Filesharing durch Trojaner möglich?

  • Hallo allerseits,


    ich bin 2012 von den lieben .rka Anwälten abgemahnt worden und habe es bis jetzt ausgesessen. Nun kam [lexicon]Mahnbescheid[/lexicon] usw. Hab mich an einen [lexicon]Anwalt[/lexicon] gewendet und wurde nun tatsächlich verklagt.
    Ich bin mir sicher, das in meiner Familie niemand diesen Download begangen hat.


    Warum ist es, wie der [lexicon]Anwalt[/lexicon] sagt, so abwegig, das durch einen Trojander o.ä., der sich auf dem PC installiert hat, ein Download begangen wurde oder zumindestens sich ein programm installiert hat, das sowas macht?


    In diesem Forum wird genau das beschrieben:


    http://www.loggi-leaks.info/index.php?showtopic=592&mode=threaded&pid=4231


    Der [lexicon]Anwalt[/lexicon] meint, das könne man nicht ernst nehmen. Warum eigentlich nicht? Was ist so abwegig?

  • Moin [quote='hobiman','http://www.iggdaw.de/index.php?thread/1540-filesharing-durch-trojaner-m%C3%B6glich/&postID=31923#post31923']Warum ist es, wie der [lexicon]Anwalt[/lexicon] sagt, so abwegig, [/quote]ich mag auch Geschichten und manchmal träume ich ich auch, wie es sein könnte :rolleyes: Damit wirst Du aber keinen Richter beeindrucken, also mit Geschichten erzählen. Der braucht Beweise bzw. Fakten,Fakten Fakten, nicht mehr und nicht weniger.
  • kein Beweis, da der Rechner forensisch nicht untersucht wurde

    Super Beispiel wie wir im Jahr 2016 noch im Dunkeln tappen (dank [lexicon]BGH[/lexicon]).


    Zunächst ist eine Rechung hier natürlich überhaupt kein Beweis für fast gar nichts.
    Es gäbe hier auch vier Beweisebenen:
    1.ter Beweis ... für die Behauptung auf dem Rechner X sei ein Trojaner gewesen reicht eine Rechung + Zeugenangebot Computerfirma aus
    2.ter Beweis ... Zeuge Computerfirma kann den gegenständlichen Trojaner benennen
    3.ter Beweis ... eindeutige Internetliteratur und/oder Privatsachverständiger belegen, dass die vorgeworfene Handlung über diesen Trojaner begangen worden sein könnte. Mehr geht nicht, da "Rechner platt gemacht"
    4.ter Beweis ... ein gerichtlich bestellter Sachverständiger bestätigt diese Möglichkeit.


    Was aber wann wo ein Gericht annimmt, oder der Gegner beitragen kann ist ungewiss. Das Gericht kann sofort oder nie sagen: Reicht aus - Möglichkeit eines alternativen Geschehensablaufs ist bewiesen. Das weiß man erst dann, wenns soweit ist. Andererseits wäre die Frage zu stellen, wer denn den Kostenvorschuss für ein unabhängiges Sachverständigengutachten zu tragen hätte, wenn der Gegner bestreitet.


    Hat man aber gar nichts ausser "unbekannt Trojaner-verseucht" ... wird die Sache naturgemäß scheitern.

  • Für so manchen Sachverständigen der IT-Branche könnte der Spruch "Wes` Brot ich ess, des Lied ich sing!" auf den Leib geschneidet sein. Da werden dann halt schonmal stinknormale umbenannte Filesharingclients als unfehlbare "Ermittlungssoftware" eingestuft oder eben Trojaner vielleicht als harmloses Spielzeug ohne echtes Gefahrenpotential. Selbst wenn man beweisen kann,daß ein Trojaner auf dem Rechner war, der die technischen Möglichkeiten hatte, einen Download/Upload zu initiieren,wird die Gegenseite mit ziemlicher Sicherheit das Argument bringen,daß fraglich ist, ob die Tat tatsächlich von der Schadsoftware ausging. Kurz gesagt: Die Abmahner drehen sich alles so hin,wie sie´s brauchen und schrecken auch vor Thesen nicht zurück,bei denen man sich nur an den Kopf fassen kann. Wer schonmal selbst einige Zeit mit einem beliebigen Abmahner in Kontakt gestanden hat,dürfte derartige Thesen kennen. Das bekannteste Gaga-Szenario dürfte wohl das sein,welches gewisse bayrische Gerichte in den letzten Monaten vertreten: Nur der Anschlußinhaber benutzt den Internetanschluß und niemand anderes. Und wenn ihn jemand anderes benutzt,sitzt der AI garantiert daneben und duldet die Tat,womit er als Störer haftbar ist.

  • ... daß ein Trojaner auf dem Rechner war, der die technischen Möglichkeiten hatte, einen Download/Upload zu initiieren,wird die Gegenseite mit ziemlicher Sicherheit das Argument bringen,daß fraglich ist, ob die Tat tatsächlich von der Schadsoftware ausging.

    solche "Trojaner" gibt es sicher.
    Nur, welcher Szeneprofi wird so ein Teil generieren, um es über Umgehen der Schlangeölsoftware auf einen Hinz & Kunz-PC zu implantieren, damit ein, zu programmers noch unbekannter Album/Filmtitel, aus Eigennutz gesaugt und weiter verbreitet wird.


    Oder so: programmiere heute einen Trojaner, schleuse ihn bei Daimler ein, damit die Werkpläne einer zukünftigen Entwicklung auf Deinem Rechner landen, damit Du sie nutzen und weiter verbreiten kannst. :rolleyes: