Beiträge von Werniman

    Ich hätte da mal wieder eine Frage, speziell zum Thema nicht ausreichender [lexicon]Mahnbescheid[/lexicon]. Einer unserer "Freunde in Schwarz" schrieb mir,daß die bisherigen Urteile zum Thema nicht
    hinreichend individualisierter [lexicon]Mahnbescheid[/lexicon] nur für Dritte Personen gelten würden, sie seines Erachtens aber für den Emfänger ausreichend würden,da dieser ja den Inhalt der ursprünglichen Abmahnung kenne. Das
    steht natürlich im krassen Gegensatz zur bisherigen Rechtsprechung (u.a. dem kürzlichen Urteil des [lexicon]AG[/lexicon] Erfurt). Wenn man das [lexicon]BGH[/lexicon]-Urteil vom 10.10.2013 zugrundelegt,womit der Herr [lexicon]Anwalt[/lexicon] argumentiert,dann wäre eine Individualisierung dann unnötig, wenn es sich um eine Einzelforderung oder eine Forderung von mehreren gleichartigen Posten handelt (z.B. wenn jemand mehrere Monatsmieten schuldet). Das hieße doch
    im Umkehrschluß,daß die bisherigen Urteile wg. mangelnder Individualisierung richtig wären, weil es sich bei einem Filesharing-[lexicon]Mahnbescheid[/lexicon] ja nicht um gleichartige Forderungen,sondern um verschiedene Posten (Schadensersatz, Ermittlungskosten, Anwaltskosten) geht,oder ? Und damit wäre folglich bei einem pauschalen Hinweis auf die Abmahnung auch weiterhin keine ausreichende Individualisierung erfüllt.

    Zitat

    Bereits an dieser Stelle bestätigt der [lexicon]BGH[/lexicon], dass lediglich kleine Abweichungen der IP Adresse nicht ausreichen, um den abgemahnten [lexicon]Anschlussinhaber[/lexicon] zu entlasten.


    Allein diesen Satz muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Kleine Abweichungen sind beim chronisch klappen Platz im IPv4-Adresbereich DAS Kriterium,wieso es auch ein anderer Anschlußinhaber sein kann. Wenn ich mich beim Wählen einer Telefonnummer um 1 Ziffer verwähle, komme ich schließlich in den allermeisten Fällen auch nicht beim gewünschten Anschlußinhaber,sondern bei einem anderen raus.

    Mal eine Frage am Rande,weil wir gerade beim Thema [lexicon]Verjährung[/lexicon] sind: Gemäß §102 UrhG gilt für Abmahnfälle die 3jährige Verjährungsfrist (so stehts ja auch in der Hilfefunktion zum Begriff [lexicon]Verjährung[/lexicon]). Doch in diversen Urteilen liest man immer nur,daß der Schadensersatz nach diesen Regelungen des §195ff BGB verjährt. Aber was ist mit den Abmahnkosten ? Das [lexicon]AG[/lexicon] Hamburg hat letztes Jahr entschieden ([lexicon]Az[/lexicon] 36a 202/13),daß für die [lexicon]Verjährung[/lexicon] der Abmahnkosten frühstens der Erhalt der Abmahnung zählen kann, was speziell bei Abmahnungen über den Jahreswechsel bedeuten kann,daß Schadensersatz und Abmahnkosten in unterschiedlichen Jahren verjähren. Wie ist denn die gängige Rechtssprechung dazu ? Wird die unterschiedliche [lexicon]Verjährung[/lexicon] üblicherweise anerkannt oder ist die Rechtsprechung eher "Ganz oder gar nicht" ?

    Mad schrieb:


    Wenn ich das richtig sehe, Beginn der [lexicon]Verjährung[/lexicon] dann 1.1.2012, Ende 31.12.2014?


    Gemäß §102 UrhG,der auf die Gültigkeit des §191ff BGB verweist,beträgt die Verjährungsfrist 3 Jahre zum Jahresende des Jahres, in dem die Forderung entstanden ist und der Gläubiger von der Identität des Abmahners erfahren hat. Allerdings ist Debcon der Meinung, daß bei Filesharingdelikten keine 3jährige,sondern eine 10jährige Verjährungsfrist gilt. Allerdings gibts momentan nur 2 Gerichte in D,die das bisher auch so sahen, aber fast 2 Dutzend,die sich für die 3jährige [lexicon]Verjährung[/lexicon] aussprachen.


    Zitat

    Mit Hemmung der Vejährung und evtl. Laufzeit ist der Drops dann am 1.8. für mich gelutscht....?


    Ähm...jein. Wie ich schon schrieb, vertritt Debcon die Meinung,daß bei Filesharing eine 10jährige Verjährungsfrist gilt. Insofern *könnte* Debcon also durchaus auch später noch Klage einreichen, auf diese warten die Debcon-Kunden bislang aber vergeblich.
    Ich persönlich glaube nicht dran,daß da noch was kommt.


    Zitat

    Ich gehe aufgrund der aktuellen Rechtssprechung davon aus, das da nichts mehr kommt. Falls doch, gebe ich hier Bescheid.


    Ich glaub auch nicht dran,daß da noch was kommt.

    Jetzt muss ich auch mal was fragen:
    Wie ist das denn nun mit der verjährungshemmenden Wirkung eines Mahnbescheides ? In der Vergangenheit gabs m.W. einige Urteile,die eine verjährungshemmende Wirkung absprachen,wenn der [lexicon]MB[/lexicon] nicht ausreichend individualisiert war. Wenn beispielsweise ein [lexicon]MB[/lexicon] wie folgt aussieht, ist er dann hinreichend individualisiert oder nicht ?


    I. Hauptforderung
    Anspruch auf Schadensersatz aus urheberrechtlicher Verletzung vom 31.01.2011 1255,80€


    II. Verfahrenskosten
    1.Gerichtskosten .... 35,50€
    2. Rechtsanwaltskosten
    Gebühr 115,00€
    Auslagen 20,00€.


    III. Zinsen
    ...5% über Basiszinssatz seit Zustellung des [lexicon]MB[/lexicon].

    @Shual
    Die Sache mit den Chunks stammt aber noch aus der Zeit, als Emule/Edonkey2k noch aktuell waren,dort waren die Chunks tatsächlich 9MB groß. Bei Bittorrent sind sie aber von Werk zu Werk unterschiedlich Groß, wie groß genau steht in der zugehörigen Torrent-Datei. Da die Chunks bei Bittorrent-Files oft wesentlich kleiner sind als 9MB,wäre man aber dämlich, zu widersprechen,wenn man merkt,daß das Gericht diese Schiene fährt.



    upgrade schrieb:


    hätte mir gewünscht das mehr auf den Fall der Fam. eingegangen wäre und man Tipps gegeben hätte wie Betroffene sich gegen den Debconwahn vorgehen können.
    Das was gezeigt wurde ist allgm. bekannt. Auch wurde schon vor dem Inkrafttreten des Gesetzes diskutiert das sich die Gesamtsumme der Abmahnbeträge nicht verringern wird, nur anders
    aufgeteilt.


    Ich hoffe,es haben viele Richter diesen Beitrag gesehen. Denn jeder,der in der Schule mehr als nur singen und klatschen hatte,kann sich denken,daß die Beträge nur verschoben haben und die gestiegene Forderung nach Schadensersatz nun einen Teil der Anwaltskosten enthält. Hoffentlich wird der Schadensersatz daher zukünftig besser unter die Lupe genommen.




    Zitat

    Dem Frommer hat man auch wieder eine Plattform gegeben (ich war verwundert das Solmecke nicht zu sehen war :D) damit er breit
    grinsend von der Schuld eines jeden berichten kann. MM nur altes Zeug neu aufgewährmt, nichts neues


    Schlimmer als den Frommer fand ich diese Pestbeule von Debcon. Nach dem Sehen des Berichtes hatte ich das unwillkürliche Verlangen nach einer Dusche. Es zeugt schon von einer Unverfrorenheit sondergleichen, trotz schwarz auf weiß vorliegender *Fakten*,trotzdem noch auf korrekten Ermittlung zu bestehen. Wie dreist musst man eigentlich sein,um trotz einer nachweislich vorliegenden Störung des Anschlusses zu behaupten,das Internet sei ja trotzdem noch gegangen ? Das ist so,als würde die Verkehrsbehörde behaupten,man hätte trotz ausgebautem Motor zu schnell gefahren,weil das Auto ja weiterhin 4 Räder hatte.

    Man stelle sich die Münchner Argumentation mal auf einen Mordprozess übertragen vor:
    Ede wird nach einem Mord geschnappt,bestreitet die Tat aber und verpfeift seine 5 Spießgesellen,die ebenfalls am Tatort anwesend waren. Er kann aber nicht sagen,wer den Mord nun tatsächlich verübt hat und jeder der anderen 5 Leute streitet die Tat ebenfalls ab. Doch statt den wahren Täter zu ermitteln, gibt sich er Staatsanwalt mit dem Umstand zufrieden,daß es die anderen auch nicht gewesen sein wollen und veknackt ersatzweise den ursprünglich angeklagten Ede. Na DAS ist doch mal ´ne Rechtseinstellung: sch**ßegal wer`s war,Hauptsache einer muss dafür büßen.

    Hallo!


    Ich muss auch mal ´ne Frage los werden:
    In den Urteilen des LG Düsseldorf, 19.01.2011 - 23 S 359/09, des LG Bielefeld [lexicon]AZ[/lexicon]:20 S 65/14, LG Bielefeld v.06.02.2015, [lexicon]AZ[/lexicon]:36a 202/13 oder des [lexicon]AG[/lexicon] Hamburg, 20.12.2013 - 36a C 134/13 steht einhellig drin, daß "Anwaltskosten können nur geltend gemacht werden, wenn der Kläger auch seinen Unterlassungsanspruch konsequent verfolgt.".
    Nun bringt aktuell eine bekannte Hamburger Anwaltskanzlei das Urteil des [lexicon]AG[/lexicon] Hamburg vom 31.10.2014 ins Spiel, wonach die Ansprüche für die Abmahnung selbst frühstens mit dem Erhalt der Abmahnung zur [lexicon]Verjährung[/lexicon] berechnet werden können und somit nicht mehr nach den Regelungen des §199 Abs.1 Nr.2 BGB. Das hieße praktisch: Wer im alten Jahr beauskunftet,aber erst im neuen Jahr abgemahnt wurde,bei dem würden nach Ansicht der Hamburger Richter Schadensersatz und Anwaltskosten unterschiedlich verjähren. Die Folge ist,daß die genannte Kanzlei nun Altfälle ausgräbt und klagt,obwohl diese nach §199 BGB längst verjährt sind.


    Meine Frage betrifft nun eher die erstgenannten Urteile: Was genau ist mit "...auch seinen Unterlassungsanspruch konsequent verfolgt" gemeint,speziell wenn man eine [lexicon]ModUE[/lexicon] abgegeben hat ? Nach meinem Rechtsverständnis gehört dazu doch auch der Schadensersatz ? Wenn ich das richtig verstehe,dürften diese Ansichten dem Hamburger Urteil von Ende Oktober doch entgegenstehen. Seh ich das richtig: wenn kein Schadensersatz eingeklagt wurde (etwa weil die Forderung inzwischen verjäht ist),können folglich auch die Abmahnkosten nicht mehr geltend gemacht werden ?

    Auch WBS hat nicht wirklich wirklich ein Interesse daran, die Leute optimalerweise schadlos aus den Forderungen herauszuboxen. Stattdessen wird auch dort verdammt schnell zu einem Vergleich geraten. Wenn WBS den aushandelt,kostet das um die 350€,wenn ich das richtig in Erinnerung habe (ist schon länger her,daß ich die beauftragt hatte). Und das für einen Vergleich,der nur minimal billiger war als das, was man selbst aushandeln könnte. Sorry,aber DAFÜR braucht man nun wirklich keinen [lexicon]Anwalt[/lexicon],der die Ersparnis gleich wieder auffrisst.

    Manche Abmahner,die einen [lexicon]MB[/lexicon] erwirken,dem man widersprochen hat, sind anschließend sogar noch so dreist, einfach mal den Abgemahnten anzuschreiben und nachzufragen, welche Gründe man denn für den Widerspruch hatte. Man muss kein Einstein sein,um zu erkennen, daß sie damit nur ihr Prozessrisiko taxieren wollen. Und es zeigt doch deutlich,daß sich diese Herrschaften ihrer Sache längst nicht so sicher sind wie sie behaupten. Debcon selbst hat aber m.W. bislang nur ganz ganz wenige [lexicon]MB[/lexicon] erwirkt, auf eine Klage wartet man vergeblich. Sie rasseln halt mit den Säbeln.

    Zitat

    Der vierte Abmahner ließ sich Zeit und schickte mir die Abmahnung erst im Herbst 2012.


    Im Urheberrecht gelten gemäß §102 UrhG die Verjährungsfristen des BGB,d.h. 3 Jahre zum Jahresende des Jahres,in dem der Anspruch entstanden ist und der Abmahner vom Provider die Klarnamen des Anschlußinhabers bekommen hat bzw hätte bekommen müssen. Dummerweise ist nirgendwo klar geregelt, welchen Spielraum "hätte bekommen müssen" einräumt. Heißt im Klartext, dass sich der Abmahner alle Zeit der Welt lassen kann mit der Beauskunftung durch den Provider,da erst diese die übliche 3jährige Verjährungsfrist zum Jahresende startet. Die Provider speichern die Daten ja bereitwillig, so dass auch keine Gefahr einer vorzeitigen Löschung besteht.



    Zitat

    Mehr als Bettelbriefe habe ich von den ersten drei Abmahnern nicht erhalten.


    Das ist beim Großteil aller Abmahner der Fall. Wirklich "bissig" sind eigentlich nur Sasse und WaldorfFrommer. Der Rest der Abmahnbr*t ist recht klagescheues Gesindel.



    Zitat

    Vom vierten Abmahner erhielt ich im Frühling 2014 einen [lexicon]Mahnbescheid[/lexicon], dem ich widersprochen habe. Anfang 2015 erhielt ich von eben diesem Abmahner den Vorschlag, dass mit Zahlung von weniger als der Hälfte des ursprünglich geforderten Betrags alles erledigt sei, sonst würde man ein Gerichtsverfahren einleiten.


    Mahnbescheide sind erstmal nur Säbelgerassel,hier müssen keine Beweise für die Rechtmäßigkeit der Forderungen erbracht werden. Und ein Abmahner,der zwischen [lexicon]MB[/lexicon] und Prozess doch noch eine Vergleichssumme anbietet,ist m.E. sowieso nicht ernst zu nehmen...wenn er sich seiner Sache so sicher wäre,würde er direkt klagen.

    Inzwischen fährt Sasse eine neue,perfide Masche. Im §102 UrhG steht ja,daß für Abmahnungen die Verjährungsfristen des BGB (§191ff) gelten. Und laut denen beginnt die Verjährungsfrist mit dem Zeitpunkt der Tat bzw spätestens mit dem Zeitpunkt,an dem der Abmahner von der Identität des Anschlußinhabers erfahren hat (=Beauskunftung durch den Provider). Wer also 2010 geloggt und auch noch 2010 beauskunftet wurde, der erst 2011 die Abmahnung erhalten hat, dessen Abmahnung wäre nach dem BGB seit 1.1.2014 verjährt. Kein Grund für Sasse, nicht im Dezember 2014 doch noch einen [lexicon]Mahnbescheid[/lexicon] und im Jahr 2015 eine Klage anzustrengen. Dabei stützt sich Sasse auf ein Urteil des [lexicon]AG[/lexicon] Hamburg vom 31.10.2014 ([lexicon]AZ[/lexicon]:36a 202/13),wonach die [lexicon]Verjährung[/lexicon] für die Abmahnkosten erst mit dem Erhalt der Abmahnung (2011) berechnet werden kann. Sprich: der Schadensersatz wäre demnach schon zum 1.1.2014, die Abmahnkosten erst zum 1.1.2015 verjährt, was durch den [lexicon]MB[/lexicon] ja gehemmt wurde. Anders gesagt: dieses Urteil erlaubt es Sasse, sich an Altfällen aus dem 3.und 4.Quartal zu vergehen,die nach den Regelungen des BGB eigentlich verjährt wären.


    Dem gegenüber stehen übrigens die Urteil des LG Düsseldorf, 19.01.2011 - 23 S 359/09,dessen Zusammenfassung so lautet: "Aufwendungen für eine Abmahnung hat der Störer bei erfolgloser Abmahnung und unterlassener Weiterverfolgung der Unterlassungsklage nicht zu kompensieren" und des LG Bielefeld [lexicon]AZ[/lexicon]:20 S 65/14 : "Anwaltskosten können nur geltend gemacht werden, wenn der Kläger auch seinen Unterlassungsanspruch konsequent verfolgt."
    Im Grunde heißt das nichts anderes als: Wenn der Abmahner die Hauptforderung nicht mehr verfolgen kann (etwa weil sie verjährt ist),dann kann er auch keine Abmahnkosten mehr einfordern.



    Auch für das gerne von Gerichten zur Klageabweisung genutzte Thema "unzureichend individualisierter [lexicon]Mahnbescheid[/lexicon]" hat Sasse inzwischen eine Ausrede. Nach Meinung der Hamburger Kanzlei müsse der [lexicon]MB[/lexicon] gar nicht ausreichend individualisiert sein,sondern es reiche, wenn der Empfänger wisse,worum es sich überhaupt handelt. Ist natürlich Bullshit und ersetzt keineswegs die rechtlichen Rahmenbedingungen an die Gültigkeit eines [lexicon]MB[/lexicon].


    Generell scheint Sasse wohl so ziemlich jeden Fehler zu begehen,der in der Vergangenheit schon anderen Kanzleien zum Verhängnis wurde:
    a) [lexicon]Mahnbescheid[/lexicon] nicht ausreichend individualisiert
    b) Verjährungsbeginn angeblich erst zum Jahreswechsel nach Datum der Abmahnung
    c) keine Aktivlegitimation (=andere Rechteinhaber möglich)
    d) Möglichkeit von Mitnutzern wird in Abrede gestellt
    und,und,und. Naja..ich sehe meinem Prozess im kommenden Jahr jedenfalls sehr sehr gelassen entgegen. Genügend Indizien,die Sasse das Genick brechen, habe ich ja gesammelt.

    Gibts eigentlich eine Tendenz in der Rechtsprechung in Sachen Beginn der Verjährungsfrist ? §199 BGB ist da ja recht eindeutig: die Verjährungsfrist beginnt mit dem Jahresende des Jahres,in dem der Anspruch entstanden ist und von der Identität des Anschlußinhabers erfahren hat (=Zeitpunkt der Beauskunftung des Providers). Hingegen sieht das [lexicon]AG[/lexicon] Hamburg mit Urteil vom 31.10.2014 ([lexicon]AZ[/lexicon]: 36a 202/13) den Zugang der Abmahnung als Stichtag für die Berechnung des Verjährungsbeginn an. Dem widersprechen beispielsweise das [lexicon]AG[/lexicon] Kassel (24.07.2014, [lexicon]Az[/lexicon]. 410 C 625/14) und das [lexicon]AG[/lexicon] Bielefeld (06.03.2014, [lexicon]Az[/lexicon]. 42 C 368/13),die beide die in §199BGB genannten Zeitpunkte annehmen. Gibts noch mehr Urteile,die dafür sprechen ?

    Interessant ist ja,daß Deppcon in ihrem "Klageentwurf" den Namen des Insolvenzverwalters der FDUDM2 GmbH als Kläger aufführt. Dabei sind ihre eigenen Gebühren schon längst verjährt. Welche Firma würde sich für einen Kunden so ins Zeug legen,wenn sie dafür gar keine Kohle mehr bekommt ? Doch wohl nur eine,die am geforderten Schadensersatz auch verdient,was dafür spricht,daß Debcon die Forderung aufgekauft hat. Dafür sprechen auch die ständig schwankenden Forderungssummen. In dem Fall dürfte es an Betrug grenzen,den Namen des Insolvenzverwalters als möglichen Kläger in die Klageandrohung einzutragen.

    Wir sind auch "Kunden" von WF, inzwischen zum zweiten Mal. Beim 1.Mal haben wir uns mit WF auf einen Vergleich geeinigt. Im Gegensatz zu damals gibts aber einen Unterschied: meine Schwiegermutter als Anschlußinhaberin wohn nicht mehr hier,sondern ist nur noch Anschlußinhaberin. D.h. meine Freundin und ich nutzen den Anschluß ganz allein. Daher wollten wir meine Schwiegermutter erstmal ganz aus der Sache raushaben und haben WF daher den Sachverhalt geschildert,daß sie schon deswegen nicht der Täter sein kann,haben sogar die Namen meiner Freundin und mir genannt.
    Die Reaktion: WF ignoriert das weitestgehend,sondern verweist auf die Urteile des LG Köln (25.04.2013, 14 O 500/12) und OLG Köln (02.08.2013, 6 U 10/13),wonach der Anschlußinhaber nicht nur die Namen der vermeindlichen Täter nennen,sondern detailliert das Nutzungsverhalten der Mitnutzer darlegen muss. Das ist natürlich vollkommen utopisch.
    Im [lexicon]BGH[/lexicon]-Bearshare-Urteil steht zwar,daß der Anschlußinhaber aus der Sache raus ist,wenn er einen alternativen Geschehensablauf (z.B. alternative Täter) benennen kann. Diverse andere Gerichte detaillierten das,indem sie entschieden,daß bei Familienmitgliedern die Nennung der Anschlußmitnutzer reicht und eine Überwachung nicht zumutbar ist:
    [lexicon]AG[/lexicon] Frankenthal, [lexicon]AZ[/lexicon]: 3c C80/14
    [lexicon]AG[/lexicon] Köln, 12.1.2015, [lexicon]AZ[/lexicon]: 125 C 138/14
    [lexicon]AG[/lexicon] Rendsburg, 10.12.2014, [lexicon]AZ[/lexicon]: 44 C 133/14
    [lexicon]AG[/lexicon] Hamburg, 03.12.2014, [lexicon]AZ[/lexicon]: 32 C 23/13
    [lexicon]AG[/lexicon] Köln, 20.11.2014, [lexicon]AZ[/lexicon]: 137 C 208/14
    [lexicon]AG[/lexicon] Nürnberg, [lexicon]AZ[/lexicon]: 27 C 5662/14
    [lexicon]AG[/lexicon] Düsseldorf [lexicon]Az[/lexicon]. 57 C 2713/14
    [lexicon]AG[/lexicon] Leipzig [lexicon]Az[/lexicon]. 102 C 7201/13
    [lexicon]AG[/lexicon] Schweinfurt [lexicon]Az[/lexicon]. 3C 1046/14
    [lexicon]AG[/lexicon] Köln, [lexicon]Az[/lexicon]: 137 C 391/14
    [lexicon]AG[/lexicon] Hamburg, [lexicon]Az[/lexicon]. 20a C 131/14
    [lexicon]AG[/lexicon] Hamburg,19.11.2014, [lexicon]Az[/lexicon]. 31 c C208/13.


    Doch nirgendwo ist erwähnt,wem gegenüber man diese Namen nennen muss...dem Abmahner oder frühsten dem Gericht. Weiß dazu jemand näheres ?


    Ich glaub das weiß @Werniman mittlerweile! ;)
    Er oder Sie ist bei SH ebenso im Forum aktiv, wo der Forenbetreiber heute (löblicherweise) auch auf derartige (positive) Urteile hingewiesen hat...


    Ich bin unter diesem Namen in vielen Foren vertreten (irgendwie legt man die Spitznamen aus Schulzeiten nie ab,oder ?). Blöde Frage an dieser Stelle: was ist mit SH gemeint ?



    Zum Urteil des [lexicon]AG[/lexicon] Kassel: Normalerweise lese ich bei sowas immer nur die Zusammenfassung,aber hier ist auch der ausführliche Text interessant. Speziell weil daraus die Ermittlungsmethoden hervorgehen und man so einige Rückschlüsse ziehen kann. Der Kläger hat angegeben,daß der Beklagte 2 Alben runtergeladen habe und man ihn mehrfach dabei "erwischt" habe. Woher will denn der Kläger dies wissen ? Daß der Beklagte etwas runtergeladen hat, kann der Kläger nur wissen,wenn er selbst derjenige war,der das Werk angeboten hat. Diese Methode nennt man Honeypot, deren Einsatz gerade von den ausführenden Unternehmen so gerne bestritten wird. Rechtlich gesehen wäre der Download hier nicht mal strafbar,weil man nur von illegalen Quellen nichts runterladen darf und das Werk hier mit Sicherheit nicht ohne Genehmigung des Urhebers im Honeypot angeboten wurde.
    Noch spaßiger wirds beim Thema Upload,wegen dem ja üblicherweise abgemahnt wird. Aus dem Urteil geht nämlich nicht hervor,daß man ihn auch beim Upload erwischt habe, es wird allein auf das Grundprinzip "Download=Upload" verwiesen. Das ist jedoch allenfalls ein Anscheinsbeweis, der m.E. nicht die Bohne wert ist. Um es mal zu vergleichen: Wenn ich mit dem Auto 150km in 45min zurücklege, dann ist das auch höchstens ein Indiz,daß ich zu schnell gefahren bin...einen tatsächlichen Beweis dafür gäbe es aber ohne Blitzerfoto oder Videomessung dafür nicht.

    Interessant ist das aktuellste Schreiben von Debcon,welches zur Zeit in den Briefkasten landet. Darin schreib Debcon,daß die Forderung noch immer offen ist und man keine Einrede der [lexicon]Verjährung[/lexicon] gestellt habe. Gleichzeitig schreibt man nochmal einen Auszug aus dem [lexicon]BGH[/lexicon]-Urteil mit den 10 Jahren, "vergisst" aber zu erwähnen,daß dies nur für den Schadensersatz,nicht jedoh für die Abmahnkosten selbst gilt,welche ja den größten Teil der Forderung ausmachen. Sprich: Schadensersatz 10 Jahre [lexicon]Verjährung[/lexicon], der Rest 3 Jahre. Schon irgendwie dämlich, die "Kunden" auch noch mit der Nase drauf zu stoßen,daß der das doch mal prüfen könnte,oder ?