Höhe des Schadens

  • Bei den Abmahnungen werden regelmäßig pro Werk Schäden geltend gemacht, die deutlich über den Preisen liegen, die einem Konsumenten des Werkes berechnet werden; exemplarisch für einen aktuellen Film auf Blu-Ray: 9,97 E bei Amazon, Schadensersatz-Forderung 700 E, also Faktor 70.

    Wie wird dieser Unterschied in den Urteilen begründet?

    Oder anders herum, wie wird der Schaden seitens des Filmvertriebs errechnet?

    Es dürfte doch sicher schon oft vorgekommen sein, dass die Verteidigung diesen Betrag in Frage stellte.

  • Bei den Abmahnungen werden regelmäßig pro Werk Schäden geltend gemacht, die deutlich über den Preisen liegen, die einem Konsumenten des Werkes berechnet werden; exemplarisch für einen aktuellen Film auf Blu-Ray: 9,97 E bei Amazon, Schadensersatz-Forderung 700 E, also Faktor 70.

    Wie wird dieser Unterschied in den Urteilen begründet?

    Oder anders herum, wie wird der Schaden seitens des Filmvertriebs errechnet?


    Naja...in den meisten Fällen sind die Schadenssummen einfach frei Schnauze ausgedacht. Offiziell wird natürlich immer gerne damit argumentiert,daß durch den geforderten Schadensersatz die entgangenen Einnahmen ausgeglichen werden sollen. Denn in der Phantasie der Rechteinhaber verbreitet sich ja ein Werk, welches von einem Filesharer verteilt wird, geradezu viral im Netz. Sprich: wenn zu erwarten wäre,daß ein Werk sich auf normalem Wege sehr gut verkauft, dann wird auch der angebliche Schaden sehr hoch angesetzt. Im Grunde ist gegen so eine Staffelung auch nichts einzuwenden. Aber:
    Das wird allerdings auch nur zu gerne missbraucht, indem einfach Phantasiewerte für die angeblich nicht erzielten Umsätze angesetzt werden. Besonders deutlich wird das wohl bei Pornofilmen,für die ganz gerne mal genausoviel vermeindlicher Schaden entstanden sein soll wie bei einem Blockbuster. Gottseidank haben einige wenige Gerichte das in der Vergangenheit schon erkannt und reduzierten den Streitwert für solche Werke ganz gewaltig.
    Auf die Spitze treiben es dann die Rechtetrolle, das sind Firmen,die die billig Vertriebsrechte für ein Werk kaufen, dies aber nicht zum normalen Vertrieb tun,sondern nur zum Zwecke des Abmahnens. Sprich: die hatten nie vor, auf normalem Wege Umsatz mit dem Werk zu machen, tun aber in ihren Abmahnungen so,als wäre ihnen ein unglaublicher Schaden entstanden.