Beiträge von Wickie1

    Du hast per Anwalt mit WF ein Vergleichsangebot von 490€ ausgehandelt und das Angebot dann abgelehnt? Warum hast du dann mit WF überhaupt erst kommuniziert?

    Bin zurzeit für ein Jahr in Australien und gehe mit meiner Freundin anschließend vermutlich für 2 Jahre nach Vietnam oder die Fidschi Inseln, wenn sie den Job dort bekommt.

    Wie sind die Gewinnaussichten, wenn der Täter nicht greifbar ist.

    Versteh ich nicht. Der "Täter" (=Anschlussinhaber) wohnt doch in Deutschland und ist greifbar. Wie du hier schon aus den vorherigen Beiträgen entnehmen konntest, interessiert sich WF weniger für den eigentlichen Täter.


    Davon mal abgesehen, falls du als Täter für WF tatsächlich in Frage kommen würdest, wo ist Dein gemeldeter Wohnsitz? Ob du in Australien bist, spielt keine Rolle, wenn du in Deutschland noch einen gemeldeten Wohnsitz hast. Damit bist du offiziell in Deutschland erreichbar. Würde bei Dir eine Klageschrift in Deinen Briefkasten in Deutschland eintrudeln, wäre alles offiziell gültig. Dass du körperlich nicht anwesend bist, ist Dein Problem. Ich hatte mal vor 15 Jahren ein ähnliches Problem.

    Wie hoch sind prozentual die Chancen, dass WF vor Gericht geht, wenn schon ein MB gekommen ist?

    Vor der Frage stehen momentan viele Leute inklusive meiner Wenigkeit. WF arbeitet momentan die Altfälle aus 2010 auf und will über das BGH-Urteil von 2016 noch mal Kohle abgreifen. Also verschicken sie derzeit massiv gerichtliche Mahnbescheide.


    Da du bereits mit WF über Deinen Anwalt kommuniziert hast, könnte man spekulieren, dass die Wahrscheinlichkeit eines weiteren Vorgehens durch WF höher ist. Von den Mahnbescheidempfängern, deren Kommunikation mit WF aus der modUE bestand, gibt es hier noch keinen Bericht über eine Klage.

    Amtsgericht leider in Coburg.

    WF scheint alle MB vom Amtsgericht Coburg versenden zu lassen. Im MB steht aber auch, dass bei einer Klageerhebung die Zuständigkeit an ein anderes Amtsgericht übergeben wird. In meinem Fall wäre das Frankfurt/Main.

    Wie lang dauert es eigentlich, bis man nach Absendung des Widerspruchs zum Mahnbescheid dann die Bestätigung durch das übernehmende Amtsgericht bekommt?


    Bei mir ist das jetzt 2 Wochen her. Und langsam mach ich mir Gedanken, dass die Post beim Amtsgericht Coburg genauso unzuverlässig ist, wie damals bei der GEZ. Da soll ja auch der überwiegende Teil der Briefe (insbesondere der Kündigungen) nie angekommen sein.


    Leider war ich so blöd und hab mir in der Post keine Bestätigung geben lassen.


    Mich hat's heut auch getroffen. Sind gerade vom Wochenendausflug zurückgekommen. Da liegt der gelbe Briefumschlag im Briefkasten.


    Meine Vorgeschichte (Zusammenfassung):


    • Ende 2010 wegen 2 Musikalben abgemahnt worden: 700€ Schadensersatz + 700€ Anwaltskosten
    • modUE hingeschickt. Bis Anfang 2013 zahlreiche Korrespondenz von WF erhalten. Nie darauf geantwortet.
    • Ende 2013 verjährt.
    • Anfang 2019: Neues Drohschreiben von WF mit Bezug auf das BGH-Urteil. Geforderte Schadenssumme diesmal: 1400 €
    • Dieses Wochenende: Mahnbescheid über 2000€ + Verfahrenskosten + Zinsen


    Dazu steht auf dem MB weiter unten:

    Zitat

    Der Antragsteller hat angegeben, ein streitiges Verfahren sei durchzuführen vor dem Amtsgericht *Stadt in der Nähe*

    An dieses Gericht, dem eine Prüfung seiner Zuständigkeit vorbehalten bleibt, wird die Sache im Falle eines Widerspruchs abgegeben.


    Antragssteller ist Sony Music, Prozessbevollmächtigter WF. Die Hauptforderung ist "Schadenersatz aus dem Unfall/Vorfall gem. Schadenersatz wg. UrhR-Verletzung gemäß Schreiben vom xx.xx.2010"


    Meine Gefühlslage: 🤮.


    Und auch der Rest ist identisch zum Fall von Zorro12. Der einzige Unterschied: Ich hab noch die gesamte Korrespondenz von WF seit der Abmahnung 2010.


    Fragen:

    • Widerspruch gegen den gesamten Anspruch oder nur gegen einen Teil? Logisch erscheint mir der Widerspruch gegen den gesamten Anspruch.
    • Kann WF einfach so verschiedene Beträge in jeder Mahnung fordern, oder könnten diese unterschiedlichen Betragsforderungen schon ein Vorteil für mich sein?
    • Die Hauptforderung "Schadenersatz aus Vorfall gem. Schadenersatz" klingt komisch. Verlangen die jetzt Schadenersatz für ihren Schadenersatz?
    • Wann sollte ich die Notbremse ziehen und zum Anwalt rennen? Jetzt muss ich sowieso erst mal Widerspruch einlegen um die Zweiwochenfrist nicht zu überschreiten. Lieber dann gleich einen Anwalt suchen oder warten, bis der Vollstreckungsbescheid oder die Klagezustellung kommt?
    • Wie ist die Sache mit dem Täter? Anschlussinhaber ist meine Frau. Die weiß nicht mal, was Bittorrent überhaupt ist. Allerdings ist es sehr naheliegend, dass ich wohl der "Täter" gewesen sein muss. WF adressiert den MB allerdings gegen meine Frau. Wie können wir diesen Umstand nutzen?


    Gerade noch gefunden:

    Übrigens.. "Abgabe ans Streitgericht"bedeutet immer noch nicht das Waldi dich verklagt. Es bedeutet nur das das Gericht, welches dir den MB zugesendet hat, nicht mehr zuständig ist. Deren Job ist getan: Waldi hat einen MB veranlasst. Du dem widersprochen.


    Das ist ein Automatismus. mehr nicht.


    Ok, das ist schon mal ein winzig kleiner Lichtblick.

    War bei mir auch so. In der letzten Forderung (also bei Klagevorbereitung 2013) wurden grob 700€ an Lizenzschadensersatz gefordert und 700€ Anwaltsbespaßungsgeld.


    Beim Schreiben vor 3 Wochen wurden dann auf einmal 200€ pro Songtitel auf den damals abgemahnten Alben berechnet, wodurch sie - oh Wunder - jetzt auch wieder auf 1.400€ Klagesumme kommen, dabei allerdings mutmaßlich ehrenamtlich für Sony arbeiten.


    Sofern es tatsächlich zu einer Gerichtsverhandlung kommen sollte: Wäre dieser Punkt ein konkreter Ansatz, um die Klage abschmettern zu können? Ich mein, der damals "entstandene Schaden" durch den Upload ist ja jetzt in den 9 Jahren meiner Uploaduntätigkeit nicht größer geworden.

    mir scheint dass das Wichtigste geflissentlich überlesen wird.

    Ob überhaupt ein Anspruch besteht, muss vorher noch geklärt werden.

    Und wie sieht diese Klärung aus? Also geh ich mal davon aus, dass der Brief von WF eher eine Art schlechter Versuch ist, mir noch mal Angst einzujagen. Ich hoffe mal, dass sie mich jetzt nicht die restlichen 2 Jahre bis zur 10-Jahres-Verjährungsfrist mit ihren Drohbriefen bombardieren.


    Hallo,


    Ich lebe in Deutschland seit Juni 2015.

    Im Juli 2016 habe ich auf der Seite PopcornTime einen Film zu schauen begonnen, da mir zu dem Zeitpunkt nicht bewusst war, dass diese Seite in Deutschland illegal ist (aus anderen Ländern kenne ich das anders). Da ich jedoch nicht ganz sicher über die rechtliche Situation in D. war, habe ich bereits nach vier Minuten aufgehört. Ich habe den Film für die vier Minuten lediglich gestreamt, nicht runtergeladen oder weiterverbreitet.


    In diesem Textfragment stecken schon mal viele falsche Aussagen drin. Popcorn Time kannte ich bisher nicht. Google hat mir aber gleich im ersten Treffer offenbart, dass die Seite mit Torrents arbeitet. Und das erklärt dann auch wieder die Abmahnung.


    Für reines Streaming, d.h. Das Runterladen des Filmes ohne Speicherung wirst du sehr wahrscheinlich nie abgemahnt werden. Denn der Dir anlastbare Schaden wäre nur in der Höhe des Verkaufspreises eines Datenträgers, also ca. 20-30€. Davon könnten die Abmahnanwälte nie leben.


    Die Abmahnung bei Torrent kommt zustande, weil du im gleichen Maße das Heruntergeladene anderen Nutzern wieder zur Verfügung stellst, also hochlädst. Die Abmahnanwälte nehmen dann als Schadenssumme den Betrag an, der einer Lizenzierung als Händler entspricht, d.h. gewerbsmäßiger Verkauf des Werks. Und dazu reicht den Anwälten bereits ein hochgeladenes IP-Paket, weshalb auch die 4 Minuten schon ausreichend sind.

    Einen schönen Freitagnachmittag wünsch ich allen Abmahnopfern,


    Das Forum hier kannte ich noch nicht. Bisher war ich nur auf der abmahnwahn-dreipage unterwegs. Und eigentlich dachte ich auch, dass die Angelegenheit inzwischen erledigt wäre. Aber manchmal holt einen dann die Vergangenheit doch wieder ein.


    Die Vorgeschichte kurz erzählt:

    2010 im Dezember kam eine Abmahnung reingeflattert wegen Filesharings von 2 Musikalben. Danach folgte die hier schon mal genannte Abarbeitung des 10-Punkte-Plans von Waldorf Frommer. Das zog sich bis 2013 hin. In der Zeit blieb ich standhaft und führte bis auf die Zusendung der modifizierten Unterlassungserklärung keinerlei Kommunikation mit den Abmahnanwälten. Für mich erachtete ich die Sache mit Ablauf des Jahres 2013 als verjährt.


    Jetzt scheint WF neues Blut gewittert zu haben. Heute flatterte unerwartet ein neuer Brief ins Haus:


    WF schrieb:

    10 Jahre Verjährungsfrist bei Anspruch auf Zahlung des Lizenzschadens


    Der BGH hat in einem parallel gelagerten Filesharing-Verfahren (Az. I ZR 48/15 - Everytime we touch) bestätigt, dass der Anspruch auf Zahlung des Lizenzschadens frühestens in zehn Jahren verjährt:


    "Gemäß §102 Satz 2 UrhG findet §852 BGB entsprechende Anwendung, wenn der Verpflichtete durch die Verletzung auf Kosten des Berechtigten etwas erlangt hat. Danach ist der Ersatzpflichtige auch nach Eintritt der Verjährung des Anspruchs auf Ersatz des aus einer Verletzung des Urheberrechts entstandenen Schadens zur Herausgabe nach den Vorschriften über die Herausgabe einer ungerechtfertigten Bereicherung verpflichtet (§852 Satz 1 BGB). Dieser Anspruch verjährt nach §852 Satz 2 BGB in zehn Jahren von seiner Entstehung an und ohne Rücksicht auf seine Entstehung in 30 Jahren von der Begehung der Verletzungshandlung oder dem sonstigen den Schaden auslösenden Ereignis an." (BGH, 12.05.2016, Az. I ZR 48/15 - Everytime we touch)


    Interessant dabei ist die Kalkulation:


    2010 wollten sie noch 1.xxx€ haben. Dabei waren ~60% Schadenersatz und ~40% Anwaltskosten. Im Verjährungsjahr 2013 stieg der Preis schon um 200€ durch die höheren Anwaltskosten.


    Die jetzt geforderte Gesamtforderung entspricht in etwa (nicht genau) dem Betrag von 2013. Allerdings wird jetzt gedroht, dass pro Musiktitel 200€ berechnet werden können und ich demzufolge mit einem noch höheren Betrag rechnen müsste. Als Vergleichsangebot:


    WF schrieb:

    1. Die Verpflichtung zur Zahlung der Gesamtforderung in Höhe von EUR 1.xxx wird durch fristgerechte Rücksendung der beigefügten Erklärung bestätigt.


    Gefunden hab ich dazu das hier:

    https://www.wbs-law.de/urheber…fuer-lizenzschaden-69905/


    Das würde dann bedeuten, dass die Anwälte jetzt alle "gratis" arbeiten und dafür die Schadenssumme um ihre früher berechneten Anwaltskosten erhöhen. Im Nachhinein bedeutet das: Die Verjährungsfrist wurde einfach von 3 auf 10 Jahre erhöht. Leider blick ich bei dem Urteilstext noch wesentlich weniger durch als noch bei der Ursprungsabmahnung.


    Muss ich mir jetzt Sorgen machen?

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