Beiträge von WarumFinanzieren

    Der "Vergleich in letzter Minute" wurde hier schon häufig diskutiert. Demnach scheint es WF deutlich lieber zu sein, mit Sicherheit Geld zu bekommen als noch vor Gericht zu gehen.


    Du solltest auf jeden Fall die Verteidigungsbereitschaft anzeigen. Damit kannst du etwas ruhiger einen Vergleich aushandeln.


    Ansonsten: Wennn es belehrte oder zu kleine Kinder im Haushalt hat, regelmäßige Hausfreunde oder so, dann kannst du als Anschlussinhaber die Täterschaft besser verneinen. Letztlich haftet nach neuer Rechtsprechung nur der Täter.

    Es ging mir nicht um eine Diskussion darum, ob eine Urheberrechtsverletzung vorliegt. Das ist meines Erachtens unstrittig. Sobald jemand einem bittorrent Schwarm beitritt, ist das gegeben.


    Es ging mir, wie erwähnt um die unverhältnismäßig hoch angesetzten Schadensersatzforderungen und da war der Auszug aus dem velinkten Urteil doch recht aufschlußreich:

    Die Diskussion um die Schadensersatzforderungen besteht immer. Wenn du schaust, dann wurden diese Forderungen immer wieder entweder durch den Gesetzgeber oder durch Gerichte gekappt. Hier, beim Urteil vom LG Frankenthal, sind unten bei "wird zitiert" Urteile vom OLG Frankfurt und OLG Nürnberg (jeweils über openjur lesbar). Ich war wegen des Urteils aus Frankenthal anfangs euphorisch wegen meines Falles, habe aber auch die "Gegenurteile" gesehen.


    Versuch macht klug. :)

    Dass die Angelegenheit nicht trivial ist , sehen auch einzelne Gerichte so:


    https://www.anwalt.de/rechtsti…reis-zzgl-100_157069.html

    Die Urteile vom LG Frankenthal sind bekannt, aber beim BGH wurde m.W. entschieden, dass der Einzelne nicht erste den ganzen Film hochladen muss bevor er belangt werden kann. Die Höhe ist wie immer verhandelbar...


    Darum sitzen die meisten Foristen es aus und versuchen eine Einigung erst bei einem möglichen Verfahren. Du könntest also die "Bettelbriefe" und das gerichtliche Mahnverfahren erst noch abwarten und dann nach einem Vergleich schauen. Insbesondere wird es für frommer.legal schwierig, wenn der AI nicht der Täter war.

    Mein Anwalt hat nun die Vergleichssumme WF zugeschickt. Angenommen wurde noch nichts, aber ich habe schon Rechnung für die Einigungsgebühr bekommen. Muss man diese immer selbst zahlen, wenn man einen Berechtigungsschein bekommen hat?

    Von wem hast du eine Rechnung bekommen? AFAIK musst du anteilig etwas von den Gebühren tragen und mit dem Anwalt verrechnen. Den Großteil der Gebühr trägt die Staatskasse...

    Lässt sich die Vergleichssumme theoretisch nach unten drücken, wenn man sich schon im Mahnverfahren befindet?


    War das "Herbstangebot" noch vor dem Mahnbescheid? Ist da auch Ratenzahlung inbegriffen gewesen, wenn gewünscht?

    Für viele Betroffene endet es nach dem gerichtlichen Mahnverfahren. Du kannst dich bis zu einem gerichtlichtlichen Urteilsspruch vergleichen.


    WF schicken doch auch ein Angebot zur Ratenzahlung mit. Du solltest aber auf jenes nicht eingehen. Dort verpflichtest du dich bei Zahlungsverzug, die gesamte ursprüngliche Forderung zu zahlen - also mehr als für die Ratenzahlung vereinbart. Also Achtung dabei.


    Ich würde es auch wie hofi78 machen bzw. ich selbst habe es so gemacht. Jeder Cent an WF ist einer zu viel. Allerdings bin ich kein Täter.

    Du bist bzw. warst noch in einem Mahnverfahren, nicht im Streitverfahren. Ich hatte das auch für mich gehofft. Allerdings beginnt das Streitverfahren erst mit Abgabe an das Streitgericht, siehe § 696 ZPO . Aktuell ist m.W.n. Verfahrensstillstand. WF können sich jetzt laaaaange überlegen, ob sie noch die Verfahrenskosten bezahlen oder nicht. Macht dich das mürbe....?

    Gute Karten hast du, wenn du nachweisen kannst, dass

    • dein Anschluss abgesichert war,
    • drei oder mehr Personen Zugang hatten,
    • alle Personen volljährig oder entsprechend belehrt waren,
    • das fragliche Werk nicht in das Konsummuster passt,
    • die IP-Adresse und weitere Daten nicht zu deinem Anschluss passen.

    Je mehr desto besser... Wie oben geschrieben, versuchen WF zu fischen. Gehst du ihnen mit deiner Reaktion ins Netz, bist du ihr "Goldfisch"...

    Ist das vom Gericht oder der Gegenseite? Hast du eine Frist? Ist das im Vorverfahren oder woher?

    Du hast doch eine Abmahnung bekommen, oder? Und in der Abmahnung steht drin, wen WF vertreten. Dort ist auch die gesamte DEUTSCHE Adresse angegeben. Oder wurdest du aus Kalifornien heraus abgemahnt...?

    Der Abmahner hat in seinen Briefen doch bestimmt ein Aktenzeichen, Geschäftszeichen, Referenznummer angegeben? Alles gleich...


    Oben bei 2) ankreuzen, dann unterschreiben

    Ruhe bewahren. Nichts vorschnell unterschreiben und wegschicken. Nur Erklärungen unterschreiben, deren Auswirkungen du verstehst.


    Generell spielen viele Umstände herein: Wie alt ist das Kind, war es Internet-technisch aufgeklärt, hatte es die Erlaubnis online zu sein? Kämen noch andere Personen in Frage?


    Es gibt die Rollen des Anschlussinhabers (AI) und der Nutzer sowie der Störer und Täter. Wenn du als AI nicht heruntergeladen hast (Täter), dann warst du vermutlich Störer - nicht die Tat eines anderen verhindert. Allerdings haften die Störer in den meisten Fällen nicht mehr. Andererseits haften Eltern in einem gewissen Maße für ihre Kinder.


    Die Kunst ist nun für dich (wohl idealerweise per FACHanwalt), da heraus zu navigieren.

    Das Gegenangebot zeigt wieder, wie viele Abmahner arbeiten: Man kann es ja versuchen...


    Ich gehe davon aus, dass dein "wir sperren jetzt" akzeptiert wird. Wollen die vorbeikommen und nachschauen? Das Angebot mit der Sperrung zeigt auch, dass der Wegfall der Störerhaftung in diesem Fall greift - gut für dich.

    Zitat

    Ob schuldig oder nicht, ihr würdet das nicht über einen Anwalt laufen lassen, sondern mod. UE rausschicken und absitzen lassen?

    Die Störerhaftung ist überwiegend abgeschafft. Du als AI haftest also nur als Täter. Abmahner leben vom "einfachen Fang", d.h., wenige Briefe und sie haben das Geld.


    Kannst du dem Druck standhalten, dann reicht die durch dich verschickte mod. UE. Willst du schnell Ruhe, dann zahle an den Abmahner. Willst du es teuer, dann nimm dir einen Anwalt - vielleicht nicht unbedingt WBS.


    Das musst du hier nicht öffentlich beantworten, aber du solltest für dich deine Chancen einer möglichen Verteidigung einschätzen. Warst du es, war es jemand anderes? Wenn du es nicht warst, wieviele andere könnten es belegbar gewesen sein? War der Router abgesichert? War es überhaupt die richtige IP-Adresse? Kennst du die Serie?

    Die Rechtsprechung ändert sich halt ständig, aber Altfälle werden noch anders gehandhabt als neuere. Siehe dazu auch einige BGH-Urteile. Zudem gibt es hier ja keine Rechtsberatung, sondern einen Austausch unter gleichgesinnten Laien - daher ist alles mit Vorsicht zu genießen... .)

    Die Störerhaftung für WLAN-Betrieb ist abgeschafft, das betrifft IMHO auch viele der privaten Szenarien. Ich bin "Kunde" bei WF und habe keine mod. UE abgegeben, aber klar zum Ausdruck gebracht, dass ich weder Täter noch Störer bin. Ohne mod. UE ist die Klagesumme nach meinem Verständnis höher, weil nicht nur auf Schadenersatz, sondern auch auf Unterlassung geklagt werden kann.


    Zum Mahnverfahren wurde hier schon viel geschrieben. Es ist kein Austausch von Fakten, sondern nur von Formschreiben...

    Hallo,

    ich greife diesen Thread mal auf, da ich im Kreise eines Betroffenen, und wir ganz neu in diesem Gebiet sind. Ich habe mich auf diversen Seiten eingelesen, auch unter oben genannten Link. Da ich aber immerzu ältere Fälle lese, und die Rechtslage sich ständig anpasst, hätte ich sehr gerne aktuellen Rat. Außerdem bleiben trotz all dem Gelesenen noch Fragen offen.


    Meine Situation: Beschuldigter Anschlussinhaber ist definitiv nicht Täter. Höchstens eben Störer. Ich habe verstanden, dass eine mod. UE ganz klar abzugeben ist. Kann dies direkt erfolgen, ohne Rat eines Anwaltes einzuholen?

    Und an der Stelle bin ich mir sehr unsicher, wie es weitergeht. Es wurde eine Zahlungsaufforderung (Vergleich) beigefügt, mit ebenfalls kurzer Frist. Sollte man in diesem Fall also erstmal überhaupt nichts tun? (Abgesehen von der mod. UE.) Wie geht es weiter? Was muss geschehen, dass der AI sich rechtfertigt? Solange es bei Abmahnungen bleibt, sollte man da wirklich nichts tun? Wann ist dann der Moment, wann ein Anwalt hinzugezogen werden sollte? Lieber direkt, oder kann man sich diesen soweit sorglos sparen (abgesehen von der mod. UE macht man ja keine Angaben)?

    Es gibt verschiedene Ansätze bei aktueller Lage: Die einen schicken eine mod. UE mit kurzem Anschreiben und warten dann ab. Andere antworten nur kurz und streiten Täter- und Störerschaft ab. In beiden Fällen anschließend abwarten - es wurde alles gesagt.


    Der Abmahner muss nun eine Zivilklage einreichen, meist wird vorher noch ein gerichtliches Mahnverfahren eingeleitet. Je nach Abmahner ist bei guter Erstantwort (s.o.) bereits endgültig Schluss.

    Ich denke auch, ich werde einen Anwalt nehmen und das bis zum Ende auskämpfen. Jetzt kam auch der Zweite Brief, also sind wir nun bei 2000€ plus Zinsen, plus Gerichtskosten

    Argument wäre: "Es hatten ständig mehrer Personen Zugang zum Internet, nach 8 Jahren ist nicht mehr Nachvollziehbar wer es war. "

    Hat jemand Erfahrungen damit:

    1. Wie so etwas ausgehen kann, kann es auch gewonnen werden?

    2. Wenn verloren wird, gibt es eine Chance, dass die Summe vom Gericht reduziert wird?

    Kannst du die Personen eindeutig benennen? Können die Personen als Zeugen das bestätigen? Du hattest damals beim Erhalt des ersten Schreibens eine gewisse Nachforschungspflicht wegen der sekundären Darlegungslast. Der Hinweis auf die 8 Jahre interessiert vermutlich nicht.


    Der Schadenersatz ist nur Teil der Gesamtkosten. Du kannst ja mal bei einem Gerichtskostenrechner deinen Streitwert eingeben. Ich will dir damit den Prozess nicht ausreden, würde dich gerne gegen WF siegen sehen.

    Die Verteidigung sollte sich auf die Klageschrift beziehen. Das dir Vorgeworfene solltest du dann Punkt für Punkt zurückweisen und entsprechend (juristisch!) begründen.


    Im Netz findest du durchaus Schriftwechsel. Es scheint aber so, dass du mit einem Anwalt besser dran wärst. Als Laie magst du vielleicht Recht haben, aber wegen Fehlern nicht Recht bekommen. Ein Anwalt lohnt sich aber nur bei einer gewissen Chance. Ansonsten kannst du noch versuchen die zu vergleichen, also mit WF eine Einigung auszuhandeln. Mache das aber dann, bevor Aufwände wie Arbeitszeit oder Reisekosten entstehen.