Beiträge von Werniman

    Wenn sich Mandant und Abmahner die gezahlte Kohle teilen, dürfte der Anreiz für den Abmahnanwalt, vermeintliche Urheberrechtsverletzungen zu faken, nicht von der Hand zu weisen sein. Zudem dürfte diese Fifty-Fifty-Masche den Schluß zu lassen, dass Mandant und Abmahner kein Interesse daran haben, Urheberrechtsverletzungen tatsächlich dauerhaft zu unterbinden. Diese Nummer, Urheberrechtsverletzungen durch eigenes Zutun zumindest zu erleichtern, kennt man ja schon aus dem Bereich Fotoabmahnungen, wo Fotografen ihre Werke entgegen früherer Gewohnheiten ohne Wasserzeichen oder eigen Quellenangabe bei Wikipedia o.ä. verbreiten und dann schauen, wer die Bilder nutzt. Ein klassischer Honeypot also.

    Das kommt so ein bisschen darauf an, wann WF von deiner Urheberrechtsverletzung erfahren hat. Wenn das bereits 2015 war, läuft die reguläre Verjährung in deinem Fall bis zum 31.12.2018, durch den Mahnbescheid wird das Ganze um 6 Monate gehemmt, also bis zum 30.06.2019, hinzu kommen dann noch ein paar Tage Postlaufzeiten, so dass du irgendwann im Juli 2019 durch sein solltest (falls du nicht zwischendurch durch irgendwelche Vergleichsverhandlungen o.ä. die Verjährung weiter gehemmt hast).




    Wobei das einige Gerichte wieder anders sehen, indem sie nicht die Beauskunftung durch den Provider als stichhaltig für die Berechnung des Verjährungszeitpunktes ansehen,sondern die Zustellung der Abmahnung. Einige Abmahner scheinen das ähnlich zu sehen, denn wenn man mal die Angaben in den diversen Foren anschaut,wo User die Datumsangaben ihrer Fälle nennen. Irgendwie mag man es nicht so recht auf die Weihnachtszeit (und damit chronische Personalknappheit) schieben, wenn im Herbst/Frühwinter die Zeit zwischen Beauskunftung und Abmahnung ungewöhnlich lange ist und "zufällig" noch ein Jahreswechsel dazwischenliegt. Obwohl ja speziell der "Verjährungsparagraph" §199 Abs.1 BGB ziemlich eindeutig sagt, das die Kenntniserlangung der Person des Schuldners ausschlaggebend ist. Anders gesagt: Gesetz und Rechtsprechung klaffen hier mal wieder auseinander.

    Das blöde ist, dass ich den Anschlussinhaber in die Sache mithineingezogen habe. Der hat sich bei WF erkundigt, und die haben ihm gesagt, dass sie alles mit ihm ausmachen werden, auch wenn er das nicht war. Er als Anschlussinhaber kommt da nicht raus.


    Je mehr Urteile WF erwirkt, in denen eigentlich ein Mitnutzer der Täter war, umso mehr gewinnt man den Eindruck, dass es WF mitnichten drum geht, den wahren Täter zur Verantwortung zu ziehen. Stattdessen differenziert WF ziemlich offensichtlich danach, wie hoch wohl die Wahrscheinlichkeit ist, vom wahren Täter Kohle zu bekommen, selbst wenn dieser die Tat sogar gestanden hat. Wenn ein 14jähriger Jugendlicher die Tat gestanden hat, wird auffällig oft trotzdem Papi als AI verurteilt, weil wohl nicht davon auszugehen ist, dass Söhnchens Sparschwein genug Kohle hergibt. Ein vergleichbarer Fall, wo diese Strategie zu erkennen war,, war doch erst vor 2-3 Tagen unter den Abmahnnews hier auf der Seite....da hat ein ausländischer Besucher die Tat gestanden,zur Verantwortung wurde aber trotzdem der AI gezogen. Warum das so ist, wird einem klar, wenn man bedenkt, dass WF keine rechtliche Handhabe gegen einen im Ausland lebenden Schuldner hat.

    Bezüglich der 4 Jahre-Verjährungsfrist: dass manchmal 4 statt 3 Jahre zu lesen ist, dürfte wohl nicht nur der gehemmten Verjährung bei einem MB zu verdanken sein, sondern auch dem Umstand,dass die Verjährungsfrist erst zum Jahresende des Jahres ihres Erhalts zu laufen beginnt. Wer also Anfang Januar ´ne Abmahnung bekommt, bei dem verjähren die Amahnkosten tatsächlich streng genommen erst (fast) 4 Jahre später.

    Was zum Geier wollen die von WF eigentlich ? Selbst wenn man ihnen den Täter auf dem Silbertablett reicht, wollen sie sich noch am Anschlußinhaber vergreifen. Aber man kann sich denken, warum sie das tun. Wenn es der im Ausland lebende Cousin war, ist er dort für WF nicht greifbar, also versucht Waldi, sich die Kohle andernorts zu holen. Allein für den Versuch sollte man diesem Sauhaufen die Zulassung entziehen!

    Ein einziges Mal wünschte ich, dass WF mal an einen halbwegs technikaffinen Richter gerät, der sie klipp und klar zu einer Stellungnahme auffordert, welche Maßnahmen denn zur Erfüllung der sekundären Darlegungslast ausreichen sollen. Denn nach Waldis Meinung reicht ja die bloße Befragung der Nutzer nicht aus, es muss schon eine "forensische Untersuchung" des Rechners sein. Wäre schon interessant zu erfahren, welche Untersuchungsmethoden das sein sollen, die Monate nach der Tat noch zu einem Ergebnis führen sollen. Dass sich das zur Last gelegte Werk beispielsweise im August auf dem Rechner befindet, bedeutet nicht zwangsläufig, dass es zum Tatzeitpunkt im April auch schon da war. Und was ist, wenn das Werk da ist, sich aber z.B. in Sachen Hashwert oder Dateigröße von dem unterscheidet, welches geloggt wurde ?

    Ich muss mal doof nachfragen, da die Apple-Welt nicht unbedingt mein Terrain ist...was meinst du mit "denn mit dem IPad ist es nicht möglich Software zu laden welche die angebliche Urheberrecht Verletzung geboten haben soll." ?

    Das liest sich nach "Der Tatvorwurf ist schon deswegen unmöglich,weil es für iOS keine Filesharingsoftware gibt.".
    Ob das stimmt, vermag ich nicht zu beurteilen und ich weiß auch nicht, wie weit die Kanzei Fareds bei ihren Abmahnungen geht. Aber zumindest die Erfahrungen mit einer gewissen anderen Kanzlei zeigen, sind solche Details für Anwälte nicht unbedingt ein Hinderungsgrund sind, nicht doch vor Gericht zu ziehen. Zur Not werden halt Ideen aus dem Hut gezaubert wie "Es waren wahrscheinlich Gäste mit Windows-Geräten im Netz" o.ä.

    Ich tippe mal auf Dummenfang. Letztendlich entscheidet der Richter, was verjährt ist und was nicht und kann die Rechtslage unterschiedlich auslegen. Könnte allerdings auch einfach was mit dem Umstand zu tun haben,dass es sich ja um eine Berufungsverhandlung handelt. Ich bin kein Anwalt, aber ich könnte mir vorstellen,dass man nur gegen das komplette Urteil un Berufung gehen kann. Und im ursprünglichen AG-Verfahren dürfte auch der Punkt Abmahnkosten gefordert worden sein.

    Insbesondere die Richter an den deutschen Landgerichten scheinen allein lebende Personen ohne Familie und ohne jegliches technische Verständnis zu sein. Ich wünschte mir mal ein Urteil, wo sich mal ein Richter mit den zwischenmenschlichen Problemen dessen befasst, was ihre Forderungen angeht. Oder auch mit der technischen Umsetzbarkeit. Was soll der Anschlußinhaber denn machen, wenn der Mitbewohner seinen Laptop nicht für die gerne geforderte Untersuchung des Computer rausrückt ? Oder was soll denn ein Anschlußinhaber Wochen oder Monate nach der "Tat" noch rausfinden können ? Dass ein Werk sich vielleicht auf dem Rechner befindet, ist allerhöchstens ein Indiz,dass die Tat begangen sein worden könnte, ein Beweis ist das allerdings nicht.

    Ähm...darum geht es schon. Die Verjährung tritt eben NICHT automatisch in Kraft, sondern man muss sich im Zweifelsfall schon ausdrücklich drauf berufen (nennt sich "Einrede der Verjährung"). Tut man es nicht, kann der Gläubiger ganz legal seine Forderung weiter aufrecht erhalten. Einfach mal den Begriff googeln, da finden sich diverse genauere Erklärungen dazu.

    Dazu nochmal mein Hinweis bzw. die Nachfrage aus meinem vorangegangenen Posting...

    Das dürfte doch genau so ein Fall sein, in dem WF das Verfahren weiterbetrieben hat, unabhängig von den eigenen Abmahnkosten...

    Die Verjährung tritt nicht automatisch in Kraft, man muss sich schon drauf berufen. Insofern ist es also nicht ratsam, eine Forderung, die reinzeitlich gesehen verjährt wäre, einfach zu ignorieren, ohne irgendwas unternommen zu haben. Anders ausgedrückt: Solange der Abgemahnte nicht drauf hinweist, dass die Forderung verjährt ist, kann der Abmahner fröhlich weiterfordern.

    Nun sind weitere 6 Wochen vergangen. Denke ich müsste nun komplett durch sein ^^

    Naja...bezüglich der Abmahnkosten selbst schon, rechtlich gesehen bist du aber genaugenommen immer noch den Schadensersatz schuldig,da der ja erst nach 10 Jahren verjährt. Allerdings wären mir keine Verfahren bekannt, wo WF tatsächlich nach Verfährung "seines" Anteils am Kuchen noch geklagt hätte. Ist meines Erachtens ein schönes Beispiel dafür, dass weniger die Rechteinhaber selbst,als vielmehr die Anwälte diejenigen sind, die ein Interesse am weiterbetreiben des Abmahnprozesses haben. Und wenn sie wissen, dass jetzt für sie kein Blumentopf mehr zu gewinnen ist, lässt das "Interesse" schlagartig nach.

    auf jeden Fall solltest Du Widerspruch ankreuzen und gleich zurücksenden.

    Der MB ist der letzte Standardbaustein in WFs Strategie. Nahezu jeder Nichtzahler bekommt ihn im dritten Jahr.

    Ich kenne, auch durch dieses Forum, viele die nach dem Widerspruch gegen den MB einfach verjährt sind. Verklagt wurde so gut wie niemand, bei der hohen Zahl der abmhanungen fehlen dazu die Resourcen sowohl bei Waldi als auch den Gerichten.

    Naja...in vielen Fällen ist es üblich,dass Anwälte nicht zwingend selbst zum Gerichtstermin erscheinen,sondern einen anderen (lokalen) Anwalt als Vertretung schicken. Quasi eine Hand wäscht die andere. Bei meinem Prozess war´s damals zwar auch WF als Kläger, vertreten wurden sie aber von einem Erfurter Anwalt.

    Ein Mahnbescheid ist halt höchstens ein Indiz,ob Waldi weitergehen will, ein 100%iger Beweis ist es nicht.
    Wenn ich mir mal die gewonnenen Waldi-Prozesse der letzten Monate so anschaue, so scheint Waldi sich nicht davor zu scheuen, selbst bei für ihn schlechter Sachlage, vor Gericht zu ziehen. Und offenbar scheinen Waldis Anwälte sehr redegewandt (oder sehr finanzkräftig) zu sein, wenn man so liest, mit welchen Argumenten die tatsächlich deutsche Richter überzeugen. Zusammengefasst gesagt: egal wie doof die Argumentation von Waldi auch ist und wieviele Beweise der Anschlußinhaber auch für die eigene Unschuld bringt...irgendwo findet sich immer ´n Richter, der trotzdem zu Waldis Gunsten entscheidet. Da scheint es dann schonmal der Normalzustand zu sein,dass der Anschlußinhaber ständig neben dem tatsächlichen Benutzer des Anschlusses sitzt und ihn überwacht. Oder dass der Anschlußinhaber jederzeit Zugang zu den Geräten der Nutzer hat und es nach Monaten natürlich noch zweifelsfrei feststellbar ist, was mit dem betreffenden Gerät im Netz gemacht wurde. Und natürlich ist es absolut üblich,dass man den heimischen Rechner während des Australienurlaubs laufen lässt,damit er fröhlich Filesharing betreiben kann. Selbst bei Fällen, wo Mitnutzer die Tat gestanden haben, aber nicht fähig oder willig waren zu zahlen, wurde ja schon ersatzweise der Anschlußinhaber verurteilt. WTF ?

    Würde mich interessieren, wie Gerichte die Zuverlässigkeit der Zustellung von E-Mails bewerten. Bei Briefen wird ja gemeinhin davon ausgegangen, dass diese auch ankommen. Bei E-Mails gibts hingegen mit Spamfiltern beim Provider oder im Mailprogramm schon eine Sperre, die durchaus den Erhalt einer solchen Mail erschweren kann. Wer kuckt schon täglich seinen Spam-Ordner durch ? Aus diesem Grund ist ja bei anderen Fristsachen (wie z.B. Kündigungen) generell die Schriftform (d.h. auf Papier) vorgeschrieben, selbst sowas wie Sendeberichte bei Fax-Geräten gilt nicht als stichthaltiger Beweis der Zustellung.

    Zugverspätungen sind halt eigenes Risiko,dafür kann die Airline nix. Weit ärgerlicher für den Passagier ist es, wenn die Airline frech das Gate viel zu früh schließt, obwohl auf dem Ticket sogar ausdrücklich draufsteht, wann es schließt. Hab ich vor einigen Wochen erlebt, als ich 35min vor dem Abflug schon nicht mehr an Bord kam, obwohl laut Ticket das Boarding erst 15min vor Abflug endet. Mit dem Ergebnis,daß aus meinem 8h-Trip nach Philadelphia erst ein 10h Trip nach Dallas (!) und dann nochmal ein 3,5h-Trip zurück nach Philadelphia wurde. Ganz toll.

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