Beiträge von Wickie1

    War bei mir auch so. In der letzten Forderung (also bei Klagevorbereitung 2013) wurden grob 700€ an Lizenzschadensersatz gefordert und 700€ Anwaltsbespaßungsgeld.


    Beim Schreiben vor 3 Wochen wurden dann auf einmal 200€ pro Songtitel auf den damals abgemahnten Alben berechnet, wodurch sie - oh Wunder - jetzt auch wieder auf 1.400€ Klagesumme kommen, dabei allerdings mutmaßlich ehrenamtlich für Sony arbeiten.


    Sofern es tatsächlich zu einer Gerichtsverhandlung kommen sollte: Wäre dieser Punkt ein konkreter Ansatz, um die Klage abschmettern zu können? Ich mein, der damals "entstandene Schaden" durch den Upload ist ja jetzt in den 9 Jahren meiner Uploaduntätigkeit nicht größer geworden.

    mir scheint dass das Wichtigste geflissentlich überlesen wird.

    Ob überhaupt ein Anspruch besteht, muss vorher noch geklärt werden.

    Und wie sieht diese Klärung aus? Also geh ich mal davon aus, dass der Brief von WF eher eine Art schlechter Versuch ist, mir noch mal Angst einzujagen. Ich hoffe mal, dass sie mich jetzt nicht die restlichen 2 Jahre bis zur 10-Jahres-Verjährungsfrist mit ihren Drohbriefen bombardieren.


    Hallo,


    Ich lebe in Deutschland seit Juni 2015.

    Im Juli 2016 habe ich auf der Seite PopcornTime einen Film zu schauen begonnen, da mir zu dem Zeitpunkt nicht bewusst war, dass diese Seite in Deutschland illegal ist (aus anderen Ländern kenne ich das anders). Da ich jedoch nicht ganz sicher über die rechtliche Situation in D. war, habe ich bereits nach vier Minuten aufgehört. Ich habe den Film für die vier Minuten lediglich gestreamt, nicht runtergeladen oder weiterverbreitet.


    In diesem Textfragment stecken schon mal viele falsche Aussagen drin. Popcorn Time kannte ich bisher nicht. Google hat mir aber gleich im ersten Treffer offenbart, dass die Seite mit Torrents arbeitet. Und das erklärt dann auch wieder die Abmahnung.


    Für reines Streaming, d.h. Das Runterladen des Filmes ohne Speicherung wirst du sehr wahrscheinlich nie abgemahnt werden. Denn der Dir anlastbare Schaden wäre nur in der Höhe des Verkaufspreises eines Datenträgers, also ca. 20-30€. Davon könnten die Abmahnanwälte nie leben.


    Die Abmahnung bei Torrent kommt zustande, weil du im gleichen Maße das Heruntergeladene anderen Nutzern wieder zur Verfügung stellst, also hochlädst. Die Abmahnanwälte nehmen dann als Schadenssumme den Betrag an, der einer Lizenzierung als Händler entspricht, d.h. gewerbsmäßiger Verkauf des Werks. Und dazu reicht den Anwälten bereits ein hochgeladenes IP-Paket, weshalb auch die 4 Minuten schon ausreichend sind.

    Einen schönen Freitagnachmittag wünsch ich allen Abmahnopfern,


    Das Forum hier kannte ich noch nicht. Bisher war ich nur auf der abmahnwahn-dreipage unterwegs. Und eigentlich dachte ich auch, dass die Angelegenheit inzwischen erledigt wäre. Aber manchmal holt einen dann die Vergangenheit doch wieder ein.


    Die Vorgeschichte kurz erzählt:

    2010 im Dezember kam eine Abmahnung reingeflattert wegen Filesharings von 2 Musikalben. Danach folgte die hier schon mal genannte Abarbeitung des 10-Punkte-Plans von Waldorf Frommer. Das zog sich bis 2013 hin. In der Zeit blieb ich standhaft und führte bis auf die Zusendung der modifizierten Unterlassungserklärung keinerlei Kommunikation mit den Abmahnanwälten. Für mich erachtete ich die Sache mit Ablauf des Jahres 2013 als verjährt.


    Jetzt scheint WF neues Blut gewittert zu haben. Heute flatterte unerwartet ein neuer Brief ins Haus:


    WF schrieb:

    10 Jahre Verjährungsfrist bei Anspruch auf Zahlung des Lizenzschadens


    Der BGH hat in einem parallel gelagerten Filesharing-Verfahren (Az. I ZR 48/15 - Everytime we touch) bestätigt, dass der Anspruch auf Zahlung des Lizenzschadens frühestens in zehn Jahren verjährt:


    "Gemäß §102 Satz 2 UrhG findet §852 BGB entsprechende Anwendung, wenn der Verpflichtete durch die Verletzung auf Kosten des Berechtigten etwas erlangt hat. Danach ist der Ersatzpflichtige auch nach Eintritt der Verjährung des Anspruchs auf Ersatz des aus einer Verletzung des Urheberrechts entstandenen Schadens zur Herausgabe nach den Vorschriften über die Herausgabe einer ungerechtfertigten Bereicherung verpflichtet (§852 Satz 1 BGB). Dieser Anspruch verjährt nach §852 Satz 2 BGB in zehn Jahren von seiner Entstehung an und ohne Rücksicht auf seine Entstehung in 30 Jahren von der Begehung der Verletzungshandlung oder dem sonstigen den Schaden auslösenden Ereignis an." (BGH, 12.05.2016, Az. I ZR 48/15 - Everytime we touch)


    Interessant dabei ist die Kalkulation:


    2010 wollten sie noch 1.xxx€ haben. Dabei waren ~60% Schadenersatz und ~40% Anwaltskosten. Im Verjährungsjahr 2013 stieg der Preis schon um 200€ durch die höheren Anwaltskosten.


    Die jetzt geforderte Gesamtforderung entspricht in etwa (nicht genau) dem Betrag von 2013. Allerdings wird jetzt gedroht, dass pro Musiktitel 200€ berechnet werden können und ich demzufolge mit einem noch höheren Betrag rechnen müsste. Als Vergleichsangebot:


    WF schrieb:

    1. Die Verpflichtung zur Zahlung der Gesamtforderung in Höhe von EUR 1.xxx wird durch fristgerechte Rücksendung der beigefügten Erklärung bestätigt.


    Gefunden hab ich dazu das hier:

    https://www.wbs-law.de/urheber…fuer-lizenzschaden-69905/


    Das würde dann bedeuten, dass die Anwälte jetzt alle "gratis" arbeiten und dafür die Schadenssumme um ihre früher berechneten Anwaltskosten erhöhen. Im Nachhinein bedeutet das: Die Verjährungsfrist wurde einfach von 3 auf 10 Jahre erhöht. Leider blick ich bei dem Urteilstext noch wesentlich weniger durch als noch bei der Ursprungsabmahnung.


    Muss ich mir jetzt Sorgen machen?

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