Über die Unterhöhlung des Urherberrechtsgesetzes durch die Abmahnwirtschaft und die Folgen

  • Gastbeitrag von


    HP Bergmann/München


    Eine Betrachtung über den juristischen Tellerrand hinaus.

    Es ist eine widerlegbare Behauptung, dass das Fileshering von Filmen (und Musik) der Film(-und Musik)industrie hohen Schaden zufügt.
    Mit dieser Behauptung aber rechtfertigt die Abmahnwirtschaft ihren dreistelligen Millionumsatz.
    Die tatsächlichen Opfer sind nicht die Rechteinhaber, sondern all diejenigen Abgemahnten, die sich in der komplexen Materie nicht auskennen.
    Sie finanzieren die satten Gewinne.
    Der Kolateralschaden ist dabei beträchtlich: Ungerechtigkeit, Unterhöhlung der Urheberrechtsgesetzes und Unsicherheit in der Rechtssprechung bis hin zur Verletzung von Grund- und Menschenrechten.
    Die Lösung wäre entkriminalisieren.



    1. Fallbeispiel
    Bis vor kurzem hatte ich von Abmahnhaien nur aus den Medien gehört und dachte nach dem Floriansprinzip,
    verschon unser Haus zünd‘ andere an. Doch eines Tages brannte es auch bei mir, denn
    ich erhielt vom Marktführer der Abmahnindustrie eine satte Abmahnung, edel verpackt in einem
    würdigen Din A4 Umschlag mit echtem Freistempler. Das Feuer darin war nicht weniger beeindruckend:
    Schon der Briefkopf der Kanzlei erhielt die Namen von 53 dort tätigen Anwälten und ein
    5-seitiges Schreiben gespickt mit Paragraphen und Gesetzesauszügen meiner angeblichen Urheberrechtsverstöße.
    Und damit erst gar keine Zweifel an meiner Schuld aufkommen konnten, war gleich
    noch die Kopie eines mehrseitgen Gerichtsbeschlusses des Landgerichts Köln mit Hoheitswappen
    vorndran sowie eine vorgefertigete Unterlassungserklärung und ein Überweisungsvordruck über
    815 EUR beigefügt.
    Was hatte ich angestellt? Angeblich hatte ich am 3.1.2015 „Lego - der Film“ 1Minute und 47
    Sekunden lang auf einer illegalen Tauschbörse, einem sog. „filesharing-Portal“ downgeloadet und
    gleichzeitig der Weltöffentlichkeit illegal zum Tausch angeboten, so der Vorwurf. „Lego“ sagte mir,
    inzwischen Bestager, durchaus etwas, weil wir als Kinder im analogen Zeitalter Ferien und Regennachmittage
    damit verbrachten, uns unsere eigene Welt mit den Klötzchen zu erschaffen. Den Film
    dazu kannte ich bis zur Abmahnung nicht und schon gar nicht illegale Tauschbörsen im Internet.
    Gab es also ein Entkommen aus der Abmahnfalle?
    .......................



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    diese Beiträge müssen nicht mit der Meinung der IGGDAW übereinstimmen

  • waldibrieffreund schrieb:


    Bei mir geht's mit dem Firefox (Windows 8.1) ganz prächtig. Hast Du mal Deine Plug-Ins überprüft?. ANsonsten sollte es auch ein Klick auf den Link mit der rechten Maustaste und Auswahl "speichern"…


    Alles überprüft, alles aktuell. Wie gesagt, mit dem IE geht es, mit dem Fox nicht. Keine Ahnung warum.

  • So noch ein letztes Mal.
    Alle Versionen aktualisiert.
    Kein Erfolg.


    Wenn ich auf den Link "weiterlesen" klicke, erscheint die Meldung siehe Bild oben "keine Rechte" blabla...
    gleichzeitig sieht die Seite aus, als ob ich nicht angemeldet wäre.
    Also melde ich mich noch mal an (obwohl ich angemeldet bin) und wupps, geht die PDF auf.
    Wie gesagt, beim IE klappt alles auf Anhieb.

  • Eine sehr interessante Datei mit vielen guten Denkansätzen.


    Zu 1) Interessant finde ich die doch recht kurze Zeit,in der man das Werk angeboten haben soll. Denn das lässt einige Vermutungen über die Arbeitsweise der Logunternehmen aufkommen. 1min 47sek lang würde bedeuten,daß entweder a) eine permanente "Live-Suche" durch die Logfirma stattfindet, b) man zufällig das Pech hatte, in einen regelmäßigen Suchzyklus gefallen zu sein oder c) die das Zeug einfach selbst anbieten und daher wissen,wer das Werk von ihnen runtergeladen hat. Die Sache Guardaley vs. ipoque im Jahr 2012 hat m.E. ganz gut dargelegt,daß es durchaus vorkommt,daß eine Logunternehmen das Werk selbst anbietet und vom Tatbestand des Downloads auf einen vermeindlich gleichzeitigen Upload schließt. Die Frage ist: wie will man sowas als Abgemahnter beweisen,sofern man nicht gerade einen Leecher-Mod benutzt ?


    Zu 3) Es mag zwar sein,daß die Telekom die Daten maximal 7 Tage speichert, sie tun`s auf Aufforderung des Abmahners hin aber unbegrenzt lange. Ich wurde beispielsweise im Oktober geloggt,aber erst im Dezember beauskunftet (und Ende Januar abgemahnt).
    Was die Prüfung durch das LG Köln angeht: Nach der Porntube-Sache hatte gerade das LG Köln "versprochen",künftig jeden Auskunftsantrag genau zu prüfen. Wie "genau" diese "Prüfung" sein mag,konnte ich letztes Jahr an einer Abmahnung selbst ersehen. Der Antrag auf Beauskunftung und der Auskunftsbeschluß selbst wurden beide per Fax hin und her geschickt und lagen zeitlich keine 1,5h auseinander. Wie genau wird wohl diese "Prüfung" dann gewesen sein ?


    Zu 4) Die Sache mit den verspäteten Abmahnungen und den Log-Files. Rein technisch gesehen legt zwar ziemlich jeder Rechner und jeder Router eine Logdatei an, doch in der Regel werden die Daten dort nach 7-30 Tagen automatisch gelöscht. Den Grund hast du ja schon genannt: so wird dem Anschlußinhaber jede Möglichkeit genommen, diese als Beweiszwecke zu seinen Gunsten heranzuziehen.


    Die Sache mit den "Abmahnbustern". Ich behaupte mal frech,daß die allermeisten dieser Herrschaften kein wirkliches Interesse daran haben,die Abmahnwelle wirklich zum Erliegen zu bringen. Selbst die namhaften Anwälte wie Wachs oder Solmecke,welche gerne mal gute Urteile für ihre Kunden rausschlagen, nutzen diese Erfahrung in anderen Fällen kaum,sondern raten lieber erstmal zu einem schnellen Vergleich.Dabei wäre es doch die logischere Lösung,daß sie dem Abmahner erstmal mit den gerade erst gewonnenen Urteilen in vergleichbaren Fällen "drohen". Genauso machen`s die Abmahner schließlich auch.


    zu 6)Die Sache mit den theoretischen Verkäufen. Diese Rechnung stinkt schon deshalb,weil ihr in der Regel eine rein hypothetische Zahl von Uploads zu Grunde liegt,ungeachtet davon,ob dies technisch überhaupt machbar ist. Die Potenzierung der Uploads ist schon wegen der meist recht kurzen Zeit des Uploads kaum möglich. Wenn man einen Film mit z.B. 1,4GB runterlädt und ihn dadurch prinzipiell auch an z.B. 10 Leute hochlädt, welche ihn selbst wiederrum auch an 10 Leute hochladen, haben ihn anschließend theoretisch 111 Leute auf der Platte (1+10+100).Nur: In 1min 47s lädt man selbst weder 1,4GB runter und schon gar nicht 14GB hoch,so daß der Schaden genaugenommen bei 0 liegt,da das Werk auf keinem einzigen Rechner in verwertbarer Form vorliegt. Solche Rechenspielchen würden allenfalls bei Musik halbwegs hinhauen,da dort die Dateigrößen geringer sind.

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 Mal editiert, zuletzt von Werniman ()

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