dieselbe Angelegenheit - Teil 2

  • Hallo!


    infofan ,


    das ist ja das Dilemma,....


    Es handelt sich, auch wenn es manchen/einigen so erscheinen mag, nicht um eine ausweglose Situation, sondern lediglich um eine Anwendungsmöglichkeit - dieselbe Angelegenheit laut RVG bei den massenhaften Abmahnungen - welche der [lexicon]BGH[/lexicon] schon bei mehr als einer Abmahnung im "Presserecht" aufgezeigt hat.......also so etwas wie .... eine Hilfe zur Selbsthilfe...die Betroffenen können sie annehmen oder es sein lassen...ähnlich der Situation bei der Bereicherungsdiskussion...vom Steffen kann man wohl nicht erwarten, dass er das einfache Prinzip von Strafrecht (Strafe und Abschreckung...eigentlich nur vom Staat..). Schadenersatz - und Ersatz der erforderlichen Aufwendungs-Ansprüche bis hin zur Bereicherung erkennt und versteht, wenn selbst einige Gerichte nicht in der Lange sind, zwischen Schadenersatzansprüche und Bereicherung, zu unterscheiden...aber solche Diskussionen sind mitunter interessant, jedoch verwirren sie die Betroffenen eher mehr, wenn ständig von irgendeiner Seite, die doch sehr deutlich vorhandene Anwendungsmöglichkeit torpediert wird. Wenn überhaupt von einer Misere geredet werden kann, so sind es die Personen, die nicht, die sich bietenden Möglichkeiten ausnutzen.....und sich erst hinterher darüber auslassen, warum es nicht geklappt hat...irgend ein User hat ..."immer" von sich gegeben, dass man es erst versuchen muss, bevor man laut herumposaunen kann, das es nicht klappt....Versuch macht klug ...bzw wer sich nicht wehrt, hat eh schon verloren...oder wie der alte Kant schon sagte...aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit heraustreten und sich seines eigenen (so weit vorhanden) Verstandes zu bedienen...doch zunächst müssen die Betroffenen sich ihrer Situation bewusst werden...

    Zitat

    Warum hat der denn nicht geoufft? Ansonsten hat er ja auch ein großes Maul!


    Besonders kritisch sind solche.....die Bezeichnung wäre wohl am Rande zur Persönlichkeitsrechteverletzung..."User" und Äußerungen zu sehen...erst alles dafür tun, um zu verhindern, dass überhaupt die Frage der Anwendungsmöglichkeit vor Gericht gebracht wird....und dann sich "hinstellen" und "herumtönen"...warum andere es nicht tun....Mensch geht doch zum lupenreinen Demokraten oder zum neuen "Friedensapostel", dann könnt ihr euren Scheinheiligenschein gegenseitig polieren...Du tust tatsächlich alles dafür, dass die Vermutungen, warum die Anwendungsfrage noch nicht geklärt ist, dich betreffend zur Gewissheit werden...


    mfg
    ouf

  • Hallo!


    ...nun hat ja lange genug, der sinnfreie Beitrag von Shual am Ende, geglänzt...


    Obwohl schon im allgemeinen Teil von upgrade angesprochen..

    [lexicon]Amtsgericht[/lexicon] Stuttgart-Bad Cannstatt (8 C 1023/15)


    und da ich einen "saftigen" Kommentar bei RA Ferner nicht anbringen konnte, eben hierzu einen Beitrag geschrieben habe, indem es hauptsächlich um die Schadensberechnung nach einer kumulativen Verbreitungsschuld ging, wurde der Abschnitt, der dieselbe Angelegenheit betrifft....vom Gericht hervorragend beschrieben...

    Es ist davon auszugehen, dass der Klägervertreter auch in sämtlichen weiteren Fällen, in denen er Auskünfte aufgrund des Beschlusses des Landgerichts München I vom 29.01.2013 erhalten hat, gleichlautende Schreiben verwendet hat, die sich lediglich in der Anschrift des Empfängers und in dem vorgeworfenen Urheberrechtsverstoß unterschieden, während die weiteren Ausführungen des Klägervertreters auf den Seiten 2ff. des Schreibens, selbst wenn sie lange Rechtsausführungen, die teilweise richtig sein mögen, enthalten, identisch waren.


    (nachträglich etwas mit den Farben gespielt....)
    nicht genügend gewürdigt......deshalb möchte ich hier noch einmal darauf hinweisen...
    Das Gericht bezieht sich zwar nur auf die "kleinste Einheit" - einen Beschluss -, aber es werden doch alle wesentliche Merkmale derselben Angelegenheit laut RVG aufgezählt, doch wird der § 22(RVG) nicht beachtet, der in solchen Fällen laut Recht und Gesetz anzuwenden ist....


    Auch will ich hier nochmals hervorheben, obwohl im Gesetz - UrhG § 97 Abs. 2 S. 3 - eine "Lizenzanalogie"

    Zitat

    Der Schadensersatzanspruch kann auch auf der Grundlage des Betrages berechnet werden, den der Verletzer als angemessene Vergütung hätte entrichten müssen, wenn er die Erlaubnis zur Nutzung des verletzten Rechts eingeholt hätte.


    (mit Hervorhebung) zur Berechnung eines Schadensersatzanspruches herangezogen werden kann, so wird weder eine Lizenz für eine Verbreitung von urheberrechtlich geschützten in p2p-Netzwerken ermittelt, noch ist davon auszugehen, dass jemals eine Einigung unter "verständigen" Nutzer über eine Lizenz in diesem Bereich möglich ist, die einer Lizenz in p2p-Netzen gleichkommt....das Prinzip der kostenlosen Verbreitung steht doch völlig konträr zu entgeltpflichtigen Lizenzen bzw. einem Gewinnstreben eines Urhebers....ansonsten kann er sein Werk ja jederzeit selbst kostenfrei ins Netz stellen....aber letztlich geht es nur um eine konkrete Berechnung eines, durch einen einzelnen Users eines p2p-Netzwerkes, verursachten (kumulierter) Verbreitung- Schadens, der in diesem Urteil, wenn auch nur als Nebenbemerkung, doch "technisch" recht versiert, dargestellt wird...
    Zwar wurde schon vor Jahren von @Orchid u.a. darüber diskutiert, das während eines Downloads, maximal die Menge eines Werkes (100%) illegal verbreitet werden kann. Jedoch nicht so deutlich hervorgehoben, wie der Verbreitungsschaden in den nächsten Stufen gegen Null strebt. Deshalb ist dieses Urteil recht interessant, weil das Gericht in diesem Fall dieses weitergehende Verschulden mit eingerechnet hat und in diesem Fall eine kumulierte Verbreitungsquote von ca. 13 - 150% "errechnet". ..jedoch wurde hierbei auch abgeschätzt, dass in manchen Fällen der Leecher auch zum Seeder wird, wenn das heruntergeladene Werk nicht umgehend aus dem Downloadordner entfernt wird...


    Diese "Schätzungen" wären noch zu vermeiden, wenn die Log-Firmen die gesamte Dauer und die %-zahl des Werkes, das bei der illegalen Verbreitung angeboren wird, genau protokollieren würden. Ferner könnte noch die genaue Geschwindigkeit ermittelt werden, mit dem der "Probedownload" durchgeführt wurde...aber dieser Mehraufwand war bisher nicht erforderlich und würde sich bei den paar Euro fünfzig auch nicht mehr lohnen...da "argumentiert" man lieber mit einer potenzierten, weltweiten Verbreitung und einer Lizenz in p2p-Netzwerken, die es nicht gibt und auch nicht geben wird, die aber wenigsten eine Fantastilliarde hoch sein müsste und natürlich dem verursachten Schaden, jedes Einzelnen, gleichzusetzen wäre...
    Noch nicht einmal dem RA Ferner ist anscheinend bekannt/bewusst, dass es im UrhG 97 lediglich um die Ermittlung eines Schadens und nicht um die Wunschvorstellung einzelner RI bzw. deren RA, wie hoch eine Lizenz in einem p2p-Netzwerk sein müsste, aber dabei nicht den Schadenanteil eines Einzelnen betrachten, sondern die Gesamtleistung aller Filesharer....jedoch den "Lizenzschaden", dann wiederum mit PI x Fensterkreuz auf einen Einzelnen beziehen und dabei den (kumulierten) Verbreitungsschaden eines Einzelnen völlig außer Acht lassen.
    Wäre ja auch nicht lukrativ mit einem Gegenstandswert von wenigen Euro irgendwo noch eine Klagebegründung abzugeben....
    ....wenn dann noch § 22 RVG noch anzuwenden ist - auch wenn es nicht auf den Gesamtauftrag, sondern lediglich einen Beschluss umfasst -, so bekäme das Abmahnergespann, noch nicht einmal das Porto und die Anfertigungskosten für ein Abmahnschreiben heraus...
    dann würde sich noch nicht einmal die Massenabfertigung rechnen.


    Fazit...
    Die (weitgehend) genaue Ermittlung des verursachten Verbreitung-Schadens eines Einzelnen und dann noch dieselbe Angelegenheit, bei der der Gegenstandswert von wenigen Euro noch zusammengefasst wird, macht selbst eine massenhafte Abmahntätigkeit so unattraktiv, der Verletzte würde keinen RA finden, der diese Tätigkeit übernehmen würde....er müsste schon selbst die Verletzer auf ihre rechtswidrige Handlung hinweisen...


    mfg
    ouf

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  • Ich finde dieses Urteil prima. Vor allem,weil es den Abmahnern zeigt, in welche Richtung ein Verfahren abdriften kann,wenn die Abmahner nicht fähig oder nicht willens sind, eine zumindest eine theoretische Lizenzhöhe zu nennen,sondern lieber einen Phantasiebetrag als Schaden ansetzen. Daß der Richter einfach den Verkaufspreis als Basis für den Lizenzbetrag angesetzt hat, geschieht ihnen ganz recht.



    Es ist davon auszugehen, dass der Klägervertreter auch in sämtlichen weiteren Fällen, in denen er Auskünfte aufgrund des Beschlusses des Landgerichts München I vom 29.01.2013 erhalten hat, gleichlautende Schreiben verwendet hat, die sich lediglich in der Anschrift des Empfängers und in dem vorgeworfenen Urheberrechtsverstoß unterschieden, während die weiteren Ausführungen des Klägervertreters auf den Seiten 2ff. des
    Schreibens,
    selbst wenn sie lange Rechtsausführungen, die teilweise richtig sein mögen, enthalten, identisch waren.


    Das sind einfach die Erkennungszeichen einer Massenabmahnung. Und die sind ja rechtlich gesehen fragwürdig, auch wenn wir uns wohl alle einig sind,daß zumindest die "großen Player" im Abmahngeschäft alle nur Massenabmahnungen verschicken. Da bedarf es dann auch keiner "Prüf- und Erstellungsfrist" vor deren Versendung der Abmahnung,wie ein bekannte Hamburger Kanzlei mir kürzlich weismachen wollte,um eine 6wöchige Lücke zwischen Beauskunftung und Versand der Abmahnung zu begründen.


    Zitat

    Der Schadensersatzanspruch kann auch auf der Grundlage des Betrages berechnet werden, den der Verletzer als angemessene Vergütung hätte entrichten müssen, wenn er die Erlaubnis zur Nutzung des verletzten Rechts eingeholt hätte.


    Hätte,wäre,wenn....wenn sie unbedingt eine fiktive Lizenzgebühr ins Spiel bringen wollen (die es nicht gibt),warum nennen die Abmahner dann nicht Ross und Reiter und benennen eine solche Lizenzgebühr ? Da liegt ja die Vermutung nahe,daß sie Angst haben, zu wenig zu bekommen,wenn das Werk wider erwarten doch öfters getauscht wird,als bei der Ermittlung der Lizenzgebühr gedacht. Oder andererseits von Gerichten zurechtgestutzt zu werden,wenn der Betrag überzogen ist.



    Zitat

    Zwar wurde schon vor Jahren von @Orchid u.a. darüber diskutiert, das während eines Downloads, maximal die Menge eines Werkes (100%) illegal verbreitet werden kann. Jedoch nicht so deutlich hervorgehoben, wie der Verbreitungsschaden in den nächsten Stufen gegen Null strebt. Deshalb ist dieses Urteil recht interessant, weil das Gericht in diesem Fall dieses weitergehende Verschulden mit eingerechnet hat und in diesem Fall eine kumulierte Verbreitungsquote von ca. 13 - 150% "errechnet". ..jedoch wurde hierbei auch abgeschätzt, dass in manchen Fällen der Leecher auch zum Seeder wird, wenn das heruntergeladene Werk nicht umgehend aus dem Downloadordner entfernt wird...


    Und das ist auch gut so,daß der Richter das so zurechtgestutzt hat. Die von der Medienindustrie praktizierte theoretische Schadensermittlung in einem Pyramidensystem, wonach jeder Uploader das Werk zu 100% an eine Vielzahl anderer User verteilt, ist in der Praxis jedenfalls absolut unlogisch ist.Kann sich ja jeder ausrechnen,wie oft ein Werk im Umlauf wäre,wenn es jeder Filesharer beispielsweise an 10 andere Leute verteilen würde,diese es wiederrum jeweils an 10 Leute verteilen usw. Die Medienindustrie wäre in windeseile Pleite.


    Zitat

    Diese "Schätzungen" wären noch zu vermeiden, wenn die Log-Firmen die gesamte Dauer und die %-zahl des Werkes, das bei der illegalen Verbreitung angeboren wird, genau protokollieren würden.


    Wäre eine Möglichkeit, doch ist das den Ermittlungsbuden ganz einfach zu umständlich und würde dem Abmahner den Gewinn mindern,wenn eine realitätsnähere Berechnung des potentiellen Schadens möglich wäre.



    Zitat

    Ferner könnte noch die genaue Geschwindigkeit ermittelt werden, mit dem der "Probedownload" durchgeführt wurde...aber dieser Mehraufwand war bisher nicht erforderlich und würde sich bei den paar Euro fünfzig auch nicht mehr lohnen


    Siehe oben...alles,was einer genaueren Ermittlung des tatsächlichen Schadens dienst, ignorieren die Abmahner und ihre Handlanger in den Ermittlungsbudenbuden gekonnt.



    Zitat

    ...da "argumentiert" man lieber mit einer potenzierten, weltweiten Verbreitung und einer Lizenz in p2p-Netzwerken, die es nicht gibt und auch nicht geben wird, die aber wenigsten eine Fantastilliarde hoch sein müsste und natürlich dem verursachten Schaden, jedes Einzelnen, gleichzusetzen wäre...


    Nicht nur die vermeindlichen entgangenen Einnahmen sind durch die bisherige Taktik in irreale Höhen zu treiben. Selbst bei den Downloadzahlen ist die Pyramidentaktik ab einem gewissen Punkt nicht mehr tragbar,weil schnell theoretische Verbreitungszahlen jenseits von Gut und Böse erreicht wären.
    Nehmen wir nur mal ein einfaches Rechenbeispiel: eine Mp3-Datei, 5MB groß. Der durchschnittliche DSL-Anschluß hat 6000kbit/s, das entspricht einem Upload von 75kbyte. Eine 5MB-Datei damit zu verteilen,dauert also etwa 67sek. Geht man davon aus,daß der User das Werk an 10 Leute verteilt und die selbst erst mit der Verteiung anfangen,wenn sie das Werk alle besitzen. Nach 670sek haben es also 10 Leute, nach weiteren 670s haben es weitere hundert, nach weiteren 670sek haben es 1000 usw. Rechnet man das so weiter, hätten bereits nach nichtmal 2h mehr Leute das Werk,als es überhaupt Menschen auf der Welt gibt. Genaugenommen wäre dieser Punkt ja sogar noch früher erreicht,da der Upload beim Filesharer ja sofort startet,sobald die ersten Bytes bei ihm selbst ankommen. Kein Wunder also,daß die Contentindustrie lieber fiktive Schadenssummen ansetzt,als sich auf ebenso fiktive Lizenzgebühren festzulegen,die anhand realitätsnäherer zu erwartender Downloadzahlen berechnet würden.


    Zitat

    Noch nicht einmal dem RA Ferner ist anscheinend bekannt/bewusst, dass es im UrhG 97 lediglich um die Ermittlung eines Schadens und nicht um die Wunschvorstellung einzelner RI bzw. deren RA, wie hoch eine Lizenz in einem p2p-Netzwerk sein müsste, aber dabei nicht den Schadenanteil eines Einzelnen betrachten, sondern die Gesamtleistung aller Filesharer....jedoch den "Lizenzschaden", dann wiederum mit PI x Fensterkreuz auf einen Einzelnen beziehen und dabei den (kumulierten) Verbreitungsschaden eines Einzelnen völlig außer Acht lassen.


    Schau wir mal §97 Abs.2 UrhG an
    "Wer die Handlung vorsätzlich oder fahrlässig vornimmt, ist dem Verletzten zum Ersatz des daraus entstehenden Schadens verpflichtet. Bei der Bemessung des Schadensersatzes kann auch der Gewinn, den der Verletzer durch die Verletzung des Rechts erzielt hat, berücksichtigt werden. Der Schadensersatzanspruch kann auch auf der Grundlage des Betrages berechnet werden, den der Verletzer als angemessene Vergütung hätte entrichten müssen, wenn er die Erlaubnis zur Nutzung des verletzten Rechts eingeholt hätte. "


    Einen Gewinn gibs beim Filesharing üblicherweise nicht. Eine theoretische Lizenzgebühr wollen sie nicht rausrücken, ergo bleibt nur ein fiktiver Schaden übrig,den die Abmahner nur zu gerne möglichst hoch ansetzen, wobei ihnen das Verteilprinzip beim Filesharing (1 Uploader+viele Downloader) in die Hände spielt.


    Zitat

    Wäre ja auch nicht lukrativ mit einem Gegenstandswert von wenigen Euro irgendwo noch eine Klagebegründung abzugeben....


    Meine Rede...



    Zitat

    Die (weitgehend) genaue Ermittlung des verursachten Verbreitung-Schadens eines Einzelnen


    Der Schaden ließe sich relativ einfach ermitteln, doch daran haben die Abmahner kein Interesse,weil es nur ihren Gewinn schmälern würde. Die meisten User werden ja mehrfach geloggt (wird in den Abmahnungen meist als erster und letzter Logzeitpunkt angegeben). Daraus lässt sich eine maximal nachweisbare Uploaddauer errechnen. Zusammen mit der Uploadgeschwindigkeit könnte man so auch errechnen,wie oft jemand das betreffende Werk überhaupt verteilt haben könnte.

  • Hallo!

    ....auch auf der Grundlage des Betrages berechnet werden, den der Verletzer als angemessene Vergütung hätte entrichten müssen, wenn er die Erlaubnis zur Nutzung des verletzten Rechts eingeholt hätte. "


    Das Gericht hat es doch recht geschickt angestellt und zunächst einfach gefragt, welchen Schaden ein einzelner Nutzer der Netzwerke, überhaupt verursachen kann....und das in % eines Werkes....und da ja der Preis eines Werkes über den Verkaufspreis bekannt ist, liegt nun ein genauer Betrag vor....


    ...ergo bleibt nur ein fiktiver Schaden übrig,


    Mitnichten ....ein Gericht kann niemanden zur Begleichung eines fiktiven Schadens verurteilen....


    Somit wäre es nun an dem Abmahner, einen Betrag zu benennen, den der Verletzer als angemessene Vergütung für die Verbreitung eines Werkstücks hätte entrichten müssen. Hier wurde bisher ohne jegliche reale Grundlage irgend eine Pauschale benannt ...von wenigen Cent bis mehreren Hundert Euro...hierbei ging es mehr nach den Wunschvorstellung von RA und RI ohne jeden realen Bezug.
    Warum sollte nun die Verbreitung in einem p2p-Netzwerk (Verletzer hat ein Verbreitungs-/Schadensquote von 100% ...also genau ein Schaden für ein Werk...) einen Schaden für den Verletzten von 200 Euro erzeugen, wenn er real max. nur den Verkaufspreis von 14,99 erhalten würde....
    Woher sollte nun die Differenz bei der Schadensberechnung kommen?


    Welcher verständige Lizenznehmer würde für die Verbreitung eines Werkes 200 Euro bezahlen, wenn es woanders für 14,99 zu erhalten ist. Wem sollte er soetwas andrehen?
    Shual hat an anderer Stelle darauf hingewiesen, dass der Verkaufspreis nicht mit einer Lizenz gleichzusetzen sei....da kann man nur genau sagen.....aber wer würde eine Lizenz für 200 Euro (genau für die Verbreitung eines Werkes) bezahlen, wenn das Werk an anderer Stelle für einen Bruchteil zu erstehen ist....dazu bedarf es keines verständigen Lizenznehmers, sondern jemanden, der sein Geld zum Fenster hinauswerfen will....
    Somit wird doch jedem klar sein, dass eine angemessene Vergütung (...Lizenzen werden doch nicht zum Spaß vergeben/verkauft, sondern der Lizenznehmer möchte ja auch noch etwas an dieser Lizenz verdienen....bei 200 zu 15 legt er für jede - hier jetzt kostenpflichtige - Verbreitung eines Werkes 185 drauf) hätte entrichten müssen, wenn er die Erlaubnis zur Nutzung des verletzten Rechts eingeholt hätte.
    Wie blöd muss man denn sein, um so etwas zu machen.....und unsere Gerichte "verknacken" reihenweise "verständige Lizenznehmer", sich - gezwungenermaßen - so blöd zu verhalten.....halt Strafe und Abschreckung, aber kein Schadenersatz im Zivilrecht...
    Und die meisten meinen noch....man müsse aber eine viel höhere Lizenzgebühr als den Verkaufspreis annehme....wobei, wenn wir schon von "verständig" reden, ein deutlich geringerer Betrag, anzusetzen wäre.
    Und nun kommt ein Gericht daher, bringt den richtigen Ansatz für einen tatsächlichen Schadensersatzanspruch....und RA und Laien reden davon, doch bitte die Lizenz zu berücksichtigen....da ist es ja kein Wunder, dass dieselbe Angelegenheit laut RVG nicht verstanden wird....viele hätten wohl zweimal...zumindest, aber wenigsten einmal ...bei der Verteilung von Hirn, hier rufen sollen....


    Der Schaden ließe sich relativ einfach ermitteln, doch daran haben die Abmahner kein Interesse,weil es nur ihren Gewinn schmälern würde. Die meisten User werden ja mehrfach geloggt (wird in den Abmahnungen meist als erster und letzter Logzeitpunkt angegeben). Daraus lässt sich eine maximal nachweisbare Uploaddauer errechnen. Zusammen mit der Uploadgeschwindigkeit könnte man so auch errechnen,wie oft jemand das betreffende Werk überhaupt verteilt haben könnte.


    Das Gericht hat doch aufgezeigt, wie man mit den vorhandenen Daten und etwas "Abschätzen" den tatsächlichen Schadenersatzanspruch ermitteln kann....mit der genauen Angebotsdauer ( ...aber nicht nur einige Sekundenlogs...die keine Unterbrechungen aufzeigen können...) und dem genauen Verlauf der angebotenen %-Anteile des Werkes, könnte man die Abschätzungen etwas konkretisieren.....aber wer würde das für einen Ertrag von 2,09 Euro schon durchführen...der nun auch den Gegenstandswert für die Berechnung der außergerichtlichen RA-Gebühren darstellt, wenn man dieselbe Angelegenheit berücksichtigt, kommt man auch von den 58,50 für den beauftragten RA weg.....aber wie verzweifelt muss ein Verletzter sein, wenn er in jedem Einzelfall, wie es ja Abrechnungsgewohnheit ist, 78,50 ausgibt, um einen Schaden von 2,09 Euro einzufordern...
    Macht nur Sinn, wenn der RA, der mMn eh weitgehend selbstständig agiert, zehntausendfach diese 78,50 für eine gesonderte Einzelfallbearbeitung, die mMn auch nicht in jedem Einzelfall durchgeführt wird, für sich vom Verletzer einfordert. Dazu noch 50 Euro erforderlichen Aufwand für die Log-Firmen usw. und das Geschäft geht auf geringerem Niveau weiter....solange es unverbesserliche Filesharer gibt...


    mfg
    ouf


  • Warum sollte nun die Verbreitung in einem p2p-Netzwerk (Verletzer hat ein Verbreitungs-/Schadensquote von 100% ...also genau ein Schaden für ein Werk...) einen Schaden für den Verletzten von 200 Euro erzeugen, wenn er real max. nur den Verkaufspreis von 14,99 erhalten würde....


    Zumindest bei Spielfilmen dürfte selbst diese 100%-Quote wohl eher als Ausnahmefall zu betrachten sein. Wenn ich mich damals an meine aktive Zeit erinnere, dann hab ich Werke nur solange im Sharing-Ordner gelassen, bin ich das Werk komplett runtergeladen hatte. Und ich behaupte mal,daß der überwiegende Teil der User das ebenso gemacht hat bzw noch so macht. Irgendein Gericht hatte diese Praktik sogar mal in ein Urteil aufgenommen und als quasi als Standard-Verfahrensweise eingestuft.


    Zitat

    Welcher verständige Lizenznehmer würde für die Verbreitung eines Werkes 200 Euro bezahlen, wenn es woanders für 14,99 zu erhalten ist. Wem sollte er soetwas andrehen?


    Was den krassen Gegensatz von einer 200€-Lizenzgebühr zu einem 14,99€-Verkaufspreis angeht, hast du natürlich recht, zumindest bei einer einmaligen Verteilung.



    Zitat

    aber wer würde eine Lizenz für 200 Euro (genau für die Verbreitung eines Werkes) bezahlen, wenn das Werk an anderer Stelle für einen Bruchteil zu erstehen ist....


    Jedenfalls keiner,der damit einen geringen oder gar keinen Gewinn machen würde. Beim Filesharing also wohl eher gar keinen.



    Zitat

    Und die meisten meinen noch....man müsse aber eine viel höhere Lizenzgebühr als den Verkaufspreis annehme....wobei, wenn wir schon von "verständig" reden, ein deutlich geringerer Betrag, anzusetzen wäre.


    Ob da nun ein höherer oder geringerer Betrag als der Kaufpreis anzusetzen wäre,ist wohl Ansichtssache. Für eine einmalige Verbreitung wohl defintiv ein viel niedrigerer Preis. Selbst für eine Verbreitung vor einem größeren Publikum würden kaum mehr als 8-10% des Verkaufspreises fällig. Zumindest wenn man die Gebührenstrukturen der [lexicon]GEMA[/lexicon] auch auf Filme übertragen würde. Dann wäre man preislich auch wieder in den Spähren,die das Stuttgarter Urteil als angemessen erachtete.


    Zitat


    Das Gericht hat doch aufgezeigt, wie man mit den vorhandenen Daten und etwas "Abschätzen" den tatsächlichen Schadenersatzanspruch ermitteln kann....mit der genauen Angebotsdauer ( ...aber nicht nur einige Sekundenlogs...die keine Unterbrechungen aufzeigen können...) und dem genauen Verlauf der angebotenen %-Anteile des Werkes, könnte man die Abschätzungen etwas konkretisieren


    Genau das meine ich ja....u.a. mit der geloggten Dauer des Anbietens könnte man schon durchaus berechnen,welche Gebühr berechtigt wäre. Aber wie du schon schreibst: für 2,09€ würde das keiner machen,da ja selbst diese 2,09€ auf das Anbieten des vollständigen Werkes bezogen sind.



    Zitat

    ...der nun auch den Gegenstandswert für die Berechnung der außergerichtlichen RA-Gebühren darstellt, wenn man dieselbe Angelegenheit berücksichtigt, kommt man auch von den 58,50 für den beauftragten RA weg.....aber wie verzweifelt muss ein Verletzter sein, wenn er in jedem Einzelfall, wie es ja Abrechnungsgewohnheit ist, 78,50 ausgibt, um einen Schaden von 2,09 Euro einzufordern...


    Die Gier mancher Herrschaften der Contentindustrie kennt bekanntlich keine Grenzen. Und solange es der Abgemahnte ist,der weiterhin den Abmahner und Logfirmen bezahlen muss, wirds wohl auch Rechteinhaber geben,die für 2,09€ abmahnen lassen. Der Abmahnvorgang ist ja schon jetzt ein weitestgehend automatisierter Vorgang.