Beiträge von Dreizack

    Shual : Schon möglich, dass die Hetze auch eine Rolle spielte, da dieses Forum im einleitenden Absatz erwähnt wurde. Immerhin wusste ich auch, wo ich eine Antwort auf mein Posting zu suchen hatte! <X


    Unabhängig davon wollte ich die Idee einer Preisvergabe unterstützen zum Einen wegen meines eigenen Vorschlags, zum Anderen, weil eine Diskussion des Gutachters zwangsläufig zu einer weiteren Diskussion der Rolle der Logfirmen als treibende Kraft der Abmahnwahn führt. Da gibt es diese neue Firma in London und die diesjährigen Entwicklungen in den USA mit dem Abschluss des Shirokov-Falls und dem Leak der Guardaley-Präsentation. In beiden ist die deutsche (Karlsruhe) Clique präsent.


    In deiner Diskussion (Montag 12:57 Uhr) der Kreis- und Morgenstern-Gutachten scheint es dir auch mehr um die Foren-Hetze zu gehen als um verständliche Erklärung der Zusammenhänge. Auch der Baxter kriegt immer noch regelmäßig von dir sein Fett ab, obwohl er als Erster diese Zusammenhänge erläuterte. Mag sein, dass er in seiner Bunten Tüte übertrieb, aber manches Zeugnis dieses Jahr vor US-Gerichten über das Verhältnis zwischen Guardaley, IPP und Crystal Bay Corporation hätte daraus stammen können.


    Früher habe ich versucht mit dem Lebensmotto meiner Oma "Wenn man nichts Nettes zu sagen hat, soll man den Mund halten." zwischen euch zu vermitteln. Seitdem ich mich mit der Abmahnwahn beschäftige, weiß ich, dass nicht meine Oma sondern Disney das Copyright darauf besitzt. Hetzt also ruhig weiter!

    Shual : Eine Vereinfachung dieser Einschränkung der Privatkopie (das Wort "offensichtlich" weglassen) wäre immer noch meilenwert von der Neuformulierung im britischen Gesetz entfernt: Legal ist ab Juni 2014 nur das Kopieren von "selbst gekauftem" Material (Quelle).


    Ich bin gespannt, ob es gelingt die beiden Traditionen zu vereinheitlichen oder auch nur zwei unterschiedlichen richtlinienkonformen Gesetzestexte vorzulegen.

    Zitat

    Wesentlicher aber ist die Frage des Schadensersatzes, der stets nach dem lizenanalogischen Prinzip bemessen wird. Es steht hier außer Frage, dass der Lizenzgeber kostenlose Lizenzen zur unkontrollierten und weltweiten Verbreitung an Dritte vergibt, die bei der Bemessung berücksichtigt werden müssen.

    Einverstanden! Zitat aus einem PN an dich vom 2.2.2010 (!):
    "Eine kleine Ergänzung meinerseits: Das abgemahnte Werk erschien bereits am ... im eigenen Youtube-Kanal von der Dream-Dance-Alliance.


    Das gibt natürlich niemandem das Recht, das Werk anderswo zu veröffentlichen, wäre aber für mich ein Argument den Schaden auf 0,00 Euro zu beziffern und die Abmahnung daher nicht rechtens. "

    Die Nutzung von YT-Inhalten ist nach den Bestimmungen Personen vorbehalten, die bereits die Volljährigkeit erreicht haben. Nach dem Urteil des [lexicon]BGH[/lexicon] - "Morpheus" gehört es sinngemäß zu den elterlichen Sorgfaltspflichten ihre Zöglinge auch darauf hinzuweisen, dass Sie die Videos auf YT nicht nutzen dürfen.

    Als Vater und AI weise ich selbstverständlich meine minderjährige Kinder - die es schon mal gab - darauf hin, dass sie sich NIRGENDS anmelden ohne mich vorher zu informieren. Über ihr Musikkonsum informiere ich mich gelegentlich wohlwissend, dass "Auch wenn man gut konsumiert, kann man dahinvegetieren." - Rudi Dutschke. Damit ist alles zur DDA gesagt, oder?

    "Ein Berechtigter, der Texte oder Bilder im Internet ohne Einschränkungen frei zugänglich macht, muss mit den nach den Umständen üblichen Benutzungshandlungen rechnen. ..."


    Stellt eine Musikgruppe ein Video frei zugänglich und ohne Einschränkungen ins Internet, muss sie mit den "üblichen" Benutzungshandlungen rechnen. (vgl. hierzu die Verbreitung von Kostenlossoftware über p2p)


    = Wunschdenken! Der Grund, warum das nicht so ist, steht im Urteil am Anfang der Entscheidungsgründe - Zeile 48: "... da aufgrund der besonderen Umstände des Einzelfalles davon auszugehen ist, dass die Nutzung der streitgegenständlichen Lichtbilder durch den Beklagten in der von dem Kläger dokumentierten Art und Weise nicht rechtswidrig war."


    Es folgt ein langer Diskurs über die Nicht-Wirksamkeit der AGBs der Plattform. Dem Beklagten, der die AGBs akzeptiert, ist allerdings kein rechtswidriges Verhalten vorzuwerfen: "Der Eingriff des Beklagten in die urheberrechtlichen Befugnisse des Klägers ist, obgleich dem Beklagten kein Recht zur Nutzung der Lichtbilder des Klägers zustand bzw. zusteht, nicht als rechtswidrig anzusehen." - Zeile 75 ff.


    Bei YT sieht die Situation ganz anders aus, weil das Downloaden explizit durch die AGBs ausgeschlossen ist. Hier kann man höchstens das "Einbetten" und damit verbunden das "Sharing" in einem Sozialen Netzwerk als übliche Benutzungshandlungen betrachten. Diese werden ohnehin bald vom EuGH freigegeben, oder??? :D Also nix Filesharing!

    So einige Male wurde eine Abmahnung aus dem Hause Rasch gerichtlich negativ bewertet. Zuletzt kam sogar man in Hamburg zu dem Schluss, die Abmahnung könne inhaltlichen Anforderungen nicht genügen. Weitere Kanzleien (Abmahner) mussten schwere Niederlagen einstecken. Denn deren Abmahnung sei schon thematisch rein auf eine Darstellung der Täterschaft und deren Rechtsfolgen beschränkt. Es fehle an einer Ausführung zum Thema der "Störerhaftung".

    Das war nicht der einzige Punkt aus der Revision, für den die Richter sich nicht erwärmen konnten, und es war eher ein Zeichen der Stärke, dass der [lexicon]Anwalt[/lexicon] des Beklagten nicht weiter darauf einging - wohl im Vertrauen, dass er ohnehin gewinnt.


    Die einfache Darstellung der festgestellten Urheberrechtsverletzung wäre demnach ausreichend. Mit der UE hat der AI klarzustellen, dass er alles in seiner Macht tut, um eine Wiederholung zu verhindern - selbstverständlich ohne Präjudiz, usw. Das finde ich eigentlich sympathisch. Wenn die Abmahner auf alle eventuelle Täter- und Störerkonstellationen eingehen müssten, wäre die Abmahnung für den Verbraucher nicht verständlicher sondern eher umgekehrt.


    Schwieriger ist es in der Tat zu sagen, was in der UE zu stehen hat, wenn der AI der Meinung ist, dass die Abmahnung unberechtigt ist. Hier in den Foren wurde eine pragmatische Lösung gefunden, um den Streitwert zu senken. Ich denke, die [lexicon]BGH[/lexicon]-Richter wollen nur die gute Wille zum Verhindern einer Wiederholung erkennen.


    Der andere Punkt war der Beweis der Aktivlegitimation bei der Vielzahl an Dateien in diesem Fall. Da scheinen die Richter anders als das OLG Düsseldorf (I-20 W 132/11) keine hohen Ansprüche stellen zu wollen. Das hing mit den Namen der Anklägerinnen zusammen.


    Es wird interessant zu lesen, wie tiefgehend diese Überlegungen im Urteil einen Niederschlag finden. Ein bisschen mehr Klarheit kann nie schaden.


    Insgesamt wurde in der mundlichen Verhandlung erfrischend wenig über Paragrafen gestritten. Vielmehr wurde darüber diskutiert, was einem AI zumutbar ist. In der Presserklärung wird auf das "besondere Vertrauensverhältnis zwischen Familenangehörigen und die Eigenverantwortung von Volljährigen" hingewiesen. Das sind schöne Sätze des Richters, die die Menschen nicht außer Acht lassen. Ich habe es anderswo so formuliert: Nach dem Urteil scheint im Park und am Platz der Grundrechte die Sonne und im Karlsruher Zoo knutschen sich die Eisbären.

    @princess, @all: Es gibt anscheinend einen 6. Film, der abgemahnt wird. Das hatte ein MontyBurns herausgefunden mit similarsites.com und die Bestätigung dann bei frag-einen-[lexicon]anwalt[/lexicon].de entdeckt. Der Film hat die Ziffernfolge 80247 als Video-ID, ist immer noch bei Redtube vorhanden und heißt "Naughty cheerleader f**** coach". Wie der abgemahnte Titel lautet, wurde von der abgemahnten Mutter nicht geschrieben.


    Und ein Zufall für die Verschwörungstheoretiker: Star des Films ist "Jynx Maze". Bei AWdreiP hatte ich den Name Jinx erfunden für jemanden, der sich in die Kommunikation einklinkt zwecks loggen.


    EDIT: Abgemahnter Titel ist auch "Hot stories" nur unter einem anderen URL - gefunden auf Forum allmystery.de.

    Corradoman : Natürlich nicht! Es wurde hier schon öfter verlinkt und steht auch im Tagesspiegel-Artikel, den du schon selbst verlinkt hattest.

    Zitat

    Demnach haben die betroffenen Nutzer gar nicht die Seite redtube.com aufgerufen, sondern die ähnlich klingende und geschriebene Domain retdube.net – welche erst am 21. Juli 2013 registriert wurde. ... Der Verlauf der Zugriffszahlen auf die betroffenen Redtube-Videos lässt aber darauf schließen, dass User in einer groß angelegten Aktion gezielt und möglicherweise gegen ihren Willen auf die Redtube-Seite gelockt wurden, um anschließend abgemahnt zu werden.

    Dein Glaube an die Gerichtsbarkeit in Ehren, aber bei Gericht wird ggf. abgeurteilt, jedoch nicht zwingend Recht gesprochen ... :stick:

    Von vielen RA´s wird die berühmte "Grauzone" angeführt. Jedoch wo, in Verbindung mit einer Rechtsgrundlage, befindet sich eine solche "Zone"...

    Ich sehe es wie ouf . Die Grauzone gibt es nicht. Es ist lediglich so, dass es in Deutschland bisher kaum Gerichtsurteile zu diesem Thema gibt, so dass die Rechtsprechung nicht "gefestigt" ist. Entscheidungen von Gerichten in anderen Ländern gibt es schon - alle sehen keine schwerwiegende Benachteiligung durch "Caching" und "Browser" für den Urheber. Die vorletzte Justizministerin (Zypries) wusste nicht mal, was ein Browser ist - ich bin ziemlich optimistisch, dass sich das ändert.

    Volltext - OLG Hamburg, Urteil vom 07.11.2013 - 5 U 222/10


    (1. Beurteilung prozessualer Pflichten und Versäumnisse)
    2. Angemessene Schadensersatzhöhen bei Filesharing (für Fans)

    Bin ich ein Fan? Ich weiß es nicht. Auf jeden Fall bin ich einverstanden mit der sorgfältigen Art, wie das Gericht auf insgesamt neun Seiten (S.12-20) die Schadensersatzhöhe bespricht. Ich teile nicht ihre Einschätzung des Multiplikators von 400 pro Titel, aber 0,50 EUR pro Download und dann die im Hintergrund schwebende Zahl von 4.120 Titel - das hätte ein viel böseres Erwachen geben können. Natürlich immer noch weit unterhalb der Drohkulisse eines Hamburger Pioniers dieses Abmahngeschäfts.


    Also wieder eine Bearshare-Abmahnung aus der Anfangszeit (2006) - noch VOR dem berühmten Auftritt bei Stern-TV! Diese Software auf "seriösen" Download-Platformen wie chip.de und netzwerk.de - das war ein Teil des Skandals. Admin-Rechte auf Heimcomputer? - erst mit Windows XP SP2 im April 2004 eingeführt - waren damals kaum bekannt. Die Eltern kannten nur zeitliche Grenzen für die PC-Nutzung und nichts Inhaltliches. Aber dazu dieses Mal nichts mehr von mir. Endlich ein Urteil das sich einigermaßen "gerecht" anfühlt abseits aller streng juristischen Überlegungen!


    EDIT: Tippfehler verbessert - wahrscheinlich nicht alle! :P

    Welcher Schaden soll eigentlich entstehen wenn ein Streamingfile temporär im Arbeitsspeicher - flüchtiger Speicher, auch RAM genannt- zwischengepuffert wird ?

    Erwartest du eine Antwort oder war die Frage rein rhetorisch gemeint?


    Die Antwort wird davon abhängen, wer du bist. Eine Antwort hast du schon gegeben: ist nur flüchtig etwas passiert, daher kein Schaden. Das ist auch die Antwort die seit 2003 im Gesetz steht. Da hat der deutsche Gesetzgeber die Problematik des Caching im digitalen Zeitalter (Internet, CD, Satellitendecoder, Browser, usw.) erkannt und diese Art von Kopien legalisiert. Daher ist deine Schelte der Organe der Rechtspflege hier unangebracht.


    Im Einzelfall ist aber vielleicht ein Schaden doch entstanden, je nachdem ob der Betrachtende des Streams ...
    a) deswegen auf einen Kauf verzichtet (Schaden)
    b) nie einen Kauf getätigt hätte (Null Schaden) oder
    c) deswegen Werbung für die Sache macht (negativer Schaden = Gewinn).


    In der Masse gibt es dann einen Schaden für manche Beteiligten und einen Gewinn für Andere. Die Pornoproduzenten sind zum Teil die Verlierer und wehren sich auf ihrer Art, unterstützt durch skrupellose Gesellen, die ein Geschäft mit dem Scham wittern.


    Was würdest du aber machen, wenn du Pornoproduzent wärest? Dich umschulen lassen? Die Streaming-Seiten verklagen, die mit Werbung ihr Geschäft machen und die Preise für die Filmchen drücken? Die Netzprovider verklagen auf ein Anteil ihrer Gewinne? Von der Gesellschaft eine Rente verlangen, damit du weiterhin deine Kunst nachgehen kannst - sowie die Künstler im Mittelalter bevor es Copyright gab? Ich erwarte keine Antworten, aber zu versuchen, sich in die Schuhe Anderer zu versetzen ist eine der Grundvoraussetzungen für die Demokratie.

    Wä(h)re der sinnvollere Weg nicht, so wie z.B. im geposteten Link "http://blog.kowabit.de/abmahnindustrie-ab-in-die-ecke-und-schaemt-euch/" ein Strafanzeige?

    Die Reaktion ist naheliegend und wird seit Jahren von einigen propagiert - auch in den Filesharing-Fällen. Wie bei allem im Leben gibt es eine Kehrseite und sie ist aktuell, dass die Staatsanwaltschaft in Anzeigen versinken würde und keine Zeit für die Ermittlung hätte. RA Solmecke druckt es so aus :

    Zitat

    Wie oben bereits erwähnt hat die Berliner Rechtsanwaltskanzlei Werdermann/von Rüden gegen den Rechtsanwalt Daniel Sebastian, der die Auskunftsanträge beim LG Köln gestellt hat, strafrechtliche Schritte eingeleitet und Anzeige erstellt. Daniel Sebastian reagierte mit einer Gegenanzeige. Diesem Beispiel sind auch viele Abgemahnte gefolgt. Wir raten jedoch von einer Strafanzeige ab. Angesichts der hohen Zahl der Abgemahnten, würde auf die Staatsanwaltschaft eine hohe Arbeitsbelastung zukommen, die im Ergebnis vermutlich zu einer Einstellung der Verfahren führen würde. Es reicht, wenn der Fall einmal zur Strafanzeige gebracht wird. Die Chancen stehen dann gut, dass sich die Staatsanwaltschaft mit dem Fall ausgiebig auseinandersetzt.

    Langsam glaube ich tatsächlich, dass U+C der Abmahnindustrie aus blinder Gier heraus einen Bärendienst erwiesen hat.

    Ich denke, nun sollte Herr Urmann doch langsam damit beginnen, den Rückzug zu planen!!! :)

    Ich antworte mit ein paar sprichwörtlichen Weisheiten:
    Gut gebrüllt, Löwe (Max Kruse)
    Ich bezweifle nicht: Hier tanzt der Bär (deutsches Sprichwort)
    Man soll das Fell des Bären nicht verteilen, bevor er erlegt ist.(deutsches Sprichwort)
    Ich meinerseits überlege, was ich machen würde, wenn eine solche Abmahnung bei mir reinflattert ...
    Hast du den Bären heute in Nachbars Weinberg gesehen? Erwarte ihn morgen in deinem! (bulgarisches Sprichwort)
    Am besten in dieser Situation ist die Solidarität des anderen Viehs ...


    Orchid : Ja, alles richtig was du schreibst. Die bisherigen Mailabonnenten brauchten nicht nur ihr Abo an die Agentur zu zahlen, sondern auch eine Lizenzgebühr an die Urheber für die eigene Kopie. Auch die Agentur zahlt eine Lizenz für das Weiterleiten der Texte. Das muss sie nach wie vor. Nach dem neuen System mit Zugang zu einer Webseite entfällt die Einzellizenz für die Abonnenten, weil keine Kopie erstellt wird (außer temporär im Computercache). Die Überlegungen hierzu sehen die Richter als übertragbar auf alle anderen Abrufe im Internet.


    Ich hoffe, ich habe alles verstanden und alles korrekt wiedergegeben. IANAL

    Soweit ich gelesen habe führt RT eine Liste der gelöschten Vids, und auch Dort gibt es diese Vids NICHT.

    Quelle? Die Frage lässt sich leicht beantworten, wenn jemand die fünf Video-IDs kennt (ich kenne nur zwei davon) und bereit ist ein kleines Script zu schreiben.
    Der Aufruf des API (http://api.redtube.com/?data=redtube.Videos.getDeletedVideos&output=xml&page=1) liefert die ersten 20 gelöschten Vids als XML mit Video-ID, Name und Views zurück. Es gibt aktuell 122.153 gelöschte Vids also 6.107 Seiten.


    Auf der anderen Seite ... Hier hat jemand eine Statistik der Aufrufe von zwei dieser Filmchen veröffentlicht. Wie geht das, wenn es die Filmchen nie gab?

    Gehts noch eindeutiger?


    Für mich nicht und auch für das oberste britische Gericht nicht im bereits verlinkten Urteil von April 2013. Trotzdem hat der Richter, Lord Sumption (nettes Wortspiel da), die Fragen an den Europäischen Gerichtshof verwiesen. Die Begründung steht im vorletzten (38.) Absatz:

    Zitat

    I recognise the issue has a transnational dimension and that the application of copyright law to internet use has important implications for many millions of people across the EU making use of what has become a basic technical facility.

    Ich fürchte wir müssen uns noch eine Weile gedulden, bis wirklich eine Meinung zu diesem Thema herrscht.

    Jetzt googelt mal schön zu I ZR 46/12 - "Die Realität". Auch hier war für alle Kommentatoren sonnenklar, das Framing ja keinesfalls ...

    Nicht alle! Wer schrieb am 18. Mai bei Internet-Law "Die Einwendungen sind nicht nur juristisch untragbar sondern auch historisch. ... Nun kommen die Juristen und bieten Möglichkeiten, sich aus der Verantwortung herauszuwinden."? Ach ja - ich war es. Auch die zwei ersten Kommentatoren am 23. Oktober 2012 sagten das Gleiche.


    Sonnenklar ist die juristische Frage nicht - auch wenn ich eine eindeutige Meinung habe. In einem Fall in den USA 2012 wurden beide Fragen (Framing und Streaming) gemeinsam entschieden und zwar im Sinne des Zulassens von beiden. Das Argument des "Court of Appeals" zu Framing war, dass Framing keine Copyright-Verletzung darstellt, weil es lediglich eine Hilfestellung für den Betrachter sei. Dieses Argument funktioniert auch nur, wenn das Betrachten eines Copyright-verletztenden Streams erlaubt ist.

    @ Dreizack (+ waldibrieffreund )Es ist in diesem Fall genau anders herum, wobei wir im U+C-Fall davon ausgehen dürfen, dass die Beweisführung sich allein auf das Abrufen der Webseite beschränkt. Die nun veröffentlichten "Details" können nur bei der "Honigtopf-Variante" genutzt werden.


    1.
    Ein Grundprinzip bei der Internetnutzung lautet, dass der potentielle Nutzer eines erkennbar urheberrechtlich geschützten Inhalts (Film) vor der Nutzung das Angebot auf seine Rechtwidrigkeit hin zu überprüfen hat. Eine offensichtlich rechtswidrige Quelle ist schon dann zu vermuten, wenn ein gratis-Angebot ohne erkennbaren Bezug zu einem Urheber/Nutzungsrechteinhaber zu finden ist, oder andersrum ... wenn zB Herr Conhulio aus Caracas, Venezuela als uploader des Films genannt wird.

    Sehen wir es uns aus einem anderen Blickwinkel an! Du hast dich schon weit in das Thema Aktivlegitimation eingearbeitet. Manche Quellen gibst du in deinem Blog an. Andere sind mir nicht so ersichtlich, aber ich nehme an, sie stammen aus deinen frühzeitigen Recherchen bei Redtube. So auch bei obiger Aussage.


    Nun da spielen persönliche Ressentiments eine Rolle oder täusche ich mich da? Warum sollte ein Conhulio (oder Cornholio) aus Caracas, Venezuela nicht Miturheber sein? Er ist auch so stolz auf sein Body . Außerdem heißt er in wirklichkeit Kenny A. Er zitiert auf seiner Facebook-Seite den tiefsinnigen Spruch "Verflucht ist der Mann, der einen anderen Mann vertraut" und seine Likes passen zum aktuellen Thema.


    Also ein Mitspieler, Freund oder Produzent von Amanda (?) lädt einen Film hoch. Wo ist da die offensichtliche Rechtswidrigkeit? Ich behaupte nicht, dass es keine Rechtswidrigkeit war, aber sie ist nicht offensichtlich.