IPTC Daten Facebook - Urteil des LG Hamburg AZ 308 O48/15

  • Hallo zusammen,


    durch Zufall habe ich von dem neuen Urteil von einem Gericht in Hamburg erfahren.


    Urteil LG Hamburg AZ 308 O48/15


    Ein Fotograf soll hier ein Urteil gegen Facebook erstritten haben ( Löschung von IPTC Daten in Fotos )


    Muss man jetzt Angst haben wenn man ein Foto hat, welches zum Beispiel über CC-Lizenz erworben wurde,
    abgemahnt zu werden wenn die so genannten IPTC-Daten nicht im Bild sind und ich dieses Foto bei Facebook benutze??


    Wer hat dazu Erfahrungen oder eine Meinung?


    Ich bin schon einmal abgemahnt worden. Und möchte mir das ersparen.


    Danke für eure Antworten..

    Es gibt sie wirklich - die Hamburger Herzlichkeit... und es gibt "Trump".. :thumbsup:

  • Muss man jetzt Angst haben wenn man ein Foto hat, welches zum Beispiel über CC-Lizenz erworben wurde,
    abgemahnt zu werden wenn die so genannten IPTC-Daten nicht im Bild sind und ich dieses Foto bei Facebook benutze??

    Nein.
    Stellt der Urheber ein Werk unter CC-Lizenz, gilt zunächst heute "Attribution 4.0 International". Wird nichts anderes durch den Urheber vermerkt sind sämtliche Bearbeitungen (auch die Veränderung/Löschung von Metadaten) erlaubt. Sowieso hast Du als uploader dann die Pflicht der Urhebernennung, so dass es zu keinen Identifizierungsproblemen kommen kann.


    Warum das "Anerkenntnis"urteil heute im November 2016 veröffentlicht wird, erschließt sich nicht. Facebook hat seine Praxis tatsächlich nach Erhalt der Abmahnung im September 2013 umgestellt. Bis dorthin wurden Metadaten nicht dargestellt, wobei es allerdings nur auf die Urhebernennung ankommt. Facebook hatte sich seinerzeit nicht zur Wehr gesetzt, weil es doch klar ist, dass man Urheberrechtsvermerke nicht ersatzlos löschen kann. Der Urheber muss genannt werden. Anderseits hat Facebook bereits keine Verteidigungsanzeige abgegeben, so dass im Januar 2016 antragsgemäß entschieden wurde.


    Fazit: Kalter Kaffe - immer schön den Urheber nennen und auf Einschränkungen achten.

  • Nein.Stellt der Urheber ein Werk unter CC-Lizenz, gilt zunächst heute "Attribution 4.0 International". Wird nichts anderes durch den Urheber vermerkt sind sämtliche Bearbeitungen (auch die Veränderung/Löschung von Metadaten) erlaubt. Sowieso hast Du als uploader dann die Pflicht der Urhebernennung, so dass es zu keinen Identifizierungsproblemen kommen kann.


    Warum das "Anerkenntnis"urteil heute im November 2016 veröffentlicht wird, erschließt sich nicht. Facebook hat seine Praxis tatsächlich nach Erhalt der Abmahnung im September 2013 umgestellt. Bis dorthin wurden Metadaten nicht dargestellt, wobei es allerdings nur auf die Urhebernennung ankommt. Facebook hatte sich seinerzeit nicht zur Wehr gesetzt, weil es doch klar ist, dass man Urheberrechtsvermerke nicht ersatzlos löschen kann. Der Urheber muss genannt werden. Anderseits hat Facebook bereits keine Verteidigungsanzeige abgegeben, so dass im Januar 2016 antragsgemäß entschieden wurde.


    Hallo Shual, vielen Dank für deine Antwort.


    Wie sieht es mit Fotos aus die man gegen Bezahlung lizenziert hat? ( Bildagentur, Fotograf o.a.) Ein Freund von mir sagt - wenn man die IPTC Daten löscht, wissentlich oder unwissentlich, wäre das ein Gesetzesverstoß.


    Wir haben die Befürchtung das sich einige Fotografen durch den Artikel ermutigt sehen in Deutschland Abmahnungen gegen die Blogger-Szene durchzuführen. In dem Artikel steht ja das weitere Fotografen nun Klagen könnten.
    Da Facebook ja seinen Upload-Mechanismus bereits umgestellt hat in 2013 umgestellt hat wie Du schreibst, dürfte das wohl eine Gefahr darstellen wenn die IPTC- Daten beim upload auf den Server gelöscht werden sollten, oder..? Versteh ich das so richtig?


    Danke wieder voraus.

    Es gibt sie wirklich - die Hamburger Herzlichkeit... und es gibt "Trump".. :thumbsup:

  • Hmmmmm.... die Sache wird lustiger: Der einzige Abdruck des Urteils vom 15.01.2016 (ich habe ihn gelesen) wurde zwischenzeitlich entfernt. Womöglich wurden Metadaten des Gerichts unerlaubt entfernt? :P
    Die Kanzlei des Klägers redet von einem Urteil vom 09.02.2016. Also.... Hmmmmmm.


    Wie sieht es mit Fotos aus die man gegen Bezahlung lizenziert hat? ( Bildagentur, Fotograf o.a.) Ein Freund von mir sagt - wenn man die IPTC Daten löscht, wissentlich oder unwissentlich, wäre das ein Gesetzesverstoß.


    Wir haben die Befürchtung das sich einige Fotografen durch den Artikel ermutigt sehen in Deutschland Abmahnungen gegen die Blogger-Szene durchzuführen. In dem Artikel steht ja das weitere Fotografen nun Klagen könnten.

    Klagen konnten die Urheber seit Inkrafttreten des § 95c UrhG und damit seit 2003. Die Werbetextaussagen dieser (mit Verlaub) Wichtigtuer sind unbeachtlich.
    Dein Freund hat selbstverständlich dann recht, wenn in Deinem Lizenzvertrag entsprechendes aufgenommen wurde. Beispiel Fotalia-Standardlizenz, Ziffer 3f: "Entfernung von Urheberrechts- oder Eigentumsvermerken oder anderen Angaben, die im Zusammenhang mit dem Werk in seiner ursprünglich heruntergeladenen Form erscheinen oder darin eingebettet sind; es wird hiermit darauf hingewiesen, dass derartige Vermerke auch in die zulässige Sicherungskopie des Werks mit aufgenommen werden müssen." Allerdings ist doch die Frage weshalb Du die Metainformationen löschen solltest. Wenn Du die Bilder in üblichen blog-Systemen hochlädst löschen diese die Metainformationen nicht. Als privater User mußt Du selbst Hand anlegen, um die Metainformationen zu löschen. Wenn aber Facebook (früher) die Metainformationen selbst gelöscht hat, sollte man schwerlich den Nutzern dieses anlasten können. Dies aus dem bekannten "Social-Media-Freigabe"-Punkt. Wenn Du ein Bild lizensierst sollte (Beispiel Fotalia) in der Lizenz stehen, ob du das Bild insbesondere auch in solchen Medien veröffentlichen darfst, die sich mit dem Hochladen selbst Rechte aneignen und Du selbst dann der quasi-Lizenzgeber bist. Darfst Du das Foto dort veröffentlichen, wäre anzunehmen dass der Urheber auch um die Praktiken dort weiß.


    Andererseits ist die Berichterstattung :!: ausgesprochener Blödsinn, eben weil sie suggeriert Leute könnten beklagt werden. Denn übliche Metainformationen werden grundsätzlich von normalen Browsern im Internet gar nicht angezeigt. Der Bereich des § 95c UrhG, Abs. 3 hierzu: "dass er dadurch die Verletzung von Urheberrechten oder verwandter Schutzrechte veranlasst, ermöglicht, erleichtert oder verschleiert." Der potentielle Verletzer, welcher von Deiner Seite aus ein Bild stehlen will, will dies sowieso und wird nicht noch extra vor der Verletzung prüfen, ob etwaige Metainformationen von Dir vorher gelöscht wurden (was er technisch sowieso nicht kann). Dabei ist klar: Wenn Facebook regelmäßig und automatisch die Metainformationen löscht, lädt es durchaus zur Piraterie ein (auch wenn das sehr an den Haaren herbeigezogen ist). Bei einem zB privaten Blogger sähe das aus oben genanntem Grund in einem Einzelfall ganz anders aus. Die einfache Frage wäre zu stellen, ob man durch die Entfernung von etwas, was man sowieso nicht sieht eine Verletzungshandlung (bei der man die Metainformationen auch nicht sieht) ... veranlassen, ermöglichen, erleichtern oder verschleiern kann. Sicherlich ist man von Gerichten einiges gewöhnt. Da es allerdings seither (2003-2016) keine diesbezüglichen Abmahnungen gegeben hat und daher auch keine Urteile, darf ich hypothetisch behaupten, dass die Chancen hier für Abmahner sehr schlecht stehen. Denn sie können doch nicht einmal belegen, dass die Entfernung der Metainformationen (wie vom Gesetz gefordert) wissentlich erfolgt ist.



    Fazit: Ich sehe da jetzt keinen Anlass aus dem Fenster zu springen. Wer keine Metainformationen verändert kann ziehmlich sicher sein, dass die Metainformationen auch beim upload verbleiben und beim download durch jemanden auch noch vorhanden sind. Einfach mal selbst testen....


  • Guten Morgen Shual, vielen Dank für deine Antwort.


    Werbetextaussagen..? Genau das macht mir und mittlerweile auch einigen befreundeten Bloggern Sorgen.


    Es ist ja bekannt das einige "Fotografen Geschäftsmodelle mit Abmahnungen" entwickelt haben um ihr Einkommen zu verbessern und harmlose Blogger aus den unglaublichsten Gründen abmahnen lassen.


    Ein gutes Beispiel welches das beschreibt findet sich hier - "Abmahnung bei kostenlosen Bilddatenbanken"...!!



    Frage -Warum erlaubt es das Gesetz, das Fotografen "vermeintlich kostenlose Fotos" ins Netz zu stellen um dann Blogger und andere Menschen mit Abmahnungen finanziell auszunehmen..?



    Auf "Jura-Blog kann man lesen dass das Urteil ein Versäumnisurteil" ( Urteil des LG Hamburg [lexicon]AZ[/lexicon] 308 O48/15 ) gewesen sein soll.


    Wenn ich das Recht verstehe hat sich als Facebook um diese Klage wenig gekümmert..?


    Was könnte dafür der Grund sein? Danke voraus.

    Es gibt sie wirklich - die Hamburger Herzlichkeit... und es gibt "Trump".. :thumbsup:

  • Die Frage 1 ist falsch gestellt. Nur weil ich meine Werke der Allgemeinheit zur kostenlosen Verfügung stelle, muss ich nicht auf meine sonstigen angestammten Rechte (wie Urhebernennung) verzichten. Das Gesewtz garantiert mir diese Rechte. Ansonsten wird nur verlangt, dass man vor der Nutzung jeglichen Werks sich genau über die Bedingugen informiert. Natürlich gibt es Abzocker zu Hauf, sowohl bei den Abmahnern, als auch bei den Fotographen selbst. (In den Bereichen, in denen ich unterwegs bin, so zum Beispiel bei/für ein paar Alt-Models sind diejenigen Fotographen die "abmahnen" -eher rumjammern und betteln- genau diejenigen, die den Models sittenwidrige Verträge unterjubeln. Axxxxxxxxxx gibts überall.)


    Die Frage 2 - keine Ahnung. Facebook kam sich vielleicht so verarscht von dem Lammentierlappen vor wie ich und hatte dann keinen Bock rumzustreiten. Denn denk mal: Wenn ich bei dem "Fotographen" Rainer Streußloff ein Bild (Upload aus dem relevanten Abmahnzeitraum) betrachte, sehe ich zunächst zwei unterschiedliche Skalierungen.


    - Bei No1 findet sich der "zugeordnete Text" "Rainer Steußloff - Fotografie" ("zugeordnete Texte" stellen im vorliegenden jpg-Format keine Metainformationen dar. Deswegen werden werden beim download diese "Texte" auch nicht gespeichert, geschweige denn bei einem Uplaod angezeigt). Der Typ hat überhaupt keine Metainformationen, insbesondere keine über die Autorenschaft eingetragen und gespeichert.
    - Bei No2 findet sich nicht mal ein Text.
    - Außerdem agiert er über die SchnüffelSchnüffel-Seiten von cloudfront.net.


    Natürlich - Facebook hat kleine Verteidigung angezeigt, weil Facebook ja tatsächlich Metainformationen damals sämtlich automatisch entfernt hat und man eben einfach umgestellt hat, weil man wohl einsah das man gegen das Gesetz verstieß. Allerdings hat Facebook offensichtlich nicht geprüft, oder hatte eben keinen Bock darzulegen, dass einer der keine Metainformationen hinterlegt auch keine Abmahnung wegen der Löschung nicht vorhandener Metainformationen (an Facebook) schreiben kann.


    Aber natürlich großmäulige Pressemitteilungen veröffentlichen. (Siehe oben.... ich wette ... das ist auch einer, der den Models..... :D )
    Sorry, aber für mich ist diese Luftnummer damit durch.

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