man auch aktuell keinerlei Hinweise auf den Urheber oder Rechteinhaber im Internet findet.
    Die Firma Mauritius Images wird selbst bei der Fotosuche via Google nicht mal aufgerufen.
    Passend zu dem Foto allerdings locker 30 andere Webseiten auf denen das Bild benutzt wird.

  • Ist wiedermal eine perfide Art, Leuten Geld aus der Tasche zu ziehen. Aber wie bereits weiter oben geschrieben. Jedes Bild oder Foto unterliegt eben dem Urheberrecht und ist somit nicht frei verwendbar, wenn es nicht ausdrücklich vom RI angeboten wird. Und auch wenn es von anderen benutzt wird, ist es noch lange nicht für einen selbst anwendbar. Ähnliches hatte man und liesst man immer mal wieder mit dem benutzen von Fotos bei Facebook oder bspw. bei EBAY.


    Drück Dir die Daumen.

  • Guten Abend,


    danke für's Daumendrücken, hat mir schonmal 200.- erspart. Ich habe einfach mal den [lexicon]Anwalt[/lexicon] angerufen. Für 1000.- Euro wäre das Ganze erledigt, man kann sogar in Raten zahlen. Zur Berechnung wurde bereits berücksichtigt das meine Site als "ratgebend" eingestuft wird. Von daher ist seitens des Gegners die "private Nutzung im Sinne von nicht gewerblicher Veröffentlichung" faktisch anerkannt. Die erstmalige Abmahnung im einfach gelagerten Fall scheint soweit auch akzeptiert zu werden was sich allerdings nur auf die Anwaltskosten beschränkt.
    Bleibt letztendlich offen ob überhaupt ein Schadensersatzanspruch besteht da keine wirtschaftlichen Vorteile gezogen wurden. ??
    Hatte mich seit Erhalt des Mahnschreibens gewundert warum keine Auskunft zur Nutzungsdauer gefordert wurde. Das scheint bekannt zu sein, offensichtlich wird dies beim Suchen nach Fotos durch die benutzte Software genau angezeigt denn der [lexicon]Anwalt[/lexicon] sprach von "längeren Gebrauch" bei der Berechnung.
    Tja, jetzt habe ich die Wahl. Den Rat meines Anwalts befolgen und nur die UE abgeben oder das Angebot annehmen. Schade ist, dass man keinen Vergleichsfall heran ziehen kann.
    Gerade deswegen will ich hier bis zum Schluß berichten,dann hat es evtl. der nächste ein bißchen leichter.

  • Das ist lobenswert, dass Du uns in deinem Fall weiter unterrichtest. Nun, wenn es bei Dir um vorwiegend private Nutzung geht und somit ein gewerbliches Ausmaß eher nicht in Betracht kommt, solltest Du vielleicht mit Deinem [lexicon]Anwalt[/lexicon] das Für und Wieder nochmal genau abklären. Ich meine damit, was kommt im "schlimmsten" Fall auf Dich zu. Auch wenn die Nutzung des Bildes über einen längeren Zeitraum vorgehalten wird, sollte man es auch beweisen können!


    Tipp oder Idee von mir noch. Lass Dir mal von Deinem derzeitigen Hoster mal einen Durchschnitt (monatlich/ jährlich) an Aufrufen zu Deiner Seite ausstellen. Sollte eigentlich kein Thema für ihn sein. Denn meist wird der Traffic heutzutage bei privaten Webspace festgesetzt, da er teilweise als Berechnungsgrundlage dient. Ohne Dir zu nahe zutreten, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass Du täglich tausende Besucher zuverzeichnen hast! Ob nun das ein mit dem anderen zu tun hat, sollte Dir Dein [lexicon]Anwalt[/lexicon] sagen könnnen.

  • Hallo,


    thanks, ich kann via dem FTP - Progamm die Zugriffe direkt einsehen. Seit Bestehen meiner Site dürften es wohl schon 10 000 Zugriffe gewesen sein, während auf der Eingansseite 14 000 Zugriffe zu verzeichnen sind. Ich gehe aber davon aus, dass die Suchsoftware dies auch ermitteln kann. Ob festgestellt werden kann seit wann das Bildchen verwendet wurde ist hingegen fraglich, dass weiß ich selbst nicht mehr.


    Danke, dieser Artikel ist allerdings von 2007. Es gibt auch Urteile in denen gesagt wird das die MFM Tabellen nur für gewerbliche gelten, kann ich verstehen wenn man sich das mal anschaut. Da geht's um richtig hohe Auflagen / Vervielfältigungen usw. Damit wird sich allgemein nie ein Privatmensch befassen. Erinnere mich noch an einen Satz: von Profis für Profis !


    Hast absolut recht, deswegen will ich als Ersteinschätzung noch den Rat eines Fachanwalts einholen denn meine Anwälte sind eher auf notarielles, Scheidungs-, Familien- und Unterhaltsrecht spezialisiert. Will dann auch die UE wasserdicht verfassen lassen.


    To be contiued

  • Landgericht Köln (Az. 14 O 427/13)
    Das ist ja der neueste Schlag ins Kontor für alle Blogger und sonstigen Menschen, die im Internet ihre Texte gern mit legal erworbenen Bildern garnieren. Ich selbst betreibe einen harmlosen Blog, der noch nicht mal kommerziell gestaltet ist. Meine Bilder habe ich bei pixelio per Download geholt, natürlich habe ich die gratis Variante gewählt. Meiner Meinung nach habe ich auch die Quelle richtig zitiert, aber wer kann das heute schon noch so genau sagen, was richtig und was falsch ist. Nach diesem Urteil habe ich jedenfalls sämtliche Bilder aus meinem Blog gelöscht. Sicher ist sicher. Ich wurde schon mal abgemahnt in einer anderen Sache, das brauch ich nicht nochmal.
    .
    ---- zusammengefasst ----

    Tja, wer zu spät kommt, den bestraft das Leben. Letztes Jahr, genauer Anfang 2013 bekam ich eine Abmahnung wegen falsch zitierter Quelle von Bildmaterial. Ich habe meiner Meinung nach nichts falsch gemacht. Mein Beitrag wurde in einem Presseverzeichnis mit Vorschaubild veröffentlicht und dieses war nicht mit einer Quellenbezeichnung versehen - was aber nicht von mir verursacht war. Der [lexicon]Anwalt[/lexicon], den ich damit konsultierte, meinte, ich hätte keine Chance, ich müsse die 700 Euronen bezahlen, was ich dann auch zähneknirschend getan habe. Wie ich hier aber lese, hätte es doch Möglichkeiten gegeben, mich zu wehren.